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Streit um Steine statt Hecke in Freilassing geht weiter

Grüne fordern echte Pflanzen statt Steine, Bund Naturschutz: "Alibipflanzen"

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Freilassing - Dass eine Hecke am Ende der Hauptstraße durch Steine ersetzt wurde erregt nach wie vor einige Gemüter, im Stadtrat am Montagabend forderten die Grünen „die Schotterfläche zu entfernen und die Fläche stattdessen wieder zu bepflanzen“. Letzteres sei der Plan, so ein Sprecher der Stadt, es seien bereits Gräser und Blumen zwischen den Steinen gepflanzt, „diese brauchen jetzt halt Zeit zu wachsen“. Der Bund Naturschutz spricht von einer „Alibibepflanzung“.

Die Grünen begründen ihren Antrag mit dem Bayerischen Naturschutzgesetz, das Städte und Gemeinden verpflichtet, „all ihre Grundstücke im Sinne der Artenvielfalt zu bewirtschaften“, so Wolfgang Hartmann, Fraktionssprecher der Grünen im Stadtrat. „Diese Pflicht erstreckt sich auch auf sogenanntes Straßenbegleitgrün“. Er fordert, dass die Steine wieder entfernt werden und die Fläche an der Ecke Hauptstraße/Rupertusstraße wieder richtig bepflanzt wird, „und zwar nach den Kriterien des Arten- und Klimaschutzes“.

Naturschutz will keine Alibibepflanzung

Auch der Freilassinger Ortsverband des Naturschutzbundes hat inzwischen die Steine ins Visier genommen. „Anscheinend haben die Verantwortlichen für diese Maßnahme noch nicht begriffen, dass wir uns im Klimawandel und in einer beginnenden Heißzeit befinden“, schimpft Ortsvorsitzender Erich Prechtl. Gut gestaltete Grünflächen könnten die Temperaturen dämpfen, Sauerstoff erzeugen und Feinstaub binden. Felsen und Grobschotter hätten diese Eigenschaften nicht, heizten jedoch die Temperaturen an und wirkten abstoßend wenn man von Süden in die Hauptstraße geht. „Eine Alibibepflanzung mit fremdländischen Gräsern und bedauernswerten Blühpflanzen kann die Situation auch nicht mehr retten“, ist Prechtl überzeugt.

Die Stadtverwaltung bleibt bei ihrer Darstellung, die entfernte Hecke sei sinngemäß nur hässlich gewesen, das tiefliegende Wurzelwerk der unerwünschten und unterirdisch wuchernden Pflanzen hätten nicht vollständig entfernt werden können, ohne nicht auch die Wurzeln der naheliegenden Bäume zu beschädigen. „Deshalb wurde diese Bepflanzung bestmöglich entfernt und durch grobkörnige Steine, die aber farblich im Kontrast zur gepflasterten Fläche stehen, ersetzt“, so Bürgermeister Josef Flatscher. Mit dem Stadtplaner Martin Schirmer sei dies allerdings nicht abgesprochen gewesen räumte Flatscher auf Nachfrage im Stadtrat ein.

„Muss es denn aussehen wie ein Steinbruch?“

Im Internet scheiden sich auf diversen Facebook-Seiten ebenfalls die Geister, die Reaktionen reichen von „Muss es denn aussehen wie ein Steinbruch?“ und „Fast so schlimm wie diese Mauern und Gartenzäune, die mit Steinen gefüllt sind“ bis zu „Endlich mal eine ordentliche Sicht um den Verkehr vom Kreisverkehr kommend sehen zu können, ohne dass man schon halb in der Ausfahrt stehen muss“.

hud

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