200 Zuhörer waren in Pietling

Info-Veranstaltung der BIENE e.V. zu Geothermie mit großem Zuspruch

Tengling/Pietling - Am Freitag, dem 31. Januar füllten knapp 200 Zuhörer den Saal im Gasthof Gruber in Pietling bis auf den letzten Platz, als Biene-Sprecher Ingo Tönnesmann über Chancen und Risiken der Geothermie in Südostoberbayern referierte.

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Unterstützung bekam er dabei vom Bundesvorsitzenden des Verbandes der Bürgerinitiativen Werner Müller, der extra aus Landau/Südpfalz angereist war. 

Tönnesmann und Müller gehen nun gemeinsam auf Informationstournee. „Die NICE TO MEET YOU“- Tour der BIENE e.V. soll den Bürgern Informationen liefern, die ihnen die zuständigen Behörden und Gemeinden bisher vorenthalten. Bei der Veranstaltung am Freitag, zu der alle Gemeindeverwaltungen eingeladen waren, fehlte erneut der komplette Gemeinderat der Gemeinde Taching, der die Veranstaltungen der BIENE e.V. boykottiert mit der offiziellen Begründung, die BIENE würde schließlich auch nicht an Sitzungen des Gemeinderates teilnehmen. 


Tönnesmann zeigte sich davon unbeeindruckt und konnte von der anwesenden Lokalpolitik immerhin die Herren Bürgermeister Birner und Kreisrat Dr. Hüller aus Kirchanschöring begrüßen. Dr. Hüller, der seit 40 Jahren in der Lokalpolitik tätig ist, schloss sich den Forderungen der BIENE e.V. vollständig an. Tönnesmann hatte in seinen Ausführungen unter anderen die rechtlichen und technischen Aspekte bei Geothermievorhaben beleuchtet. „Wenn Erdwärme bei einem vernichtend niedrigen Wirkungsgrad von 6% verstromt wird, fallen 94% verfahrenstechnisch bedingt als Abwärme an. Wenn diese Abwärme nicht genutzt wird, sondern das Klima aufheizen soll, so ist das glatter Rechtsbruch und weder mit den Bestimmungen des Bergrechts noch anderer Rechtsgebiete vereinbar“, sagt Tönnesmann unter Hinweis auf das Bundesberggesetz. Auch die Europäische Kommission, die erst kürzlich mit dem sog. Green Deal Maßstäbe für den Klimaschutz gesetzt hatte, sollte sich nach Tönnesmann unbedingt mit dem Thema beschäftigen. „Wir haben die schon angeschrieben“, sagt Tönnesmann. Schließlich kosten die in Südostoberbayern geplanten und ausschließlich auf Stromerzeugung ausgelegten Geothermieprojekte den Steuerzahler fast 2 Milliarden Euro. Eine Förderung klimaschädlicher Projekte auf Kosten des Steuerzahlers, nach Tönnesmann dem Bürger unzumutbar und völlig verfehlt. „Auf der anderen Seite gibt es aber auch positive Projektbeispiele“, sagt Tönnesmann unter Hinweis auf einen Bericht der Süddeutschen Zeitung vom 29. Januar ausdrücklich. Danach hätten die Stadtwerke München zwei Geothermie-Kraftwerke im Münchener Umland gekauft, um deren Abwärme im Münchener Wärmenetz zu nutzen. „So geht Geothermie“, sagt Tönnesmann, der die Bohrungen in Kirchstockach, Dürrnhaar und Taufkirchen seinerzeit als Leiter des Bergamtes genehmigt hatte. „Wärmenutzung ist das A und O. Nur hier kann CO2 eingespart werden, wenn z.B. alte Ölheizungen durch Fernwärme ersetzt werden. Die reine Stromerzeugung in ORC-Anlagen ist dagegen umweltpolitischer Irrsinn und gehört verboten“, ergänzt der Sprecher. 

Werner Müller berichtete über eine Vielzahl von Erdbeben im Raum Landau/Südpfalz und Insheim. Zahlreiche Gebäudeschäden seien auf Beben zurückzuführen, die ohne jeden Zweifel den dortigen Geothermieprojekten zuzuordnen seien. 

Nach den Referaten hatten die vielen Zuhörer Gelegenheit Fragen zu stellen. Eine hitzige Diskussion entwickelte sich, als ein Zuhörer ganz gezielt fragte, ob nicht jemand anwesend sei, der ein eigenes Geothermiekraftwerk besäße. Und tatsächlich war Wolfgang Geisinger aus Unterhaching wohl kaum „zufällig“ anwesend und konnte über seine ausschließlich positiven Erfahrungen mit dem Geothermiekraftwerk in Unterhaching berichten. Geisinger ist Geschäftsführer der dortigen Kraftwerksgesellschaft. „Ein Schuft, der Böses dabei denkt“, meinte Tönnesmann dazu süffisant. „Wir arbeiten ohne Machenschaften und zwar hart am Gesetz. Da kann uns nichts passieren“, sagt der Sprecher abschließend. 

Die NICE TO MEET YOU Tour der BIENE e.V. wird am 6. Februar in Sondermoning fortgesetzt. „Wir freuen uns schon und sind gespannt, welche Störaktionen uns dort erwarten“, meint Tönnesmann gelassen. Die Info-Veranstaltung der BIENE im Landgasthof Zenz zu Sondermoning beginnt am 6. Februar, um 19 Uhr. Alle Bürger sind herzlich willkommen.

Pressemeldung der Biene e.V.

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