Bücherwürmer und Leseratten:

Lesepaten sollen Lust auf Bücher wecken

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Aufmerksam verfolgen die Lesepat/inn/en Forschungsergebnisse rund um das Thema Lesekompetenz und nutzen die Möglichkeit zum Austausch.

Freilassing - Eine besondere Aktion fand in der Stadtbücherei: Eine Weiterbildung für Lesepaten. Wie wichtig Lesen für die kindliche Entwicklung ist, erklärte eine Pädagogin:

Eine ganze Reihe Büchermenschen traf sich am Freitagvormittag, 21. März,  in der Freilassinger Bücherei. Kein ungewöhnlicher Ort für Freunde des Lesens. Diese Runde liest aber nicht nur für sich, sondern auch besonders gerne für andere. Lesepaten gehen in Kindergärten, Horte, an Schulen oder lesen einfach so mit Begeisterung Kindern oder auch Erwachsenen vor. Wie nachhaltig sie damit Bildungschancen eröffnen, welche kognitiven, emotionalen und sozialen Kompetenzen sie fördern und wie man Vorleserunden ansprechen, gemütlich oder auch spannend gestalten kann, war das Thema an diesem Tag.

Katharina Theißig von KOKI referierte als Pädagogin und Sprachfördertrainerin bei dieser Weiterbildung für Lesepaten, die die Freiwilligenagentur Berchtesgadener Land in Kooperation mit der Stadtbücherei Freilassing stattfand.

Samson aus der Sesamstraße sitzt auf dem Sofa, der Drache Kokosnuss schaut aus dem Bücherregal und der Rabe Socke hockt auf dem Tresen. Alle drei sind niedlich und kuschelig, machen Lust sie zu nehmen und von ihren Abenteuern zu erfahren. Genau das ist auch ihre Aufgabe: Kinder Geschichten näher bringen, die Welt der Bücher kennenlernen und sie so an eine unserer wichtigsten Kulturtechniken heranführen.

Katharina Theißig vom Amt für Kinder, Jugend und Familie, hat Samson aus der Sesamstraße mitgebracht und sitzt am Freitagvormittag neben ihm auf dem Sofa. Sie referiert über die Bedeutung des Vorlesens für die kindliche Entwicklung und hat Tipps und Tricks zum Wecken der Leselust mit dabei. Ihre Zuhörer/innen, 14 Lesepatinnen und Lesepaten, hören interessiert zu. Es ist auch beeindruckend, zu hören, welchen zentralen Beitrag zu einer ganzheitlichen Erziehung das Vorlesen leistet. Entwicklungspsychologie und Medienpädagogik, so erfahren sie, belegen die Vorteile des Vorlesens. Je intensiver vorgelesen wird, ist zu hören, desto größer sei das Potential der Kinder. Erstaunen ist bei den Lesepaten zu bemerken, dass sich das nicht nur auf die Lesekompetenz bei den Kindern beziehen soll, sondern die Forscher/innen auch einen Zusammenhang mit körperlicher Aktivität und musisch-kreativen Tätigkeiten feststellen konnten.

Die Wichtigkeit von Lesepat/inn/en, die zu den Kindern in Kindergärten oder Horte kommen, betont Katharina Theißig in ihrem Vortrag ebenfalls. In jeder siebten Familie in Deutschland wird nicht vorgelesen. Sie betont daher, dass Eltern kontinuierlich neu für das Vorlesen begeistert und motiviert werden müssen. Eine Erkenntnis, die auch die Büchereien teilen. Sie sind daher Partner bei der Aktion Lesestart, die die Stiftung Lesen und das Bildungsministerium gemeinsam ins Leben gerufen haben. Kinder im Alter von drei Jahren und ihre Eltern erhalten in den örtlichen Bibliotheken ein Lesestart-Set. In dem leuchtend gelben Beutel sind Kinderbücher, die man kostenlos erhält.

Kindergärten oder auch Büchermenschen, wie die Lesepat/inn/en, können Eltern darauf ansprechen und die Möglichkeit geben, einen zentralen Ort des Lesens und Vorlesens kennenzulernen.  Lesepat/inn/en und Lesepaten berichten aus ihrer alltäglichen Erfahrung, dass sie selbst bei den Kindern sehr oft die Lust auf Bücher wecken können. Sie werden meist innerhalb von Wochen ein wichtiger Bestandteil im Kindergartenalltag. Sie schaffen zahlreiche Möglichkeiten, sich mit der Welt, mit Figuren, mit Situationen auseinanderzusetzen. Sie geben der Vorstellungskraft der Kinder Raum, können gemeinsam mit Sprache spielen, Abenteuer ersinnen und gleichzeitig ein Gefühl der Geborgenheit geben. Die Kinder werden ganz Ohr für das gesprochene Wort.

Wie sich die Forschung den optimalen Rahmen vorstellt, aber auch wie die Realität manches Mal aussieht, ist bei der Fortbildung ein Thema, ebenso wie die Bücherauswahl. Sie ist vielfältig, bietet für die ganz Kleinen mit Bilder- und Fühlbüchern bereits ein großes Spektrum, lässt ältere Kinder mit Fortsetzungsgeschichten in spannende Welten eintauchen und bietet für Leseanfänger/innen eine ganze Palette an kurzen, dennoch abwechslungsreichen Geschichten, die Erfolgserlebnisse bescheren und Lust auf mehr machen.

Wie sie mit den Kindern die Texte besprechen, Geschichten weiterspinnen und welche Erfahrungensie gesammelt haben, tauschten die Lesepat/inn/en mit der Referentin, sowie Susanne Aigner von der Freiwilligenagentur BGL, die auch als Erzieherin in der heilpädagogischen Tagesstätte arbeitet und der Büchereileiterin Edith Karnowski und ihrer Kollegin Claudia Still-Javier aus.

Pressemitteilung Landratsamt Berchtesgadener Land

Quelle: BGland24.de

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