Nach Pressekonferenz am Freitag

Ruperti-Bürgermeister beziehen Stellung gegen Schaden-Vorwürfe

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Landkreis/Salzburg - Es sei traurig, wie Salzburgs Bürgermeister Dr. Schaden mit der Problematik der Flugbewegungen umgeht, ist die einhellige Meinung der Bürgermeister Josef Flatscher, Hans Eschlberger und Bernhard Kern.

„Entweder hat er noch nicht verstanden oder er ignoriert einfach nur, was das Ziel der bayerischen Gemeinden Freilassing, Ainring und Saaldorf-Surheim sowie des Schutzverbandes Rupertiwinkel ist: eine gerechtere Verteilung der An- und Abflugrichtung. Nichts anderes ist unser Ziel, für das wir uns seit Jahren einsetzen. Wir wollen von den stark einseitigen Belastungen durch die Flugbewegungen wegkommen", so beginnen die Bürgermeister ihre Stellungnahme. 

Wie der ORF berichtet, sorgte Schaden am Freitag für eine neue Eskalation des Konflikts mit Bayern. Er warf Bayern vor, mit verzerrten und unhaltbaren Behauptungen Stimmung machen zu wollen."Bürgermeister Schaden bezieht sich in Pressemitteilungen und in einer Pressekonferenz am Freitag in seinen Ausführungen ausschließlich auf die berechneten Lärmwerte. Und da ist Salzburg selbstverständlich auch belastet, das haben wir noch nie bestritten."

Vor allem Einzel-Flugbewegungen gemeint

Sie meinten mit den Belastungen aber vor allem die einzelnen Flugbewegungen.Diese seien es, die die Bürger belasten. Da rund 90 % der Starts und Landungen nach und von Norden erfolgten, sei das gesamte Gebiet nördlich und westlich des Flughafens betroffen und somit auch Bayern. "Wir haben also noch nie behauptet, dass nur wir den Fluglärm abbekommen, wie es gerne von Bürgermeister Schaden kolportiert wird."

Bürgermeister Schaden werfe ihnen unter anderem eine verzerrte Darstellung der Situation vor. Aber er argumentiere einseitig: "Er spricht von weniger Flugbewegungen in 2016, vergisst aber dabei zu erwähnen, dass sich die Verteilung der Flugrichtung weiter verschlechtert hat, wie erst kürzlich in der deutsch/österreichischen Fluglärmkommission selbst vom Flughafen dargestellt wurde. Betrug im Jahr 2015 das Verhältnis der Verkehrsrichtung Nord:Süd 88:12, so war es 2016 mit 89:11 festzustellen."

"Kein guter Stil"

"Es ist kein guter Stil, wie Bürgermeister Schaden mit dieser Problematik und mit uns umgeht", so die Gemeindeoberhäupter. Selbst das Land Salzburg schüttele über seine momentanen Aktivitäten den Kopf. Landesrat und Flughafenaufsichtsrat Christian Stöckl mahnte ihn zu mehr Sachlichkeit.

"Denn endlich haben sich Deutschland und Österreich – und zwar auf höchster Ebene – zusammengesetzt, um Verbesserungen bezüglich einer gerechteren Verteilung zu erreichen", betonen die Bürgermeister. "Es wurde ein deutsch/österreichisch besetzter „Gemeinsamer Technischer Ausschuss“ gebildet, der Verbesserungsvorschläge erarbeiten muss." Über die Arbeit in diesem Ausschuss sei nach ihrem Kenntnistand Stillschweigen vereinbart worden. Erst wenn Ergebnisse vorliegen, sollen diese präsentiert werden.

"Umso verwunderlicher ist es, dass Bürgermeister Schaden, der nicht in diesem Ausschuss sitzt, jetzt bereits in den Medien mit Einzelheiten aus dem Ausschuss aufwartet", erklären die Ruperti-Bürgermeister. Außerdem seien seine Aussagen dabei unverständlich. "Warum dürfen im Süden von Salzburg nicht mehr Flugbewegungen stattfinden, wohl aber im Norden? Im Süden kann nicht gebaut werden, wohl aber im Norden? Sind die Menschen im Süden von Salzburg mehr wert als die Menschen im Norden?"

Schlecht für Nachbarschaft

Dies trage sicherlich nicht zu der auch von Bürgermeister Schaden immer wieder beschworenen guten Nachbarschaft mit den bayerischen Nachbarn bei. Gute Nachbarschaft heiße nicht nur die Gewinne, die der Flughafen mit sich bringe, zu nehmen und die Belastungen den Anderen zu überlassen.

"Nicht die deutsche Seite muss – wie Schaden fordert – „vom Gas runtergehen“ und zur Sachlichkeit zurückkehren, sondern er selbst!", schließt die Stellungnahme, "Warten wir doch ab, was der „Gemeinsame Technische Ausschuss“ erarbeitet, und machen nicht schon vorher dagegen Stimmung und verbreiten Panik!“

hs/Pressemeldung Stadt Freilassing

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © FMT-Pictures /CSU-OV Saaldorf-Surheim/Stadt Freilassing/Schlosser (Montage)

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