Großübung am Freilassinger Bahnhof

Proben für den Ernstfall: Züge kollidieren auf der Saalachbrücke

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Bei einer großangelegten Übung des BRK wurde ein Zugzusammenstoß direkt im Grenzbereich zwischen den beiden Ländern Österreich und Deutschland simuliert.

Freilassing/Salzburg - Nach dem Erstellen des Szenarios - dies beinhaltete die Zuführung der Personenzüge sowie das Schminken der verletzten Personen - begann am Montag, um 9.20 Uhr, die Übung. Simuliert wurde ein Zugzusammenstoß direkt im Grenzbereich zwischen den beiden Ländern Österreich und Deutschland, am Bahnhof Freilassing, welcher an den Bahnhof Liefering angrenzt.

Jeweils ein Zug der ÖBB und der DB kollidierten in der Übungsannahme direkt auf der Saalachbrücke im sehr exponierten Gelände. Das Notfallszenario wurde auf dem noch nicht für den Zugverkehr freigegebenen dritten Streckengleis, direkt über der Saalach, abgehalten. Auf den beiden anderen Gleisen wurde der planmäßige Zugverkehr ohne Einschränkung abgewickelt. Dies stellte alle Beteiligten vor eine große Herausforderung. 

Im Vorfeld wurden einige Schwerpunkte definiert, die bei dieser sehr kooperativen Übung ins Visier der Übungsbeobachter genommen wurden. Sowohl seitens der ÖBB wie auch bei der DB war die Frage, wie die Kommunikation zwischen allen, am Notfall beteiligten Mitarbeitern sowie Hilfs- und Einsatzorganisationen ablaufen werde, eines der Hauptthemen: „Wie funktionieren die Schnittstellen?“, „Wie schnell werden die zuständigen Notfallkoordinatoren bzw. Notfalleiter alarmiert?“ und „Wurden alle am Notfallprozess beteiligten Einsatzkräfte rechtzeitig verständigt?“, waren einige der Fragen, die durch diese Übung beantwortet werden konnten und den Verantwortlichen Beobachtungspunkte lieferten, die bei einem Vorfall im grenzüberschreitenden Zugverkehr von unabdingbarer Wichtigkeit sind. 

Schwerpunkte der Übung:

Einen weiteren Schwerpunkt stellte das Ausrücken des ÖBB Einsatzleiters bzw. des DB Notfallmanagers dar, die im Notfall einen sicheren Einsatz aller externen Hilfs- und Einsatzorganisationen gewährleisten können müssen. Dafür wurde der Arbeitsbereich der Einsatzleiter auf Herz und Nieren geprüft. Wichtig war den Verantwortlichen herauszufinden, wie handlungssicher die Mitarbeiter agieren, wie schnell der „Sichere Einsatzbereich“ hergestellt werden kann und wie kompetent die Hilfestellung abläuft. 

Übung des BRK am Bahnhof Freilassing

Zusätzlich zu diesen internen Beobachtungspunkten galt als absoluter Schwerpunkt die Alarmierung der Rettungskräfte des Bayrischen Roten Kreuzes, den Feuerwehren des Berchtesgadener Landes sowie der Deutschen Bundespolizei auf Seiten der DB. Auch in diesem Szenario wurde die Kommunikation zwischen den handelnden Einsatzleitern zu internen und externen Stellen auf einen reibungs- und lückenlosen Ablauf überprüft. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Übung war außerdem die Rettung von rund 15 verletzten Personen, die die Feuerwehren und das BRK in unwegsamem Gelände durchgeführt haben. Dabei wurde die Rettung auch über die von der DB bereitgestellten Rüstsatzbahnen (nicht motorisiertes Schienengebundenes Rettungsfahrzeug) geübt und somit konnte eine reibungslose Rettungskette hergestellt werden. Die geretteten Personen wurden, am durch den Freistaat Bayern zur Verfügung gestellten Behandlungsplatz, durch das BRK erstversorgt und für den Weitertransport vorbereitet. 

Herausforderung grenzüberschreitende Kommunikation

Aus Sicht der Beobachter konnte eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Rettungskräften des BRK sowie den umliegenden Feuerwehren und den Mitarbeitern der ÖBB sowie DB festgestellt werden. Das Notfallkonzept hat auf beiden Seiten sehr schnell gegriffen, und die zuständigen Einsatzkräfte konnten rasch zum Notfallort beordert werden. Die grenzüberschreitende Kommunikation in der Notfallbewältigung war eine große Herausforderung. Durch das sehr kompetente Agieren der Einsatzorganisationen sowie der ÖBB und DB Einsatzleitern wurde diese Hürde jedoch gut gemeistert. 

Alle gewonnen Erkenntnisse werden in den nächsten Tagen bei einer Nachbesprechung zusammengefasst und gegebenenfalls in die Notfallkonzepte eingearbeitet. Alles in Allem kann auf eine sehr gelungene Notfallübung zurück geblickt werden. 

An dieser Stelle sei nochmal an alle beteiligten und mitwirkenden Mitarbeitern der ÖBB sowie DB und vor allem dem BRK und dem Feuerwehrabschnitt Berchtesgadener Land, für deren großartigen Einsatz gedankt. Ebenfalls ein großer Dank auch an die Auszubildenden der DB die sich bereits um 4 Uhr morgens auf den Weg von München nach Freilassing gemacht haben, um als Schausteller an der Übung teilzunehmen.

Pressemitteilung BRK Berchtesgaden

Quelle: BGland24.de

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