Markenprozess BGL: Tourismus vor Wirtschaft?

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Freilassing - Der "Markenprozess BGL" ist umstritten: Viele Stadträte befürchten, dass Freilassing zu Gunsten des Landkreis-Südens zu kurz kommt. "Es gibt dreierlei Menschen: Frauen, Männer und Berchtesgadener"

"Ja, es gibt Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden im Landkreis - auch mentale." Thomas Birner von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), der den Stadträten am Montag die Pläne noch einmal präsentierte, befürchtete es wohl schon vorher: In Freilassing könnte das Konzept des neuen "Markenprozess" für die Positionierung von Tourismus und Wirtschaft auf Gegenwind treffen.

Wolfgang Hartmann brachte die Bedenken einiger Stadträte auf den Punkt: "Der Rupertiwinkel kommt bei diesem Konzept zu kurz: Da landen wir wieder mit dem Königssee in einem Topf. Der Tourismus spielt doch bei uns eine marginale Rolle, im Gegensatz zur Wirtschaft." Thomas Birner und Stephan Köhl (BGL Tourismus) mussten sich ein ums andere Mal verteidigen: "Der Landkreis würde dann mal als ein Wirtschaftsraum vermarktet. Aber innerhalb des Wirtschaftsraums ist der Tourismus halt eine Besonderheit. Und der Rupertiwinkel kommt darin genauso vor - aber er sollte sich innerhalb dieses Konzepts auch unter dem ,mächtigsten Bergerlebnis' vermarkten."

Frauen, Männer und Berchtesgadener

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"Es gibt dreierlei Menschen: Frauen, Männer und Berchtesgadener" - Ludwig Unterreiner erntete mit seinem Einwand Gelächter: "Fragen Sie doch die Berchtesgadener! Die werden Ihnen das auch so sagen." Unterreiner brachte neue Bedenken gegen den "Markenprozess" ins Spiel: Brauche man unbedingt externe Berater, wie die von "Brand Trust", die das Konzept ausarbeiteten? "Und dann ist das ganze auf zehn bis 15 Jahre angelegt - da bleibt viel Spielraum für Beraterkosten."

Vor möglichen Kosten fürchtete sich auch Robert Judl: "Das Konzept ist noch zu touristisch, aber ich möchte ihm eine Chance geben. Nur: Sobald Freilassing einen Euro in dieses Projekt zahlt, muss das hier wieder abgestimmt werden." Bürgermeister Josef Flatscher, der dem "Markenprozess BGL" positiv gegenübersteht, wusste dazu schon mehr: "1280 Euro werden für uns anfallen."

"Zartes Pflänzchen nicht zertreten"

"Ich fürchte, wenn wir nicht mitmachen, wird an Freilassing vorbeigeplant" - "Angesichts des letzten Platzes vom Landkreis bei der Wirtschaftskraft in Oberbayern sollten wir dieses zarte Pflänzchen jetzt nicht zertreten": Wolfgang Krämer und Margitta Popp brachen dagegen eine Lanze für das neue Vermarktungsprojekt - und gehörten damit letztlich zur Mehrheit. Mit 13:8 Stimmen sprachen sich auch die Freilassinger Stadträte dafür aus, den "Markenprozess BGL" mitzutragen und weiterzuverfolgen. 

Im Laufe der nächsten drei Monate werden WFG und BGLT ausarbeiten, in welchen Strukturen der Prozess weiter erarbeitet wird. Thomas Birner und Stephan Köhl dürften aufgeatmet haben: Damit ist nun auch die Wirtschaftsstadt Freilassing nach "zähen Verhandlungen" mit im Boot für die neue Marke.

xe

Quelle: BGland24.de

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