Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandid für Fridolfing

18 Fragen an Johann Schild (SPD)

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Der amtierende Bürgermeister und einzige Kandidat für Fridolfing: Johann Schild(SPD).

Fridolfing - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Fridolfing wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen den Kandidaten vor: Johann Schild (SPD).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Johann Schild


2. Partei

SPD

3. Alter

60 Jahre

4. Wohnort

seit Geburt Fridolfing

5. Geburtsort

Fridolfing

6. Familienstand

Verheiratet

7. Kinder

3 Kinder

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • 1996 bis 2002 Mitglied im Gemeinderat von Fridolfing 
  • Seit 2002 1. Bürgermeister der Gemeinde Fridolfing 
  • Seit 1996 Mitglied des Kreistages und dort stellvertr. Fraktionsvorsitzender der SPD Als Kreisrat tätig im Kreisausschuss, Haushaltsausschuss und in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft
  • Stellvertr. Vorsitzender des regionalen Planungsverbands der Region 18 und Vorstandsmitglied des Chiemgau Tourismus e. V. 
  • Außerdem Vorsitzender des Schulverbands Salzachtal und als Träger verantwortlich für die Salzachklinik Fridolfing 
  • Ortsvorsitzender der SPD in Fridolfing 
  • AOK Beiratsmitglied 
  • Mitglied im Verbandsausschuss der Achengruppe 
  • Als Bürgermeister bin ich mitverantwortlich für die Geschicke der Salzachklinik Fridolfing. (Gemeinde Fridolfing ist Träger der Salzachklinik)

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

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10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Fridolfing ist eine lebens- und liebenswerte Gemeinde. Ich bin hier aufgewachsen und mit meiner Heimatgemeinde fest verwurzelt. Ich bin seit 18 Jahren Bürgermeister von Fridolfing. Dieses Amt ist für mich eine große Ehre und ich übe es gern und mit Freude aus. 

Fridolfing verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und mittelständische Gewerbebetriebe. Angefangen von Krankenhaus, Schule, Kindergärten über den schönen Fridolfinger See bis hin zu den zahlreichen Vereinen und den örtlichen Geschäften des täglichen Lebens: In Fridolfing ist alles vor Ort, was Jung und Alt beste Lebensqualität schenkt.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Gemeinsam mit dem Gemeinderat sowie den Bürgerinnen und Bürgern wurde in den letzten 18 Jahren viel erreicht. Ich selbst bin nach dieser langen Zeit immer noch motiviert, zielstrebig und vorausschauend Verantwortung zu übernehmen und möchte mich auch weiterhin tatkräftig für Fridolfing einsetzen. Ich möchte wie bisher beitragen für...:

  • ein liebens- und lebenswertes Fridolfing 
  • ein Für- und Miteinander in der Gemeinde 
  • eine familienfreundliche Politik für Jung und Alt

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Mit zahlreichen An-, Um- und Neubaumaßnahmen haben wir das Angebot für unsere Bevölkerung weiter verbessert. Als Beispiel möchte ich hier den Neubau an der Salzachklinik oder den Anbau von Krippenräumen an beiden Kindergärten erwähnen. 

Um in Fridolfing bezahlbaren Wohnraum für jede Lebenssituation der Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, wurden im Rahmen des Kommunalen Wohnungsbaus drei Gebäude mit insgesamt 28 Wohnungen und im Projekt Generationenwohnen weitere drei Gebäude mit 27 Wohnungen errichtet. Außerdem haben wir mit der Ausweisung von zwei Baugebieten für einheimische Familien die Möglichkeit geschaffen, ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. 

Mit der Neugestaltung des Dorfplatzes haben wir nun wieder einen neu belebten Dorfmittelpunkt, in dem sich was rührt.

Mit neuen Fahrzeugen und moderner technischer Ausstattung haben wir unsere beiden Ortsfeuerwehren bestens dafür gerüstet, im Ernstfall den Bürgerinnen und Bürgern in allen Notlagen helfen zu können. 

Im sozialen Bereich sind wir mit der Bürgerhilfsstelle, dem Sozialfonds, der freien Jugendarbeit, den beauftragten für Familien, Jugend, Behinderte und Senioren sowie den Senioren-Teams und einem 150.000,-- Euro-Familienförderprogramm bestens aufgestellt.

Im Rahmen dieses Familienförderprogramms erhalten Familien z. B. zur Geburt und zur Einschulung eines Kindes jeweils eine Zuwendung in Höhe von 300,-- Euro. 

Initiiert wurden weiter ein Gesamtprojekt zur CO 2- Einsparung und eine Energiesparförderrichtlinie mit der Energiesparmaßnahmen der Bürger gefördert werden. Außerdem beteiligt sich Fridolfing federführend am Pilotprojekt des Landkreises „Naturnahes Grün“. Die Küche der Salzachklinik, die neben den Patienten auch die Kindergärten und die Offene Ganztagsschule beliefert, setzt auf regionale Küche und aufgrund einer freiwilligen Selbstverpflichtung werden dort 20 % des Lebensmittel-Budgets „biozertifiziert“ bezogen. Mit den umliegenden Kommune sind wir über die Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel, LAG Traun Alz Salzach (LEADER), ILE (Integrierte Ländliche Entwicklung), das Digitale Alpendorf und das Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel eng vernetzt.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Als große kommunale Herausforderung sehe ich, als Gemeinde die Balance zu halten zwischen notwendigen Bau- und Versiegelungsmaßnahmen (Straßen- und Wohnungsbau) und den Anforderungen des reduzierten Flächenverbrauchs sowie des Umwelt- und Naturschutzes, die mir persönlich sehr wichtig sind. 

Im Rahmen des Gesamtprojekts CO 2 - Einsparung haben wir mit dem Gemeinderat beschlossen, die gemeindlichen Gebäude ab 2025 klimaneutral zu bewirtschaften und Neubaumaßnahmen sofern möglich mit ökologischen und regionalen Baustoffen durchzuführen. Diese selbstgesteckten Ziele möchten wir für Fridolfing erreichen.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Im Alter in seiner Heimatgemeinde bleiben zu können, zentral, wo die meisten Einrichtungen wie Geschäfte, Arzt, Krankenhaus, Kirche etc. gut erreichbar sind, das ist das Ziel unsers Projekts „Wohnen im Alter“. Hierzu haben wir 2019 im Ortskern die erforderlichen Grundstücke erworben. Dort sollen in den nächsten Jahren mit Servicewohnen, Tagespflege, Kurzzeitpflege und einem Pflegeheim auch für Demenzerkrankte für die individuellen Bedürfnisse der Fridolfinger Senioren vorgesorgt werden. 
  • Neugestaltung der Gemeindewiese am Maibaum. In diesem Bereich werden das „alte Rathaus“ und der bisherige Bauhof sowie der Jugendtreff abgerissen. Hier werden zwei neue Gebäude errichtet, in denen die Musikkapelle, die Bücherei, die Fotofreunde, die Arbeiterwohlfahrt, der Kultur- und Heimatverein sowie der Burschen- und Arbeiterverein sowie die Kletterer ihre Heimat finden werden. Der Platz davor wird für Fest und Veranstaltungen entsprechend ausgestattet. 
  • Die Salzachklinik Fridolfing, mit seiner mehr als 135jährigen Geschichte, und den zwei Abteilungen Innere Medizin und Chirurgie ist deutschlandweit das einzige Krankenhaus in der Trägerschaft einer Gemeinde. In der kleinen Einheit von 45 Betten steht der Mensch noch im Mittelpunkt. Trotz seiner Größe verfügt unsere Salzachklinik über eine hervorragende medizinische Ausstattung. Auf all das sind wir stolz. Auch in Zukunft werden wir den Gesundheitsstandort Fridolfing stärken und weiter ausbauen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Mit den Baumaßnahmen im Rahmen des Kommunalen Wohnungsbaus, des Generationenwohnen und der Ausweisung der Baugebiet (sh. Nr. 12) haben wir schon viel erreicht. In Zukunft werden für den Kommunalen Wohnungsbau fortführen, innerorts Freiflächen noch besser nutzen aber auch flächensparende Baugebiete für Einheimische ausweisen. Denn vor allem die jungen Menschen sollen eine Zukunftsperspektive in ihrem Heimatort haben, in dem sie verwurzelt sind.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Unsere Erde für die nachfolgenden Generationen zu bewahren ist eine der wichtigsten Aufgaben und dazu gehört vorrangig der Klima- und Umweltschutz. Mit dem Fridolfinger Gesamtprojekt CO2-Ensparung (sh. Nr. 13) und den darin formulierten Zielen sind wir auf dem richtigen Weg. Diese gilt es, in den kommenden Jahren umzusetzen. 

Nachhaltige Beschaffung ist auch für uns als Kommune ein zentrales Thema. Wir sind Mitglied im „Digitalen Alpendorf“ wo derzeit gemeinsam Nachhaltigkeitslisten erarbeitet werden, an denen wir uns beim kommunalen Einkauf orientieren.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Unsere landwirtschaftlichen Betriebe und ihre Familien haben unsere Kultur und Heimat über Jahrhunderte positiv geprägt. Die Landwirtschaft ist enormen Druck ausgesetzt. Veränderung in Richtung Tierwohl und ökologische Betriebsführung wird notwendig sein, aber bei all der Diskussion ist es wichtig, die Bevölkerung nicht zu spalten. Unsere Bauern produzieren egal ob in konventioneller oder ökologischer Landwirtschaft unsere Lebensmittel (Mittel zum Leben!) und für diese Produktion brauchen sie eine wirtschaftliche Grundlage. Diese zu erarbeiten geht zur gemeinsam: Landwirt und Konsument. Heimische Produkte müssen auch im kommunalen Bereich Verwendung finden. Darum bemühen wir uns z. B. mit der regionalen Küche in der Salzachklinik oder in dem kürzlich in der Postfiliale der Gemeinde eröffneten „Genuss-Laderl“.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Dass wir in einer Demokratie leben und wählen gehen dürfen, ist ein Privileg, das den Menschen in vielen Ländern dieser Welt verwehrt ist. Auch wenn Ansichten und Meinungen unterschiedlich sein können, darf die Wortwahl nie beleidigend, rechtradikal oder verletzend sein. Das Recht auf freie Meinungsäußerung, eine politisch faire Diskussion und ein Mitbestimmen der Bevölkerung mittels demokratischer Vertreter tragen wesentlich zum Frieden bei. Mit der Teilnahme an den Wahlen zeigen wir, dass wir unsere demokratischen Rechte wertschätzen, deshalb bitte ich alle, zur Wahl zu gehen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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