Verkehrsentwicklungskonzept: Neues aus dem Stadtrat

Umfrage: So beurteilen die Freilassinger den Verkehr

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Freilassing - Die Entwicklung eines Verkehrskonzeptes steht für das Berchtesgadener Land auf der todo-Liste. Um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, wurden die  einzelnen Gemeinden befragt, wie sie den Verkehr empfinden:

Über 30 Seiten war der Fragenkatalog des Landkreises, in dem sich die Befragten dazu äußern sollten, wie sie den Verkehr empfinden und einschätzen.  In der letzten Stadtratssitzung wurde das Ergebnis diskutiert. Die Ergebnisse der Umfrage sollen in das Verkehrskonzept einfließen, dass derzeit für Freilassing erstellt wird.

Auszüge aus der Umfrage

Los ging es mit allgemeinen Fragen zur Bevölkerungsentwicklung, bei denen die Mehrheit der Befragten von einer deutlichen Zunahme der Bevölkerung bis 2030 ausgeht, genauer gesagt zwischen 5 bis 15 Prozent. Auch bei der Arbeitsplatzentwicklung wird eine leichte Zunahme von 2 bis 5 Prozent erwartet

Um die Verkehrsentwicklung besser einschätzen zu können, sollten nachfolgend noch ansässige Unternehmen, Einzelhändler und touristische Einrichtungen benannt werden, die bei der Verkehrsentwicklung berücksichtigt werden müssen. Zu letzteren gehören zum Beispiel Freibad, Lokwelt, Max Aicher Stadion und natürlich der Badylon-Sportpark.

Auf diese Frage gab es zwei deutliche Antworten:

Eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs (insbesondere bei der Münchener Straße und dem Salzburger Platz) durch geeignete überregionale Verkehrsachsen und dazu sinnvolle Anschlüsse an Staats- und Bundesstraßen sowie keine Verlagerung des Verkehrsproblems  on Stadt und Land Salzburg nach Freilassing. So lautete die deutliche Antwort.

Die Frage, wie die Gemeinden generell die Situation des fließenden Verkehrs hinsichtlich Straßenausbau und -zustand beurteilen, an, beurteilte die Mehrheit der Befragten mit einem "befriedigend", was auf die folgenden Punkte bezogen wurde:

  • Ausbau Münchener Straße
  • Planung Anschluss B20
  • Stetige Straßenerneuerungen im Stadtgebiet
  • Planung höhenfreier Anschluss „Knoten Badylon“

Wo liegen die Verkehrsprobleme?

Auf die Frage, wo die Freilassinger Gemeinden Probleme beim gegenwärtigen Verkehr sehen, kristallisierten sich ganz klar die folgenden Punkte heraus:

  • Erhöhtes Verkehrsaufkommen zum Bahnhof Freilassing durch 15min.-S- Bahn-Takt
  • Überregionaler Verkehr (insbesondere LKW) durch die Freilassinger Innen- stadt (Münchener Straße, Salzburger Platz)/ Starke Belastung durch überre- gionalen Fernverkehr
  • Erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Ausweisung neuer Baugebiete
  • Stickoxid- und Feinstaubbelastung Salzburger Becken
  • Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße auf die Schiene

Lösungsansätze zur Verkehrsbewältigung

Auch Möglichkeiten zur Lösung der Verkehrsprobleme sollten die Befragten vorschlagen. Die Antworten:

  • Westtangente mit ggf. Nordumfahrung (Verbindung St2104 – B304)
  • Anschluss B20 im Bereich der Bahnlinie München-Salzburg
  • Zweigleisiger elektrifizierter Ausbau Strecke München-Mühldorf-Salzburg
  • Problem „LKW Parken“ lösen

Entlastung der Straßen durch:

  • Verbesserter ÖPNV, inkl. Schienenverkehr
  • Radwegeverbindungen verbessern, Radschnellwege, Radparkplätze mit Überdachung an den Bahnhaltepunkten
  • „Mautflüchtlinge“ verhindern

Die Zukunft der Radler

Es folgten Multiple Choice Fragen zur Parksituation und zu Lademöglichkeiten von Elektrofahrzeugen sowie zu der Verkehrssituation für die Radler.

Hier kristallisierte sich heraus, dass generell das Angebot für Radler oder Pedelecs rund um Freilassing als "befriedigend" beurteilt wird. Der stetige Ausbau sowie die neuen Ladestation für eBikes wurden hier von der Mehrheit als Gründe benannt. Berücksichtigt werden sollen bei dem neuen Verkehrskonzept hauptsächlich kürzere Wegeverbindungen zur Salzburger Innenstadt und den anderen Gemeinden sowie überregionale Radschnellwege.

Die Situation der Fußgänger

Ein weiterer Umfragepunkt war die Angebotsqualität des Fußgängerverkehrsnetzes. Hier kristallisierten sich bei der Mehrheit der Befragten fünf Punkte als problematisch heraus:

  • Gehweg zu den Bahnsteigen/Zugang zu den Zügen
  • Freihalten von Gehwegen
  • Zugang zur Lokwelt (vom Bahnhof)
  • Schulweg Schulstraße/fehlender Gehweg vom Bahnhof zur KRS und BRS/in Wohngebieten teilweise Straßen zu schmal für alle Verkehrsteilnehmer
  • Engstelle Gehsteig Schillerstraße

Barrierefreiheit

Auch die Barrierefreiheit wurde angesprochen und von den Befragten folgendermaßen bewertet:

  • Defizit Bahnhof
  • Verbesserung Schulwegekonzept
  • Anpassungsbedarf bei Ampel- und Kreuzungsanlagen, Bushaltestellen sowie Fuß- und Radwegeunterführungen bzw. Überführungen

Personennahverkehr auf Schienen und Straßen

Als nächstes sollten die Befragten das Angebot des Personennahverkehrs beurteilen. Dieses wurde generell mit der Schulnote "gut" bezeichnet, gelobt wurden beim Stadtbus zum Beispiel:

  • das enge Haltestellennetz
  • der dichte Takt
  • eine gute Anbindung an umliegende Gemeinden
  • die Linie 24 nach Salzburg
  • Wünschenswert wären ein S-Bahn-Haltepunkt Nord sowie die nächtliche Anbindung

Ebenfalls mit der Schulnote "gut" wurde die Schülerbeförderung bewertet. Diese Bewertung basiert auf den Möglichkeiten der Schülerbeförderung der Inklusionskinder sowie sie generelle gute Verbindungen zu den Schulstandorten und die gute Kombination zur gemeinsamen Bedienung der Bevölkerung und der Schüler.

Anbindung nach Bad Reichenhall

Mit der Schulnote "Sehr gut" wurde die Anbindung an Stadt Bad Reichenhall bewertet. Hier wurden insbesondere die S-Bahn hervorgehoben, die beide Städte zweimal pro Stunde verbindet sowie die Anbindung durch den ÖPNV (3x täglich). 

Ebenfalls genauer beurteilt werden sollte das Erscheinungsbild des Personennahverkehrs. Beim ÖPNV kristallisierten sich hinsichtlich der Barrierefreiheit drei wichtige Punkte heraus:

  • Im Stadtbusbetrieb wird mit Niederflurbussen gefahren, auch in den überregionalen Bussen ist eine Barrierefreiheit gegeben
  • Bushaltestellen werden im Stadtgebiet nach und nach barrierefrei umgebaut (Stand Februar 2017: Es bestehen zwei barrierefreie Haltestellen)
  • Bahnhof Note 6 – Barrierefreier Ausbau geplant, Realisierung bis 2019 angestrebt

Bemängelt wird beim ÖPNV hauptsächtlich:

  • S-Bahn-Haltestelle Nord - fehlt
  • Taktung Richtung Mühldorf mangelhaft
  • Tarifverbünde verbesserungsbedürftig
  • Toilettenanlagen am Bahnhof
  • Verlängerung und Aktivierung des Industriegleises Nord

Fragen zum Güterverkehr

Auch die Qualität des Güterverkehrs sollte beurteilt werden. Dieser erhielt von der Mehrheit die Schulnote "zwei". Die neue Unterführung der Reichenhaller Straße und der Ausbau Münchener Straße wurden hier schwerpunktmäßig genannt. Kritisiert wurde die zu hohe Quantität, vor allem auf Reichenhaller Straße, der Ludwig-Zeller-Straße und der Münchener Straße. Als Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Situation nannten die Befragten:

  • Umfahrung (Westtangente Verbindung St2104 – B304 mit ggf. Nordumfah- rung, B20 Anschluss)
  • Verlängerung und Aktivierung Industriegleis Nord

Wünsche und Ziele

Auch Wünsche und Ziele für das Stadtentwicklungskonzept sollten genannt werden.

Als zentrale Probleme und Herausforderungen wurden generell vor allem die folgenden drei Punkte genannt:

  • die Westtangente (Verbindung St2104 – B304) mit ggf. Nordumfahrung
  • Weiterer Anschluss an die B20
  • Zweigleisiger Ausbau Bahnstrecke Richtung Mühldorf

Das wünschen sich die Freilassinger Gemeinden

  • Orientierung der Verkehrsplanung an der Siedlungs- und Gewerbeentwicklung
  • Keine neuen verkehrsintensiven Gewerbeeinrichtungen bzw. Einkaufsmärkte längs der Münchener Straße und Wasserburger Straße
  • Ansiedlung neuer Gewerbegebiete in erster Linie an den nördlichen und süd- lichen Stadtrandgebieten (Anbindung an die Kreisstraße BGL 2 bzw. B304)
  • Verbesserung des Verkehrsflusses auf der Achse Salzburger Straße- Münchener Straße
  • Verkehrsreduzierung – insbesondere Schwerlastverkehr – in den Wohnquartieren rund um den Sudetenplatz und die Eichendorffstraße zwischen Sie- benbürger Straße und Schlesier Straße
  • Möglichst nichtsignalisierte Knotenpunkte ohne Lichtsignalanlagen realisieren
  • Flüssigerer und dennoch langsamerer Verkehrsfluss mit Wunschgeschwindigkeit Tempo 30 km/h auf der Münchener Straße
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer, insbesondere längs der Münchener Straße zwischen Industriestraße und Salzburger Platz
  • Durchgängiges, beidseitiges Angebot für Radfahrer auf der Fahrbahn längs der Münchener Straße zwischen Industriestraße und Salzburger Platz

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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