DVO: Hoffnungs-Schimmer für Freilassing

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Freilassing - Die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer geplante Durchführungsverordnung für den Salzburger Flughafen bedeutet einen Hoffnungsschimmer für die geplagten Anwohner.

Da ist sich die Grüne/Bürgerliste Freilassing sicher. Gleichzeitig schrecke sie die Salzburger Politiker derart auf, dass diese sich zu unbesonnen verbalen Äußerungen hinreißen ließen, so Vorstandsmitglied Wolfgang Fieweger in einer Presseaussendung. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer soll anfänglich gar von einer „Kriegserklärung an Salzburg“ gesprochen haben und Bürgermeister Heinz Schaden sehe den Flughafen als wichtigste Verkehrsanbindung.

Auch die Salzburger Wirtschaft betonte am Mittwoch noch einmal, wie wichtig der Salzburger Flughafen sei, berichtet Bayernwelle Südost, sowohl auf Salzburger, als auch auf bayerischer Seite. Sie alle befürchten demnach, die Planungen Ramsauers könnte das Aus für den Flughafen bedeuten. Der soll allerdings bereits am Dienstag betont haben, dass es lediglich eine gerechte Aufteilung der Flüge geben solle. Von einer Existenzbedrohung für den Flughafen könne nicht die Rede sein.

Mittlerweile wird der Ton in der Diskussion wieder etwas ruhiger. In einer Radiosendung des ORF soll Haslauer gesagt haben, er wolle an den Verhandlungstisch zurück und die Hausaufgaben erledigen. „Der Anteil der Anflüge über den bayerischen Raum muss reduziert werden. Ich weiß nicht, warum das noch nicht gelungen ist", wird er im Reichenhaller Tagblatt zitiert. Die Grüne/Bürgerliste zeigt sich zufrieden mit dem Vorgehen des deutschen Verkehrsministers und erwartet von ihm in der Folge kein Einknicken bei weiteren Gesprächen.

"Die Belange der Bürger wurden viel zu lange ignoriert"

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Für die Freilassinger Stadträtin Elisabeth Hagenauer sind die ersten Salzburger Reaktionen völlig inakzeptabel. „Vor 23 Jahren habe ich mit dem Bund Naturschutz dem damaligen Landesrat Othmar Raus 4500 Unterschriften gegen den unzumutbaren Fluglärm übergeben“, berichtet Elisabeth Hagenauer. "Eine Beschränkung der Tagesbetriebszeiten, Entlastung am Wochenende und eine gerechtere Verteilung der Überflüge wurde damals sehr moderat gefordert." Weitere Protestnoten von Bürgern, Politikern und Verbänden folgten in den darauffolgenden Jahrzehnten, die Forderungen wurden auch entsprechend angepasst, so z. B. Ruhe an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht. Ein Flughafen sollte wie jeder andere lärmerzeugende Betrieb behandelt werden.

Viele Gespräche, Arbeitskreissitzungen im NUB (Nachbarschafts- und Umweltbeirat), der aufgrund der Unterschriften ins Leben gerufen wurde und auch die Jahrzehnte langen Diskussionen in der Fluglärmkommission führten zu wenig Konkretem. "Daher begrüßen wir diese Durchführungsverordnung, da viel zu lange die Belange der Bürger von den Verantwortlichen ignoriert wurden," so Hagenauer.

Betroffen ist man beidseits der Grenze

Wolfgang Fieweger will noch einmal klar stellen, dass es nicht ausschließlich um Freilassinger Interessen gehe, sondern alle Nordanlieger des Flughafens betroffen sind. Die Salzburger Anlieger seien sogar noch mehr betroffen vom Lärm, haben aber in ihrem Land keine signifikante Lobby. Es wäre auch von den Personalvertretern der Flughafenmitarbeiter sinnvoll gewesen, die Bedürfnisse der arbeitenden Bevölkerung, die sich keine Wohnungen im Süden der Mozartstadt leisten können, ernst zu nehmen.

Für die Freilassinger Grünen/Bürgerliste steht klar fest, dass die Bewohner ihre Region schützen und nicht dem Kommerz opfern wollen. "Lärm macht krank und Schadstoffe beeinflussen unsere Umwelt nachhaltig mit steigenden katastrophalen Wetterereignissen. Man muss auch hier vor Ort Entscheidungen zu Gunsten der kommenden Generationen treffen."

Pressemitteilung Grüne/Bürgerliste Freilassing/cz

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © pa

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