2,50 Meter breiter Weg: Was tun, wenn's brennt?

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Das Protestbanner der Albrechts am Huber-Jakl-Weg in Freilassing.
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Freilassing - Eine Straße, zu eng für die Feuerwehr? Anwohner protestieren: Ein geplantes Acht-Parteien-Haus dürfe dort deshalb erst gar nicht gebaut werden. Und: es geht auch ums Geld.

"Würdest Du eine Wohnung kaufen wollen, wo Du weißt, da kommt keine Feuerwehr hin?" Mit dieser Frage wollen Stefan und Julia Albrecht das Problem auf den Punkt bringen. Daher hängt am Grund der Albrechts nun ein Banner: "Sind Menschenleben unwichtig? Baugenehmigung ohne Feuerwehrzufahrt!"

Wo drückt der Schuh im Freilassinger Huber-Jakl-Weg? Ein Bauträger hat große Pläne für die kleine Straße: Ein altes, leerstehendes Gebäude soll abgerissen und durch ein Acht-Parteien-Haus ersetzt werden. Bisher säumen nur kleine Einfamilienhäuser den lediglich rund 2,50 Meter breiten Weg.

Zu eng und ohne Wendemöglichkeit?

Die Albrechts, wohnhaft direkt neben dem verplanten Grundstück, befürchten nun: Wenn ein größerer Rettungs- oder Feuerwehreinsatz in dem neuen Block nötig wird, ist die Straße zu eng. Und außerdem: Die Einsatzfahrzeuge hätten in der Sackgasse nicht mal eine Wendemöglichkeit: "Wir haben mit einem Rechtsanwalt und dem Kreisbrandrat gesprochen: Bei acht Wohneinheiten in einer Sackgasse bräuchte es für die Rettungsfahrzeuge eine Wendemöglichkeit. Dieser Bau hätte also gar nicht genehmigt werden dürfen", so die Albrechts.

Selbstverständlich ist auch der Stadt das Problem bewusst. Auf 4,50 Meter Breite sollte der Huber-Jakl-Weg daher wachsen - doch dafür bräuchte man Grund: "Schon vor vier Jahren ist eine Versammlung gemacht worden von der Stadt, ob die Anwohner deswegen was abgeben wollen, aber das wollte keiner. Und trotzdem hat die Stadt weitergeplant", schimpft Stefan Albrecht. Dank Straßenausbaubeitragssatzung müssten die Albrechts einen gehörigen Teil der Sanierungen mittragen - um die 50.000 Euro, wird befürchtet.

"Wenn's an den Geldbeutel geht, will das niemand"

Die ersten Kanalarbeiten laufen schon am (noch?) 2,50 Meter breiten Weg. Zur größeren Ansicht bitte hier klicken.

"Klar, kein Grundstückseigentümer will Beiträge zur Sanierung zahlen. Wenn's an den Geldbeutel geht, will das niemand", zeigt Ulrich Zeeb von der Stadt Freilassing durchaus Verständnis - dabei soll die Straße doch nur "schön hergerichtet" werden, wie Zeeb sagt. Auch Kanalarbeiten seien fällig: "Als Stadt sind wir verpflichtet, den Straßenbau dort zu Ende zu bringen."

Laut Stadt kein Problem für die Feuerwehr

Auch der Pressesprecher der Stadt weiß aber von den Problemen im Huber-Jakl-Weg: "Die Anwohner müssten dazu Grund abgeben, was sie nicht wollen." In welcher Größenordnung sich Anwohner wie die Albrechts an der Sanierung beteiligen müssten? Zeeb traut sich vorerst keine Schätzung zu. In einem Punkt ist er sich aber sicher: "Die Feuerwehr sieht dort keine Probleme. Die haben's probiert und konnten reinfahren in den Weg."

Geht es etwa doch "nur" ums Geld und einen störenden Neubau und nicht auch um "Menschenleben"? Wie auch immer: Von den Albrechts würde aus Sicherheitsgründen wohl niemand in den geplanten Neubau ziehen wollen. Und auch in der Stadt hat der Huber-Jakl-Weg inzwischen wohl eine gewisse Brisanz erlangt: Für Freitag wurde eigens ein Pressetermin im Rathaus angesetzt.

xe

Quelle: BGland24.de

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