SPD: Zu wenig Barrierefreiheit am Bahnhof

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Heinrich Auerbach demonstriert Helmut Fürle und Tim Grünberg die Schwierigkeiten, die ein Bahnreisender mit dem Fahrrad am Freilassinger Bahnhof hat. (von rechts)

Freilassing - Eine Delegation des SPD-Ortsvereins verschaffte sich einen Überblick über die derzeitige Barrierefreiheit am ortsansässigen Bahnhof: Das Ergebnis ist ernüchternd.

Neben der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in Freilassing, beschäftigt sich der SPD-Ortsverein im Rahmen der Aktionsreihe „Gut und bezahlbar Wohnen“ auch mit der Wohnqualität in der Stadt. Aus diesem Grund nahmen die Genossen die Aktion "Barrierefreie Bahnhöfe?", die die Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv Bayern, Menschen mit Behinderung in der BayernSPD, ins Leben gerufen hat, zum Anlass um über die Situation am Freilassinger Bahnhof zu diskutieren. Bei einer Ortsbesichtigung machte sich eine Delegation des SPD-Ortsvereins ein Bild vom derzeitigen Zustand des Bahnhofs hinsichtlich Barrierefreiheit. Die Genossen waren sich einig, dass die derzeitige Situation ernüchternd und einer Stadt mit jahrzehntelanger Eisenbahntradition nicht würdig ist.

Problem 1: Bahnsteige nur über Treppen erreichbar

Als erste zu überwindende Hürde wurde der Zugang zu den einzelnen Bahnsteigen ausgemacht, die jeweils nur über Treppenstufen zu erreichen sind. „Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist das ohne fremde Hilfe schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit“, bedauerte der stellvertretende Landrat Helmut Fürle den derzeitigen Stand. Doch, dass auch bereits Radfahrer, die ihr Fahrrad mit in den Zug nehmen wollen, an ihre Grenzen stoßen, demonstrierte der ehemalige 3. Bürgermeister der Stadt Freilassing Heinrich Auerbach. (Foto) „Auf der österreichischen Seite findet man entlang der Bahnstrecke bis Bischofshofen keinen einzigen Haltepunkt ohne Aufzug, egal wie klein der Bahnhof ist. Dass bei einem Bahnknotenpunkt wie Freilassing hier noch nichts unternommen wurde, ärgert mich seit langem“, kritisierte Auerbach.

Problem 2: Höhenunterschied Zwischen Bahnsteig und Zug zu hoch

Der nächste Kritikpunkt, der deutlich wurde, ist die fehlende Höhe der Bahnsteige. „Selbst wenn die Reisenden das gewünschte Gleis erreicht haben, stehen viele vor der nächsten Schwierigkeit, in den Zug zu gelangen“, gab Helmut Fürle weiter zu bedenken. Aus seiner Erfahrung konnte hierbei Tim Grünberg berichten, der in Rosenheim arbeitet und regelmäßig mit der Bahn pendelt: „Ich werde oft von älteren Menschen gebeten, ihnen beim Ein- und Aussteigen behilflich zu sein. Doch auch insbesondere Frauen, die schweres Gepäck mit sich tragen, haben mit dem enormen Höhenunterschied zwischen Zug und Bahnsteig zu kämpfen.“ Zwar sei es für ihn eine Selbstverständlichkeit anderen Menschen zu helfen, dennoch dürfe es keinesfalls vorherrschender Standard sein, dass so viele Reisende auf die Hilfe anderer Fahrgäste angewiesen sind.

"In 10 Jahren soll Bayern komplett barrierefrei sein"

Die Freilassinger Genossen waren sich einig, dass ein barrierefreier Bahnhof nicht nur zu einer höheren Lebensqualität in der Stadt beitragen würde, sondern als absolute Notwendigkeit betrachtet werden müsse. Der derzeitige Zustand des Bahnhofs sei alles andere als zufriedenstellend und für eine Stadt wie Freilassing, die in ihrer Geschichte eng mit dem Eisenbahnverkehr verbunden ist, absolut inakzeptabel.

Ministerpräsident Horst Seehofer habe in seiner Regierungserklärung im November 2013 angekündigt, Bayern werde in zehn Jahren komplett barrierefrei sein. „ Es wird höchste Zeit, dass die Staatsregierung den großen Worten auch endlich Taten folgen lässt“, so die einhellige Meinung unter den Anwesenden.

Pressemitteilung SPD Freilassing

Quelle: BGland24.de

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