Fast 105.000 Entleihungen und 282 Veranstaltungen pro Jahr

Stadtbücherei: Zehn Euro Mahngebühren wirken

Freilassing - Fast 105.000 Bücher und andere Medien haben die Freilassinger im vergangenen Jahr in der Stadtbibliothek entliehen. Das zeigt der Tätigkeitsbericht, den die Leiterin der Bücherei Edith Karnowski jetzt im Hauptausschuss der Stadt vorgestellt hat.

Die Stadt lässt sich die Bücherei 162.000 Euro kosten, davon fast 78.000 Euro Personalkosten, der Rest in Höhe von 84.000 Euro entfällt auf „Unterhaltskosten und Bücherkauf“. Das dieser Betrag höher ist als die Personalkosten fiel den Mitgliedern des Hauptausschusses in ihrer Sitzung am Montag nicht weiter auf.

"Jetzt zeigt sich, es war der richtige Weg"

Vielmehr interessierte die Stadträte die Mahngebühren, für vier Wochen in Verzug immerhin satte zehn Euro, „ein hoher Wert, der aber wirkt und abschreckt“, so die Leiterin der Stadtbücherei, Edith Karnowski. In anderen Büchereien würden 50 Cent pro Tag verlangt, in Freilassing habe man mit zehn Euro für vier Wochen, sowie 20 Euro für acht Wochen sehr gute Erfahrungen gemacht. „Wir müssen uns nicht herumstreiten, die Leser sind eher aufgeregt wenn sie die Rückgabe des Buches vergessen haben“. Gottfried Schacherbauer als Vertreter der urlaubenden Bürgermeisters erinnerte daran, das dem Stadtrat bei der Entscheidung zehn Euro auch sehr hoch erschien, „aber jetzt zeigt sich, es war der richtige Weg, das Ziel ist erreicht“.

Die Kosten für die 1,5 Mitarbeiter betrugen 2018 rund 78.000 Euro, neben einer Vollzeitkraft ist eine Teilzeitkraft für sechs Stunden, sowie eine weitere für „15 Stunden und 12 Minuten“ angestellt, so zu lesen im Tätigkeitsbericht. Die Gesamtausgaben beziffert die Stadt mit 162.209 Euro, abzüglich den Personalkosten also rund 84.000 Euro - wofür genau beschreibt der Tätigkeitsbericht nicht, auf Nachfrage meint Hauptamtsleiterin Andrea Schenk, das seien Sachkosten und Unterhaltskosten. 

Die Bücherei neben der Mittelschule Freilassing ist Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, sowie samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Geschlossen sei die Bücherei nur 14 Tage in den Sommerferien, sowie an Fenstertagen wie zum Beispiel jetzt nach den Feiertagen am Donnerstag blieben die Räume Freitag und Samstag geschlossen.

Was machen Mitarbeiter am Vormittag?

Diese Frage bekommt die Leiterin immer wieder zu hören, „wir planen und bereiten Lesungen vor, sowie Ausstellungen und Führungen für interessierte Gruppen“. Vor allem Kindergärten und Schulen aus Freilassing und Saaldorf-Surheim machen von diesem Angebot reichlich Gebrauch, „wir kamen im vergangenen Jahr auf 282 Veranstaltungen an den Vormittagen“, gemeint sind also Besuche und Lesestunden für Kinder und Schüler. Daneben würden sogenannte Medienkisten für Lehrer zu allen Unterrichtsthemen zusammengestellt.

Für den Hauptausschuss hatte die Leiterin auch einen Vergleich der Bücherei in Freilassing mit ähnlich großen Städte vorbereitet. So hätten Kolbermoor mit 134.000 Entleihungen und Bruckmühl mit 122.000 zwar mehr als Freilassing mit knapp 105.000, dafür stünde dort mehr Personal zur Verfügung und damit auch höhere Personalkosten, zur Erinnerung, in Freilassing waren es knapp 78.000 Euro im Jahr 2018, in Bruckmühl knapp 110.000 Euro und in Kolbermoor gar 157.000 Euro.

Grünen-Stadtrat Wolfgang Hartmann fragte nach, ob denn das „Freilassing-Thema“ Eisenbahn auch in der Bücherei entsprechend nachgefragt werde. Karnowski enttäusche ihn, „die Eisenbahn ist in der Bücherei gar kein Thema“, aber es gebe immer wieder Lesungen in der Lokwelt und auch eine Kooperation.

hud

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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