Facebook-User jubeln - Diskussion über Rabatt für Touristen-Gästekarte

Planschen im Badylon für sieben Euro – ohne Zeitlimit

+

Freilassing - Mit 7 Euro für den Erwachsenen-Eintritt in das neue Badylon bleibt das Hallenbad weiterhin sehr günstig, noch dazu, da es keine zeitliche Begrenzung wie in den meisten anderen Hallenbädern gibt.

Schwimmen „ohne ständig auf die Uhr zu schauen“ entspricht im Übrigen einem Trend, um beim Baden den Erholungswert zu steigern ohne sich einem Zeitdruck ausgesetzt zu fühlen. In Salzburg bleibt man hingegen beim neuen Paracelsusbad bei einem Zeitlimit, so kosten zwei Stunden 5 Euro, eine Tageskarte 9 Euro, also zumindest 2 Euro mehr als in Freilassing. Diskutiert haben die Stadträte am Montagabend dann auch weniger über die Höhe des Eintritts als vielmehr über eine Tourismus-Gästekarte, die das Badylon für 5 Euro bietet. Der ermäßigte Eintritt von 5 Euro gilt auch für Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren, unter 6 Jahren ist der Eintritt frei.

„Wir sollten den Bürgern also auch sagen, mit welchen Defizit wir bei Badylon rechnen“


Über die Höhe der Ticketpreise diskutierten die Stadträte eigentlich nicht wirklich, einige fanden es zumindest „bemerkenswert“, dass es einen so günstigen Preis für einen ganzen Tag gebe. „Andere Bäder haben hier eine Begrenzung, wie zum Beispiel Salzburg 5 Euro für zwei Stunden“, so der Parteilose Fritz Braun. „Da können wir uns rühmen dass wir so einen sozialen Tarif bekommen werden“. Bedenken gegen einen Badespaß ohne Zeitlimit äußerte lediglich Gottfried Schacherbauer (CSU), „bei Schlechtwetter kann das schon zu einem Stau vor dem Eingang führen, wenn zu viele Gäste zu lange im Bad bleiben, denn es gibt ja nur eine bestimmte Aufnahmekapazität“. Man solle also ohne Zeitlimit starten und später eventuell „nachsteuern“. Allerdings wird unseren Recherchen zufolge das Badylon zum Beispiel unter der Woche ohnehin nicht einen ganzen Tag geöffnet sein sondern wie vor 2013 bis 14 Uhr nur Schulen und Vereinen zur Verfügung stehen, damit es hier zu keinen Interessenskollisionen kommt.

„Bemerkenswert“ bewertete auch Klaus Lastovka (CSU) den Eintrittspreis von 7 Euro, „aber wir sollten uns nicht nur auf die Schulter klopfen weil wir so sozial sind, sondern sollten den Bürgern auch sagen, wer das am Ende zahlt“. Auch das Freibad habe ein enormes Defizit, „wir sollten den Bürgern also auch sagen, mit welchen Defizit wir bei Badylon rechnen“. SPD-Stadtrat Helmut Fürle entgegnete, der Bürger habe den Bau des Badylon bereits zweimal bezahlt, zudem sei das Bad wichtig für den Schulsport und für die Möglichkeit, dass Kinder Schwimmen lernen.

Einheimische oder Gäste bevorzugen?

Die Diskussion über die Gästekarte für 5 Euro eröffnete FWG-Stadtrat Thomas Ehrmann, wer bekomme diese Karte eigentlich und warum günstiger? Während sich Bürgermeister Josef Flatscher durchaus bereit zeigte, den Rabatt für Gäste, gemeint sind Touristen, aus dem Beschluss herauszunehmen, meinte Zweiter Bürgermeister Gottfried Schacherbauer, man müsse diesen Rabatt beibehalten, denn es sei immerhin Werbung für den Tourismus. In Salzburger Gemeinden würden Touristen im Sommer gratis mit dem Bus oder den Bergbahnen fahren dürfen. 

So sieht das Badylon in Freilassing aktuell aus

Dass Freilassing eigentlich keine Tourismusstadt sei und es nicht Aufgabe der Stadt sei, den Tourismus zu fördern meinte Robert Judl (Pro Freilassing), und Thomas Ehrmann (Freie Wähler) korrigierte Schacherbauer, in Österreich würden Einheimische in der Regel bei den Eintrittspreisen begünstigt und die Touristen müssten voll zahlen. „Österreich unterstützt die eigenen Leute, das sollten wir auch tun“. Ehrmanns Parteikollegin Bettina Oestreich befand überhaupt, dass „das Bad für Freilassinger sein soll“. 


Die Emotion aus der Diskussion nahm dann Wolfgang Hartmann von den Grünen, „wir hatten doch schon lange über den Eintritt diskutiert, und jetzt hängen wir uns an der Gästekarte auf?“ fragte er erstaunt in die Runde. Man habe viele Stunden mit der Berchtesgadener Land Tourismusgesellschaft um eine einheitliche Handhabung von Gästekarten gekämpft, „und jetzt wollen wir die Touristen in Freilassing vor den Kopf stoßen?“. Es würden schon nicht tausenden Touristen kommen, die den Rabatt von 2 Euro nutzen werden.

Bürgermeister Josef Flatschers Herzblut hing offensichtlich nicht wirklich an der Gästekarte, diese Regelung sei aus der früheren Satzung übernommen worden. Er ließ darüber abstimmen, neun Stadträte waren am Ende dagegen, die Mehrheit also dafür. Die Eintrittspreise allgemein wurden einstimmig angenommen.

„Danke Freilassing, gut gemacht“

Unmittelbar nach dem Beschluss veröffentlichte die Stadt die Preise auf ihrer Facebook-Seite „freilassing.de“, die Reaktion darauf waren überwiegend positiv. „Super gemacht, Stadt Freilassing, für Familien mit Kindern wirklich leistbar“, „Wow, finde ich ganz toll, vor allem für größere Familien, das ist meistens sonst nicht leistbar“ und „Sehr faire Eintrittspreisgestaltung, besonders für Familien, das würde ich mir für das ‚Familien‘- und Spaßbad auch in Bad Reichenhall auch wünschen. Damit bleibt das Badylon was es immer war, ein Bad für die ganze Familie“, so eine Auswahl an Reaktionen.

hud

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Freilassing

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT