Kochwettbewerb der Berufsschule Freilassing

"Das Auge isst mit": Jungköche stellen Können unter Beweis

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Die glücklichen Sieger.

Freilassing - Einen wahren Gaumenschmaus erlebten die Besucher des Kochwettbewerbes der Berufsschule. 16 Jungköche stellten dort ihr Können unter Beweis. Im Mittelpunkt bei allem: Der Gast.

Wie zaubert man, nehmen wir mal an, aus Lammhinterhaxen, kleinen französischen Kartoffeln, Fenchel, Pilzen, Paprika, Zucchini und Tomaten nicht nur einen Genuss für den Gaumen auf den Teller, sondern auch ein Schmankerl für die Augen? Und wie serviert man diese Köstlichkeiten seinen einerseits erwartungsvollen, andererseits aber auch kritischen Gästen? Genau vor dieser Aufgabe standen acht angehende Köchinnen und Köche und ebenso viele Hotelfachfrauen und Hotelfachmänner. 

Im Rahmen des Jugendwettbewerbs 2017 für gastronomische Berufe an der Berufsschule Berchtesgadener Land konnten sie ihren Ausbildungsstand vor geladenen Gästen und einer gestrengen Jury unter Beweis stellen. Schon im Foyer des Fachbereichs „Gastronomie“ werden die Besucher von freundlichen jungen Damen und Herrn zu einem Aperitif „überredet“. 

Schüler aus aller Welt

Studiendirektor Wolfgang Wegmann begrüßt als Fachbereichsleiter die geladenen Gäste, unter ihnen Vertreter der Ausbildungsbetriebe, Funktionäre der Berufsverbände, Sponsoren und Vertreter des öffentlichen Lebens. Da die „Originale“ hinter den Kulissen schon heftig im Einsatz sind, stellt Wolfgang Wegmann die 16 Wettbewerbs-Teilnehmer mittels großer Poster einzeln vor. „Ausgewählt wurden die besten acht Schülerinnen und Schüler aus den jeweiligen Prüfungsjahrgängen“, erläutert er. Dabei ergibt sich ein buntes Bild, kommen doch die Auszubildenden nicht nur aus Reichenhall, Schönau oder der Ramsau, sondern auch aus Italien, Serbien, Russland und Spanien

„In den nächsten Jahren wird sich das noch einmal einschneidend ändern“, stellt Wolfgang Wegmann in Aussicht. So seien in der derzeitigen 10. Klasse für Hotelfachleute Schüler aus 11 Nationen vertreten. Ähnlich stellt sich die Situation bei den Köchen dar, wo neben Einheimischen Jugendliche aus Afghanistan, Eritrea, Somalia, Kirgisien und Pakistan unterrichtet würden. „Für Schule und Lehrkräfte bedeutet das zwar eine enorme Herausforderung, andererseits ist es aber ein wichtiger Beitrag zur Integration der Jugendlichen und zur Abmilderung des Nachwuchsproblems im Gastronomiebereich“, bewertet Wolfgang Wegmann die Situation. 

Im Mittelpunkt: Der Gast

Die Gäste werden nun in den Restaurantbereich an die geschmackvoll hergerichteten Tische gebeten. Ob die phantasievoll gefalteten Servietten-Kunstwerke oder die anmutigen Blumengestecke, der Gast merkt sofort, dass er hier im Mittelpunkt stehen soll. So ist es auch gewollt, gehört doch die Gestaltung eines Wohlfühl-Ambientes zu den Aufgabenstellungen der angehenden Hotel-Fachkräfte. 

Und natürlich sind die jungen Damen und Herrn unermüdlich um perfekten Service bemüht, was das Aufwarten von Speisen und Getränken anbelangt. Hochbetrieb herrscht derweil nebenan in der geräumigen Schulküche, geht es doch darum, die fünfgängige Menüfolge zeitlich abgestimmt fertig zu stellen. Und dies noch unter den gestrengen Augen der Juroren, die auf ihrem Bewertungsbogen Punkte vergeben. Es ist ja ein Wettbewerb! 

Zahlreiche Kriterien

Und was wird eigentlich bewertet? Josef Grassl und Horst Zuleger, beide erfahrene Küchenmeister und heute als „Punkterichter“ zuständig, zählen die Kriterien auf: Wie wird alles rund um den Arbeitsplatz vorbereitet, „Mise en place“, wie es in der Fachsprache heißt? Wie teilen sich die angehenden Köchinnen / Köche ihre Zeit ein? Wie steht es mit der Sauberkeit, der persönlichen und der am Arbeitsplatz? Wie schmecken die Speisen, wie werden sie angerichtet und welchen optischen Eindruck geben sie ab? 

Und dann ganz wichtig, deshalb auch mit der höchsten Punktzahl unterlegt: Die Arbeitsweise der einzelnen Wettbewerber, die Verwendung der bereitgestellten Materialien (Lebensmittel) und die individuelle Kreativität bei der Zubereitung der Speisen

Das Fünf-Gänge-Menü

Abgerundet wird der Wettbewerb durch einen schriftlichen Teil. Apropos bereitgestellte Materialien: Die sind für alle Teilnehmer und alle Menügänge gleich. So ist der eigens für diesen Tag aufgelegten Karte zu entnehmen: „Vorspeise von geräucherter Barbarie- Entenbrust“ (Die Barbarie-Ente – oder auch „magere Ente“ wurde im 16. Jahrhundert von Christopher Columbus importiert und überzeugt durch ihren unnachahmlichen Geschmack und ihr zartes Fleisch). 

Und dann natürlich der oben schon angesprochene „Lammhinterhaxen“-Hauptgang. „Das Auge isst mit“, ein Sinnspruch, der ob der kulinarischen Kunstwerke, die der Reihe nach aufgetischt werden, seine Bestätigung findet. Kein Wunder, dass mancher Gast zögert, beispielweise seine Dessert-Skulptur, aus Grieß, Milch, Sahne, Gelatine und Früchten einfach zu vertilgen. 

Selbstredend wird passend zu jedem Gang ein edler Tropfen in Weiß oder Rot angeboten. Schmecken tut's allen, wie die zufriedenen Gesichter und die lobenden Kommentare der Gäste beweisen. Diesem Lob schließt sich auch der Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, Johannes W. Hofmann, an und stellt fest: „Hier wird jungen Leuten eine Perspektive aufgezeigt.

Die Siegerehrung 

Abschluss und Höhepunkt ist dann die Siegerehrung. „Gewinner seid ihr eigentlich alle, denn ihr habt großartigen Einsatz gezeigt und euer hervorragendes Können unter Beweis gestellt“, wendet sich Wolfgang Wegmann an die Teilnehmer des Jugendwettbewerbs. 

Unter den Guten gilt es aber dann doch noch, die Allerbesten mit Urkunde und Pokal zu ehren und das sind bei den Hotelfachfrauen und -männern Sabrina Brundu (Platz 3), Lizzet Llusco Ovidio (Platz 2) und Magdalena Resch (Platz 1). Bei den Köchinnen und Köchen erreicht Dennis Ferchland Platz 3, Tabea Behr Platz 2 und Kathrin Aschauer Platz 1. 

Als Gewinner dürfen sich schließlich auch die Gäste fühlen, die nicht nur exzellent verwöhnt wurden, sondern auch eine Ahnung vom hohen Ausbildungsstand des einheimischen Gastronomie-Nachwuchses bekamen. Ja, und dran ist sicher auch was an dem Sinnspruch, mit dem Wolfgang Wegmann die Gäste verabschiedet: „Wer einen guten Braten macht, hat ein gutes Herz.“ 

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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