Kommt minimale „Sommerlösung“?

Lokwelt-Montagehalle soll Veranstaltungshalle werden

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Genau 199 Personen dürfen derzeit bei Veranstaltungen in die Montagehalle, aus Brandschutzgründen. Platz hätten fünfmal so viele.

Freilassing - Aus der ehemaligen Montagehalle für Lokomotiven an der Westendstraße soll eine Veranstaltungshalle werden, so wünschen es sich zumindest die Grünen, die SPD und Pro Freilassing, ihr Antrag wurde am Montagabend nach einigen Formulierungsversuchen bei drei Gegenstimmen angenommen.

Bereits 2017 hatte die Pro Freilassing-Fraktion erstmals die ehemalige Montagehalle als Ort für Veranstaltungen ins Spiel gebracht, außer der Zusage, dies zu prüfen, geschah aber weiter nichts. Nun der neuerliche Anlauf, denn aktuell genehmigt das Landratsamt nur vier Veranstaltungen pro Jahr unter hohen Brandschutzauflagen. Für eine dauerhafte Genehmigung verlangt das Amt eine Nutzungsänderung, diese hätte wiederum zahlreiche Umbauten zur Folge, alleine die Planungen dafür verschlingen rund 170.000 Euro. 

Die Verwaltung schlug den Stadträten daher vor, sich zuerst die spätere Nutzung zu überlegen, ein Konzept zu erstellen und dann die Nutzungsänderung zu beschließen. Genau diese Reihenfolge wollten die Antragsteller aber nicht, „die Verwaltung verkompliziert alles, wir wollen dass der Stadtrat beschließt, dass aus der Montagehalle eine Veranstaltungshalle wird, das erwartet auch das Landratsamt“, so Wolfgang Hartmann von den Grünen. Erst nach dieser grundsätzlichen Festlegung sollten weitere Konzepte folgen.

5,8 Millionen Euro für Ausbau?

Bettina Oestreich von den Freien Wählern erinnerte sich daran, dass es im Rahmen einer Machbarkeitsstudie 2008 schon einmal ein ausgearbeitetes Konzept für die Montagehalle gab, im Endausbau hätte das 5,8 Millionen Euro gekostet, „das Geld hatten wir nicht“, entgegnete Flatscher, auch die Suche nach einem Sponsor sei im Sand verlaufen. Gegen einen Komplettausbau und für eine „Nutzbarmachung“ sprach sich Wolfgang Krämer (CSU) aus, „im Finanzausschuss haben wir eine machbare Sommerlösung angedacht, für 800 Personen“.

Dass die Stadt die Montagehalle nutzen will habe sie bereits 2007 entschieden, als sie nach dem Orkan Kyrill das Dach aufwendig für 1,3 Millionen Euro sanieren ließ, so SPD-Stadtrat Helmuth Fürle, „jetzt wollen wir eine bezahlbare Lösung“. Das teure, neue Dach sei 2007 deshalb beschlossen worden um das denkmalgeschützte Gebäude bei weiteren Stürmen schützen zu können, „aber schon bei der Machbarkeitsstudie fand sich am Ende keine Lösung die die Stadt finanzieren hätte können“, so der Fraktionslose Fritz Braun. Außerdem kämen auf die Stadt hohe Ausgaben für Pflichtaufgaben wie einen Neubau der Grundschule und des Bauhofs zu. 


Bundespolizei blockiert Parkplätze

Wenn die Montagehalle für Veranstaltungen genutzt wird braucht es auch mehr Parkplätze, da fiel Thomas Ehrmann (FW) ein, dass der mögliche Großparkplatz an der Westendstraße ja derzeit von der Inspektion der Bundespolizei genutzt wird, „wie lange eigentlich, gibt es schon einen endgültigen Standort?“ Flatscher antwortete, die Stadt habe die Fläche „für einen überschaubaren Zeitraum“ zur Verfügung gestellt, ein anderer Standort sei aber noch nicht in Sicht.

Mit einigen Versuchen, den Beschlussvorschlag entsprechend den Intentionen der drei antragstellenden Parteien zu formulieren, beschloss der Stadtrat schlussendlich mit drei Gegenstimmen, dass aus der leer stehenden Montagehalle eine Veranstaltungshalle werden soll.

hud

Quelle: BGland24.de

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