Die ersten Positionen sind bezogen

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Freilassing - Im Rahmen des Flussdialoges haben die Anwohner der unteren Salzach die Möglichkeit, die Flussgestaltung mitzubestimmen:

Derzeit erfolgt die letzte Feinabstimmung des Fragebogens mit InteressensvertreterInnen in Bayern und Österreich. Das Ergebnis ist die Basis für eine Befragung aller Menschen im Freilassinger Becken.

Ob Hochwasserschutz, Ökologie, Wasserkraft oder Naturschutz – seit mehr als 20 Jahren steht der Grenzfluss Untere Salzach im Fokus wasserwirtschaftlicher und ökologischer Überlegungen. Die erfolgreiche Methode Flussdialog bringt derzeit die Menschen im Freilassinger Becken zusammen, damit sie gemeinsam den weiteren Weg für ihren Fluss mitgestalten können. In einer ersten Runde haben im September die InteressensvertreterInnen der Region ihre Positionen präsentiert. Nun werden diese feinabgestimmt, bevor die Befragung der breiten Bevölkerung in der Flussregion – sowohl in Österreich als auch in Bayern – startet. Seit Ende Juli läuft der erste grenzüberschreitende Flussdialog an der Unteren Salzach: Dabei handelt es sich um ein BürgerInnen-Beteiligungsprojekt ganz im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, das gemeinsam vom österreichischen Lebensministerium, Land Salzburg und dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Umwelt umgesetzt wird, und bei dem SalzburgerInnen und BayerInnen gemeinsam Zukunftsstrategien diskutieren. Aktuell haben nun im Herbst die InteressensvertreterInnen an der Unteren Salzach ihre Positionen abgesteckt und präsentiert: VertreterInnen von Gemeinden, aus der Verwaltung, von Wasserkraft und Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie GrundeigentümerInnen im Freilassinger Becken präsentierten und diskutierten ihre Positionen im Rahmen von drei Workshops auf bayerischer (Freilassing und Laufen) und österreichischer Seite (Oberndorf). Damit existiert die Grundlage für den nächsten Schritt des Flussdialogs: Die Positionen zu Themen wie Hochwasserschutz, Sohlstabilisierung, Ökologie und Wasserkraft an der Unteren Salzach wurden in einen Fragenkatalog eingearbeitet, der jetzt gemeinsam mit InteressensvertreterInnen abgestimmt wird. Damit ist sichergestellt, dass sich auch alle wesentlichen Positionen in der Online-Befragung wiederfinden. Ab Mitte Jänner 2013 kann die Bevölkerung ihre Meinung zur Zukunft der Unteren Salzach kundtun.

Breite Befragung

Rund 19.000 Haushalte in sieben Gemeinden im Freilassinger Becken werden im Jänner über eine Amtliche Information aufgerufen, sich an der Online-Befragung zu beteiligen. Frühere Flussdialoge zeigen, dass die Form der Online-Befragung äußerst gut angenommen wird. Die InitiatorInnen des ersten grenzüberschreitenden Flussdialogs erwarten ein breites Interesse. Der Flussdialog wird als eine Chance gesehen, gemeinsam und über die Grenzen hinweg an Leitlinien für eine positive Entwicklung an der Unteren Salzach zu arbeiten. Nicht überall wird es einen Konsens geben, aber jeder kann sich in den Dialog einbringen. Der Flussdialog an der Unteren Salzach soll eine Zusammenschau verschiedener Positionen sein und einen möglichen gemeinsamen Weg aufzeigen.

Seit 20 Jahren im Fokus

Die Untere Salzach steht schon seit 20 Jahren im Fokus von wasserwirtschaftlichen Planungen: Auslöser dafür war die seit über 100 Jahren laufende Eintiefung der Flusssohle der Salzach. Heute sind die erfolgreiche Teilumsetzung von Wasserbaumaßnahmen und veränderte Rahmenbedingungen der Anlass dafür, den weiteren Weg für den Fluss und die Menschen im Freilassinger Becken zu überdenken. Mittlerweile ist der Hochwasserschutz und damit auch die Sicherheit für die regionale Bevölkerung näher ins Zentrum der Debatte gerückt, wobei sich auf österreichischem Staatsgebiet – nach der teilweisen Umsetzung des Konzeptes der Wasserwirtschaftlichen Rahmenuntersuchung Salzach (WRS) oberhalb von Oberndorf und Laufen – unmittelbar kein signifikantes Hochwasserrisiko gemäß EU-Hochwasserrichtlinie ergibt.

Verstärkt geht es heute auch um die ökologische Rehabilitierung des Flusses bzw. des Auwaldes aus Sicht des Naturschutzes. Schließlich wurde eine ökologisch verträgliche Wasserkraftnutzung als wichtiger Beitrag zur Gewinnung erneuerbarer Energien diskutiert. Bei allen angedachten Maßnahmen stehen natürlich die Machbarkeit, die ökologische Verträglichkeit und die damit verbundenen Behördenverfahren sowie die grundsätzliche Kostenfrage auf dem Prüfstand – angesichts der knappen öffentlichen Mitteln selbst bei dringlichen Hochwasserschutzprojekten.

Der Flussdialog wurde seit dem Jahr 2008 an elf Flüssen in vier österreichischen Bundesländern erfolgreich durchgeführt und konnte bisher mehr als 180.000 Haushalte und 3.000 InteressensvertreterInnen erreichen. Konkrete Themen werden praxisnah diskutiert, für Laien werden Zusammenhänge klarer, Anliegen von AnrainerInnen sind für die mit der Maßnahmenumsetzung betrauten Verwaltungen sichtbar. Für alle bietet der Flussdialog die Chance, intensiv Informationen und Erfahrungen auszutauschen und Wünsche sowie Anliegen zu deponieren. Die Anliegen der Bevölkerung werden von den verantwortlichen Stellen gehört und bei der Umsetzung von zukünftigen Maßnahmen als Entscheidungsgrundlage berücksichtigt.

Webseite: www.flussdialog.eu

Zeitplan im Überblick:

Ab sofort bis 28. November 2012: Rückmeldung der Stakeholder zum Fragebogen

Anfang Dezember 2012: Rückmeldung der Stakeholder zur programmierten Online-Befragung inkl. ergänzender Informationen und Bildmaterial

14. Januar bis 3. Februar 2013: Online-Befragung der breiten Bevölkerung

Ende Februar 2013: Präsentation und Diskussion der Ergebnisse im Rahmen der Dialogveranstaltung

Pressemitteilung tatwort

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © pa

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