Hoher Holzzaun „behütet“ Waldorf-Kinder

Kindergarten in Hofham offiziell eröffnet

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Freilassing - Nach der Eröffnung des Badylon vor einer Woche ist am Samstag der neue, städtische Kindergarten „Sonnenschein“ in Hofham offiziell eröffnet worden, 85 Kinder haben ihn bereits am Dienstag in Beschlag genommen.

Helle, große Gruppenräume und ein 3.000 m² großer Garten inklusive Wasser-Matsch-Anlage stehen bereit. Einziger Wermutstropfen: Ein fast zwei Meter hoher Holzzaun trennt die Kinder des städtischen Kindergartens von den Nachbarn, den Kindern des Waldorfkindergartens. 

Die Waldorf-Leiterinnen wollen den Zaun aber nicht als Abschottung verstehen, „wir haben ein anderes Konzept für unsere 25 Kinder, bei uns spielt das Behütet sein und die Ruhe eine große Rolle“.   

Neben zahlreichen Festgästen waren auch alle Kindergärtnerinnen bei der offiziellen Eröffnung, alle Kinder und ihre Eltern und Großeltern werden am Nachmittag erwartet. Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher erinnerte bei der Eröffnung einmal mehr daran, dass Freilassing wachse und daher auch der Bedarf an Kindergartenplätzen weiter steige. 

Eröffnung Kindergarten „Sonnenschein“ in Hofham

„Ich war erst gestern bei den Firmen Robel und Kiefel, letztere hat ihr Ausbildungszentrum für 40 Azubis eingeweiht und beim anschließenden Familienfest waren alleine 1.000 Besucher da“. Man sehe also wie Freilassing sich entwickle. Den Neubau des Kindergartens bezeichnet der Bürgermeister daher auch als „Investition in die Zukunft, der gesamte Stadtrat habe dem immer einen hohen Stellenwert beigemessen“ und am Ende auch rund zwei Millionen Euro locker gemacht, weitere 2,4 Millionen kamen vom Freistaat. 

Erst im April 2016 wurde der Plan für den Neubau durch einen Grundstückstausch mit der Firma Aicher machbar, die dafür jetzt das Grundstück mit dem alten Kindergarten ‚Villa Sonnenschein‘ besitzt. Nach dem Spatenstich um Juni 2018 sei der neue Kindergarten für 110 Kinder pünktlich zum Schulbeginn und damit auch zum Beginn des Kindergartenjahres fertig geworden.

Zaun trennt die Kinder

Flatscher bedankte sich beim benachbarten Waldorfkindergarten zwar noch für die gute Nachbarschaft, ein fast zwei Meter hoher, neu gebauter Holzzaun spricht aber eine andere Sprache. 

Zwei Leiterinnen des Waldorfkindergartens wollten am Rande der Eröffnung diesen Zaun aber nicht als Abschottung verstanden wissen, „wir verfolgen im Waldorfkindergarten ein anderes Konzept, die Ruhe und das Gefühl, behütet zu sein ist bei uns ganz wichtig“, und das sei mit 85 Kindern in Nachbars Garten nicht gewährleistet. 

Außerdem gebe es noch einen praktischen Grund: wenn man ein Kind schreien oder weinen höre wisse man ohne Zaun nicht gleich, welches Kind wo weine. Früher hätte es eben einen Wald als Abgrenzung zur Straße gegeben, ein Maschendrahtzaun sei auch schon immer vorhanden gewesen.

Wasser-Matsch-Anlage

Kinder waren am Vormittag bei der offiziellen Eröffnung noch nicht dabei, aber in den Gruppenräumen konnte man sehen, dass sie ihren Kindergarten schon in Beschlag genommen haben. Architekt Simon Bauer wies darauf hin, dass es bei der Planung wichtig gewesen sei, die Straße und die Bahnstrecke Salzburg-München vom Kindergarten baulich zu trennen, dies sei gelungen. 

„Im Garten und auf der Hinterseite des Hauses ist es deutlich ruhiger als vorne“, so Bauer. Die Innenräume seien sehr hell gehalten und mit großen Fenstern ausgestattet worden, „die Natur kommt sozusagen ins Haus, das haben auch die Kinder in den ersten Tagen schon festgestellt“. 

Für den Garten gab es einen eigenen Architekten, der neben einem Teil des Waldes als „Freiland-Labor“ nicht nur die üblichen Schaukeln und Rutschen eingeplant hat sondern auch eine Bobby-Car-Rennstrecke „für die künftigen Rennfahrer“ und eine Wasser-Matsch-Anlage, die dem Verlauf der Saalach nachempfunden ist.

Kronleuchter und roter Teppich für Kronprinzen und Prinzessinnen

Am  Samstagnachmittag werden die Kinder dann ihren Eltern und Großeltern stolz ihren neuen Kindergarten zeigen, „das Haus ist einfach so gut geplant und gestaltet dass sich die Kinder schon am ersten Tag ausgekannt haben“, so die Leiterin, Connie Tolks. 

Die Ausstattung durch die Planer sei hochwertig, sie hätte am Ende eine persönlichen Wunsch gehabt und erfüllt bekommen, „und zwar im Eingangsbereich einen schönen Kronleuchter und einen roten Teppich für alle unsere Kronprinzen und Prinzessinnen, die täglich zu uns kommen“.

Michael Hudelist

Quelle: BGland24.de

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