Umkämpfte Projekte in Chiemgau und Rupertiwinkel

"Die Menschen werden verunsichert": Interview mit Geothermie-Berater

Geothermiekraftwerk Landau
+
Geothermiekraftwerk

Fridolfing - Michael Braun ist Geschäftsführer einer englischen Beratungsgesellschaft im Bereich der Erneuerbare Energien, welche sich u.a. auf die Strukturierung von Projektfinanzierungen in der Tiefengeothermie spezialisiert hat. Der frühere Rechtsanwalt hat seit 2012 über zwei Dutzend Geothermievorhaben beratend begleitet und berät derzeit u.a. Entwickler von Geothermievorhabes im Chiemgau. Bei der Informationsveranstaltung der Biene e.V. am Freitag (31. Januar) in Fridolfing war er zu Gast. chiemgau24.de sprach mit ihm.

chiemgau24.de: Herr Braun, was verschlägt Sie ins Chiemgau und vor allem zu einer Veranstaltung der Biene e.V.?


Braun: Ich bin mit meiner Frau, die aus der Nähe von Traunstein stammt, öfters in der Gegend unterwegs. In Verbindung mit denProjekten der von uns beratenen Entwickler, verfüge ich naturgemäß über eine große Neugier im Hinblick auf Entwicklungen in der Geothermie.

chiemgau24.de: Was ist Ihr Eindruck von der Veranstaltung?


Braun: Ich bin zwiegespalten. Einerseits war ich davon überrascht, mit welchem Interesse die Besucher der Veranstaltung das Thema Geothermie verfolgen. Andererseits war ich besorgt darüber, was von den Referenten teilweise erzählt wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob viele der Informationen, die nicht oder nicht ganz den Tatsachen entsprachen, bewusst falsch dargestellt wurden oder dies nur aus Unwissenheit erfolgte. Gehen wir mal im Sinne des juristischen „in dubio pro reo“-Grundsatzes davon aus, dass es Unwissenheit oder Unkenntnis der Materie war.

chiemgau24.de: Wieso Unkenntnis? Schließlich ist der Vorsitzende der "Biene", Ingo Tönnesmann, ehemaliger Leiter des Bayerischen Bergamtes.

Braun: Genau darum. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein ehemaliger Leiter des Bergamtes, der selbst ja sehr viele Geothermievorhaben in Bayern genehmigt und auf den Weg gebracht hat, sich bewusst gegen seine ehemaligen Kollegen und die Genehmigungsbehörden in Bayern stellt. Denn wenn man die Schreckensszenarien anhört, die Herr Tönnesmann beschreibt, insbesondere was Havarien beim Bohren, Umweltschäden durch Abwärme und besonders die Gefährdung des Grundwassers betrifft, so könnte man meinen, dass die Verantwortlichen beim Bergamt, der unteren Naturschutzbehörde oder gar das Wasserwirtschaftsamt nicht wissen was sie tun. Das Gegenteil aber ist der Fall! 

Meine Erfahrungen im Rahmen von 26 Geothermieprojekten, die wir bundesweit seit 2012 beraten haben ist, sind völlig anders. Um ein Geothermieprojekt überhaupt genehmigt zu bekommen, muss ein Projekt höchsten gesetzlichen Anforderungen des Berg-, Wasser-, Emissions- und Baurechts entsprechen. Wenn ich mich nicht irre, ist Herr Tönnesmann seit fast zehn Jahren nicht mehr Leiter des Bergamtes. Die Tiefengeothermie ist in dieser Zeit in jeglicher Hinsicht ihren Kinderschuhen entwachsen.

chiemgau24.de: Was heißt das konkret?

Braun: Nehmen Sie doch das Grundwasser. Es gibt im Bereich des Süddeutschen Molassebecken, das sich von Linz bis zum Bodensee erstreckt, knapp 100 geothermale Bohrungen. Über die Hälfte davon betreffen Geothermieprojekte in Bayern, der Rest verteilt sich auf Baden Württemberg und Österreich, wobei auch Bohrungen für Badezwecke zur therapeutischen Anwendung, beispielsweise in Bad Füssing, Erding oder Bad Saulgau in Baden-Württemberg, beinhaltet sind. Bei keiner dieser Bohrungen sind Grundwasserverseuchungen oder sonstige Beeinträchtigungen erfolgt. 

Ebenso gibt es in Bayern knapp 1.000 Trinkwasserbohrungen welche ebenfalls keine Verunreinigungen verursachten. Bis auf den von Herrn Tönnessmann geschilderten Fall der fehlgegangenen Bohrung bei den Siemenswerken hat es meines Wissens nach keine Verwirklichung der von ihm beschriebenen Schreckensszenarien gegeben, denn die Auflagen sind extrem streng. Und das Thermalwasser der Geothermieanlagen steht auf dem selben Rang wie Trinkwasser, das heißt es gelten auch für Geothermiebohrungen die strengen Regeln des gehobenen Wasserrechts.

chiemgau24.de: Soll das heißen, das sind alles nur Hirngespinste?

Braun: Nein, es sind keine Hirngespinste, sondern Szenarien, die im Bereich des theoretischen Risikos liegen, ebenso wie das Risiko beim Überqueren der Straße vom Auto überfahren und gleichzeitig vom Blitz getroffen zu werden. Menschen können versagen. Natürlich kann es theoretisch passieren, dass beim Setzen von Standrohren – auch Schutzrohre genannt – zum Durchteufen der Grundwasser führenden Schichten, Fehler passieren. Aber die Statistik spricht eine andere Sprache. Und sollte tatsächlich etwas passieren, so sind gibt es einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Schadensabwehr. Darüberhinaus sind die Betreiber heutzutage durch entsprechende Betriebshaftpflichtversicherungen mehr als gut abgesichert. Das gilt nicht nur für Brunnenbohrungen, sondern auch für das Thema Erdbeben.

chiemgau24.de: Die "Biene" behauptet, durch Geothermiebohrungen würden Erdbeben hervorgerufen werden. Ist das richtig?

Braun: Die "Biene" verunsichert die Menschen beim Thema Erdbeben. Grundsätzlich gilt, dass es, im Alpenraum und noch viel mehr im Rheingraben, dauernd sogenannte Mikrobeben gibt. Dies liegt in der Geologie begründet und tritt auch in Regionen auf, in denen es gar keine Geothermieanlagen gibt. Die Beben haben aber eine derartig geringe Amplitude, dass sie von Menschen meistens überhaupt nicht wahrgenommen werden. Solche Mikrobeben können aber natürlich auch durch Geothermie hervorgerufen werden. Das kann passieren, wenn sich bei der Reinjektion des Thermalwasser zu hoher Druck aufbaut, der im Untergrund zu Spannungen führt und diese sich schlagartig entladen. Um dies zu verhindern, werden die Druckverhältnisse im Reservoir fortlaufend überwacht. Das Bergamt kontrolliert penibel, wieviel Wasser entnommen und reinjeziert werden darf – hier wurde auch aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Heute sind die Vorschriften viel strenger als noch vor 10 Jahren. Denn alles, was entnommen wird, muss wieder reinjeziert werden. 

Nehmen Sie das Kraftwerk in Traunreut als Beispiel: Die Produktionsbohrung liefert 208 Liter pro Sekunde. Dies ist die ergiebigste Förderbohrung in ganz Deutschland. Das Bergamt hatte aber nur 165 Liter pro Sekunde bewilligt, um im Hinblick auf seismische Ereignisse auf Nummer sicher zu gehen. Bislang ist meines Wissens nach auch kein seismisches Beben von Traunreut vorgefallen. Aber als Bewohner des südlichen Raums von München, wo es mit Grünwald, Pullach und Sauerlach, zahlreiche Geothermieanlagen gibt, kann ich Ihnen versichern, dass es in den vergangenen zehn Jahren keinerlei seismische Ereignisse im spürbaren Bereich gegeben hat, die auf Geothermieanlagen zurückzuführen sind.

chiemgau24.de: Wenn das so harmlos ist, warum braucht man dann das seismische Überwachungsnetzwerk im Großraum München?

Braun: Das Überwachungsnetz ist eine freiwillige Maßnahme der Betreiber. Weil die Betreiber über ein Frühwarnsystem reagieren können wollen, falls sich doch seismische Ereignisse ankündigen, egal ob natürlich oder durch Geothermie. Die Versicherer der Betreiber befürworten dies, weil sie daher, wie im Rheingraben aber auch in Poing geschehen, angebliche Schäden genauer nachvollziehen können.

chiemgau24.de: Einer der Hauptvorwürfe der "Biene" gilt der Verstromung des Thermalwassers, welche als Energieverschwendung bezeichnet wird. Wie sehen Sie das?

Braun: Ich sehe das wesentlich differenzierter. Zutreffend ist sicherlich, dass der Wirkungsgrad einer Anlage,welche für die Stromerzeugung zuständig ist, verhältnismäßig gering ist. Der Wirkungsgrad eines -Kraftwerks liegt heute jedoch deutlich über den Werten, welche noch zur Amtszeit von Herrn Tönnesmann galten, denn die Technologie hat sich weiterentwickelt. Auch wenn die thermodynamischen Grundsätze des Herrn Carnot auch weiterhin gelten und gewisse Limitationen nach sich ziehen, so konnte die Effizienz von diesen Anlagen – beispielsweise durch Verbesserung der Kühlung, der Turbinen sowie durch niedrige Siedepunkte der Arbeitsmedien in den vergangenen Jahren deutlich verbessert werden. Der Wirkungsgrad einer Anlage hängt maßgeblich von der anliegenden Temperatur und Flussrate pro Sekunde ab. Je höher diese Werte sind, desto größer ist der Wirkungsgrad. Selbst in Niedrigtemperaturfeldern wie im Chiemgau liegt der Wirkungsgrad der Anlagen dort meist über zwölf Prozent und damit deutlich höher als von der "Biene" behauptet. Aber letztlich ist der Wirkungsgrad nicht entscheidend.

chiemgau24.de: Wieso nicht?

Braun: Weil wir bei Geothermie im Gegensatz zu Solar- oder Windkraftanlagen von einer grundlastfähigen Energieform sprechen. Klar wäre es wünschenswert, wenn eine ORC-Anlage den Wirkungsgrad einer Windturbine hätte. Aber das Weniger an Wirkungsgrad wird durch das Mehr an Verfügbarkeit ausgeglichen. Bei Geothermieanlagen kalkuliert man mit einer Verfügbarkeit von 95 Prozent, das heißt etwa 8.300 Betriebsstunden pro Jahr. Die von allen Betreibern gewünschte Kraft-Wärme-Kopplung verbessert die Energiebilanz der Geothermie deutlich. Denn im Sommer werden durchschnittlich nur ein Viertel der vorhandenen Energie benötigt. ein Bruchteil der vorhandenen geothermalen Energie für Wärme ausgekoppelt. Die verbleiende Energie nicht zu nutzen, das wäre wirklich eine Energieverschwendung. Dies ist übrigens der Grund, warum die Gemeinden Grünwald und Holzkirchen ihre zunächst als reine Wärmeprojekte geplanten Geothermieanlagen mit Kraftwerken ausgerüstet haben. Darüber hinaus ist es so, dass es zumindest bei nicht gemeindlichen Geothermieprojekten ohne Stromproduktion keine Wärmeproduktion gibt.

chiemgau24.de: Wieso ist das Ihrer Meinung so? Dies steht ja im völligen Gegensatz zur Zielsetzung der "Biene", welche die geothermale Stromproduktion verbieten lassen möchte.

Braun: Ja, und das ist auch mein größter Kritikpunkt an den Aussagen der "Biene". Die Bürger werden über die Notwendigkeit der Stromproduktion getäuscht. Diese ist aus mehreren Gründen unabdingbar. Die Erschließung der Grundwasserleitern Teufen von 4.000 bis 5.000 Meter Tiefe, so tief liegt der Malm im Chiemgau, ist sehr teuer. Die Gemeinden sind zu klein, sich Bohrungen zu leisten, die pro Bohrung mit zehn Millionen Euro und mehr zu Buche schlagen. Es kann doch wirklich nicht angehen, dass sich nur die reichen Gemeinden im Speckgürtel von München Versorgungssicherheit bei Strom und Wärmeversorgung leisten können und die weniger wohlhabenden Gemeinden in die Röhre schauen?

Infrastrukturfonds, wie es sie in München, Hamburg, , London oder anderen Städten zu Hauf gibt, haben zwar die Finanzkraft, sich Projekte mit Investitionskosten von bis zu 100 Millionen Euro und mehr zu leisten, können aber nur investieren, wenn die Rendite stimmt. Viele der Investoren, mit denen wir zu tun haben, verwalten und investieren Gelder von Pensionskassen. Deren Investoren, Versicherungen und Rentenkassen, haben Renditeversprechen im unteren einstelligen Bereich abgegeben, die nur zu erfüllen sind, wenn die Investitionen in Geothermieprojekte Renditen von mehr als fünf Prozent erzielen. Dies insbesondere auch deswegen, weil trotz der hohen Erfolgsquoten geothermaler Bohrungen in Bayern in Süddeutschland und trotz guter Versicherungslösungen, immer noch Verlustrisiken bestehen wie zu wenig, oder zu kaltes Thermalwasser.

Ein zweites, mindestens so wichtiges Argument für geothermale Stromproduktion ist, dass die Chiemgauer und sonstigen bayerischen Landkreise wegen des Ausstiegs aus dem Atom- und Kohlestrom wesentlich mehr grundlastfähige Stromproduktion brauchen als derzeit noch vorhanden. Gerade die Region, die von der "Biene" derzeit so beharkt wird, braucht zukünftig wesentlich mehr autarke und grundlastfähige Stromproduktion, um die Versorgungsaufträge erfüllen zu können. Last but not least ignoriert die "Biene" in ihrer Argumentation völlig, dass Kraft-Wärme-gekoppelte Geothermieanlagen eine deutlich höhere Förderung genießen als reine Wärmeprojekte. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist, dass eine Anlage, welche im Winter ohne CO2-Belastung die erforderliche Wärme liefert, verschwendet im Laufe des Jahres über 70 Prozent des Thermalwasserenergie, wenn diese in den anderen Jahreszeiten nicht verstromt wird. Daher sag ich's noch einmal: ohne Strom keine Wärme!

chiemgau24.de: Wenn Sie Förderung sagen, meinen Sie die EEG-Umlage?

Braun: Ja. Und wenn Sie gerade die EEG-Zulage erwähnen. Es muss aufhören, dass die "Biene". die Betreiber der Geothermieanlagen der Steuerverschwendung bezichtigt. Wie erwähnt, wird geothermaler Strom neben der Wärme dringend benötigt. Und selbst wenn die Vorhaben, welche derzeit in Bayern geplant werden, alle umgesetzt würden, dann betrüge der Anteil des geothermalen Stroms an der jährlich von den Verbrauchern zu bezahlenden EEG-Umlage immer noch deutlich weniger als ein halbes Prozent.

chiemgau24.de: Und wie stehen Sie zur Aussage, dass die Abwärme umweltschädlich ist?

Braun: In Laufzorn bei Grünwald, Dürnhaar, Sauerlach, Holzkirchen und Traunreut stehen Geothermieanlagen direkt am oder nahe beim Wald. Mir ist nicht bekannt, dass in diesen Bereichen eine Beschädigung des Waldes oder der Natur durch die Abwärme der Luftkühlanlagen verursacht würde. Wäre es so, würden die unteren Naturschutzbehörden oder die Naturschutzverbände sicherlich schon lange Bedenken erhoben haben. Dies ist mir aber nicht bekannt. Die Abluft der Kühler ist etwa zehn Grad höher als die Umgebungsluft. Sie steigt senkrecht auf und verflüchtigt sich. Sollte dies tatsächlich umweltschädlich sein, was ist dann mit dem sonntäglichen Stau am Irschenberg auf der A8, bei dem Tausende von Autos Temperaturen von über 100 Grad absondern. Sollten wir dann nicht auch die A8 dicht machen? Davon redet keiner.

chiemgau24.de: Wie sehen Sie die Forderung der "Biene", Geothermiekraftwerke anstatt auf der grünen Wiese nahe größerer Städte zu bauen?

Braun: Jeder Entwickler, mit dem wir zu tun haben, träumt von einer Situation wie Laufzorn/Grünwald, oder Traunreut, von einer direkten Anbindung an die Landeshauptstadt ganz zu schweigen. Das Idealbild eines jeden Entwicklers und Betreibers ist, dass neben Strom auch Wärme abgesetzt werden kann. Denn der EEG-Einspeisetarif endet nach 20 Jahren und was dann? Keiner weiß heute, wie sich der Strompreis in den nächsten 20 Jahren entwickelt. Wenn aber während der kommenden 20 Jahre Wärmenetze ausgebaut werden und Wärme abgesetzt werden kann, dann verdrei- bis vervierfachen sich die Planungshorizonte. Theoretisch könnte ein Projekt Hunderte von Jahren Wärme erzeugen, denn der Erdkern erlischt nie und die Wasservorräte im Malm sind unermesslich groß.

Aber leider muss man in den wenigen Konzessionsfeldern, die es überhaupt noch gibt, dort bohren, wo Bohrziele verfügbar und zu angemessenen Kosten überhaupt erschließbar sind. Die Betreiber können momentan nur hoffen, dass die Fündigkeit ausreicht, um Strom und Wärme zu produzieren. Wenn ausreichend Fündigkeit besteht und das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium und dem Landkreis Traunstein derzeit geplanten großflächigen Wärmenetz im Rahmen der „Wärmewende Chiemgau“, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zur Umsetzung kommt und die vielen kleinen Gemeinden vernetzt werden, haben die Entwickler Glück gehabt. Wenn nicht, dann bleibt ihnen zu hoffen, dass er wenigstens durch die Stromproduktion nicht nur seine Kosten wieder reinkriegt, sondern seinen Investoren – meist Pensionskassen und Versicherern –die in Aussicht gestellten mäßigen Renditen liefern kann.

chiemgau24.de: Warum erfährt man hierzu nichts in der Presse oder von der Gemeinde?

Braun: Aus dem gleichen Grund, weshalb man beim Hausbau erst zum Bauamt oder zum Nachbarn geht, wenn die Pläne vollständig ausgearbeitet sind. Soweit ich weiß, sind einzelne Entwickler mit ihren Planungen noch nicht soweit, dass es Sinn macht mit dem Projekt an die Öffentlichkeit zu gehen. Da das Bergrecht aber zur Genehmigung eines Hauptbetriebsplans die Informierung der Bevölkerung vorsieht, wird das sicherlich erfolgen, sobald die Planungen ausreichend vorangeschritten sind. Die Veröffentlichung wir dann natürlich auch mit den Gemeinden abgestimmt.

chiemgau24.de: Sie haben gerade die Chiemgauer Wärmewende erwähnt. Was bedeutet das?

Braun: Genaue Details kann ich ihnen nicht nennen, da wissen die Geschäftsführer von Bayern Innovativ oder der Wirtschaftsförderung des Landkreises Traunstein mehr. Soweit ich jedoch informiert bin, plant das bayerische Wirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit Bayern Innovativ und dem Landkreis Traunstein die Erstellung eines Wärmekatasters, was letztlich dazu dienen soll, große Teile des Landkreises, einschließlich der kleinen Gemeinden wie beispielsweise Palling, Nussdorf, Tittmoning oder Tengling, an ein großes, flächendeckendes Wärmenetz anzuschließen. 

Da ab 2050 keinerlei Wärme mehr fossil erzeugt werden darf, und wegen der rasch zunehmenden CO2 Bepreisung, welche den Bürgern finanziell zunehmend zu schaffen machen wird, ist die „Wärmewende Chiemgau“ aus Sicht der Betreiber, eine großartige Maßnahme, um großflächige Wärmeversorgung auch für die kleinsten Gemeinden des Chiemgaus zu gewährleisten. Offensichtlich soll es hierfür Förderprogramme auf staatlicher Ebene geben, deren Inhalt mir aber noch nicht bekannt sind. Jedenfalls erscheint es mir, als ob die "Biene" offene Türen einrennt, denn der Freistaat arbeitet schon seit längerem mit Hochdruck an Lösungen. Deshalb sollten man fortan miteinander reden, anstatt übereinander!

Das Interview führte Anneliese Caruso.

Kommentare