Bücherei lebendig und am Wachsen

Freilassing - Bücher sind out? Niemand liest mehr? Ganz im Gegenteil, 2012 verzeichnete die Stadtbücherei 90.000 Ausleihen. Zudem hat sie jetzt ein facebook-Profil:

Warm leuchtet das Orange der Bücherei neben der Mittelschule in Freilassing. Keine Barrieren stehen im Weg, wenn man sich dem würfelförmigen Gebäude nähert. Leise gleiten, die automatischen Türen zur Seite. Zwei Frauen sitzen an einem der Tische. Kaffee dampft. Kinder kommen und zeigen die Schätze, die sie in den leicht zugänglichen Kästen entdeckt haben: Bilderbücher. Eines wird gleich vor Ort angesehen, die anderen wandern in den Korb zum mit nachhause nehmen. Ein Mädchen und ein Bub bauen eine Höhle aus den bunten Sitzwürfeln. Wenig später wird sie ein drittes Kind entdecken und mit einem Buch darin verschwinden. Am automatischen Ausleihgerät verbucht eine ältere Dame die Bücher und Zeitschriften, die sie mitnehmen möchte. Ein Ehepaar ist mit der Büchereimitarbeiterin im Gespräch über die Neuerscheinungen, die gerade eben gekommen sind und neu für das System erfasst werden. Ein ganz normaler Nachmittag in der Stadtbücherei Freilassing.

Ein lebendiger Ort ist die Bücherei. Keine Städte der Wissenschaft an der Ruhe für die Arbeitenden und gedämpftes Licht für die wertvollen Folianten herrschen muss, sondern ein heller Raum in dem Menschen, die Worte und Bücher lieben, sich Anregungen holen können, sich austauschen und es genießen können einfach und unkompliziert an das Kulturgut Buch heranzukommen. 90.458 Ausleihen waren es im Jahr 2012 genau.

Wie es dem Schwerpunkt der Stadtbücherei Freilassing entspricht, wurden mit gut 38.000 am meisten Kinder- und Jugendbücher ausgeliehen. Hörbücher sind auch sehr beliebt, die so genannte Schöne Literatur und die Sachbücher folgen in der Statistik. Zeitschriften und Zeitungen, erzählt Büchereileiterin Jana Linnemannstöns, werden auch gerne vor Ort gelesen. Die Aufsteller für die verschiedenen Magazine von Politik über Mode, Sport bis hin zum Computer, befinden sich auch direkt neben den Tischen des Lesecafes. Gegen einen kleinen Obolus kann man sich einen Kaffee aus dem Automaten holen und dann vertiefen – sei es ins gedruckte Wort oder ins Gespräch mit anderen Lesefreudigen. Immer mehr Nutzerinnen und Nutzer schätzen es eine Weile vor Ort zu bleiben.

Das Büchereiteam berät gerne, bestellt Bücher vor, gibt Lesetipps und freut sich, wenn diese auch wirklich gefallen. Die Bücherei ist an sechs Tagen in der Woche für die Leserinnen und Leser geöffnet. Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und am Samstag von 9 bis 14 Uhr kann geschmöckert und ausgeliehen werden. Aber auch an den Vormittagen ist viel Betrieb in der Bücherei. Das Team legt größten Wert auf die Leseförderung. Entsprechend sind insbesondere Klassen aus der Mittelschule und der Grundschule, die gleich nebenan liegen, häufig zu Gast.

Aber auch die Kindergärten, sowohl städtisch, als auch kirchlich oder unter privater Trägerschaft, kommen und lassen die Kinder bibfit werden. An manchen Tagen sind es fünf bis sechs Klassen, die von den Büchereimitarbeiterinnnen betreut und mit viel Wissen und Spaß an das Medium Buch herangeführt werden. Im Laufe des Jahres sorgt das Team noch für eine Vielzahl an Veranstaltungen für alle Altersklassen. War in der Vorweihnachtszeit das Basteln am Samstagvormittag sicherlich ein Höhepunkt, so kamen im Sommer die kleinen und großen Fans von Indianergeschichten am Indianertag auf ihre Kosten. Zählt man die Besuche der Schulklassen an den Vormittagen nicht mit, dann hat die Stadtbücherei im Jahr 2012 etwa 50 eigene Veranstaltungen angeboten. Die ansprechenden Räume werden aber beispielsweise auch von der Vhs genutzt, die hier einen Literaturcafe anbietet oder die Schreibwerkstatt des KONTAKT war zu Gast.

Neben den Räumen an der Martin-Luther-Straße ist die Stadtbücherei auch im virtuellen Raum zuhause. Sie hat neben der Homepage mit Online-Katalog auch ihre eigene Facebook-Seite http://www.facebook.com/ Stadtbuecherei. Freilassing. Damit ist das rührige Büchereiteam aber noch lange nicht am Ende. Auch für 2013 haben die Büchereifrauen schon wieder viele Ideen.

Jetzt im Winter überlegen sie, wie sie ab dem Frühjahr den Lesegarten so gestalten können, dass er ein gemütlicher Aufenthaltsort für Groß und Klein wird. Anregungen von neuen ebenso wie von treuen Leserinnen und Lesern nehmen sie hierfür ebenso gern entgegen, wie für Bücherwünsche, denn nach wie vor werden die Bestände der Stadtbücherei ausgebaut. 21.450 Medien waren es zum Jahresende und diese 100.000-mal im Jahr auszuleihen, ist ein Ziel an dem das Team gern arbeitet.

Pressemitteilung Stadtbücherei Freilassing

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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