Fröhlicher Empfang für den neuen Storch

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Manfred Bichlmaier sang zur Gitarre eine Hymne an den Storch

Tittmoning - Gesellig und fröhlich ging es zu rund um den Storchenbrunnen am Stadtplatz, als dort die Rückkehr des Wahrzeichens gefeiert wurde.

Zahlreiche Anwohner, Stadträte, Ehrenamtliche und Gäste feierten mit, als Bürgermeister Konrad Schupfner die neue Brunnenskulptur enthüllte. Der farbig gefasste Bronzestorch soll das von Rost befallene Original in Zukunft würdig vertreten und Wind und Wetter am Stadtplatz besser als der alte Storch standhalten. Musikalisch umrahmt wurde das kleine Fest von den Ertl-Brüdern Christian und Thomas aus Kugelthal und von Stadtrat Manfred Bichlmaier. Für die Bewirtung sorgte der unmittelbare Anlieger, Wolfgang Spanner, mit seinem Wein- und Käseladen.

„Der Storch kehrt Heim und dabei ist er nicht allein“, beschrieb Bürgermeister Konrad Schupfner den freudigen Anlass in einem selbst verfassten Gedicht. Damit begrüßte er die Gäste, allen voran den Burghausener Restaurator Markus Küffner und Kunstschmied Norbert Lechner von der Salzachtaler Kunstschmiede. Letzterer hatte Ende Mai den Auftrag von der Stadt Tittmoning erhalten, eine detailgetreue Bronzereplik des mittlerweile allzu mitgenommenen Originalstorches aus Blech herzustellen, der die Brunnensäule lange Jahre geschmückt hatte. Jetzt musste die alte Brunnenfigur von diesem Platz entfernt werden, ehe sie der Witterung gänzlich zum Opfer fällt. Restaurator Küffner, ursprünglich beauftragt, den alten Storch zu restaurieren, hatte zu diesem Schritt geraten, den jungen Kunstschmied aus Hochburg-Ach empfohlen und dessen Bronzereplik zuletzt die farbige Fassung verliehen.

Fröhlicher Emfang für den neuen Storch

Humorig schilderte der Bürgermeister in seiner teils gereimten Ansprache, wie man zunächst gehofft hatte, den rostzerfressenen alten Storch durch ein „neues Kleid“ wieder wetterfest machen zu können und sich dann dazu durchrang, stattdessen eine Replik anfertigen zu lassen. Der alte Storch, bei dem zum Teil die aufgetragenen Farbschichten schon dicker seien als das Blech, dürfe künftig witterungsgeschützt „gemächlicher im Rathaus ruhen“. Noch einmal zeichnete Schupfner die Entwicklung seit der ersten Pressemeldung im März nach, der Storch sei ausgeflogen. Die Freude darüber, das Projekt „neuer Storch am Brunnen“ im Einvernehmen mit dem Denkmalamt abschließen zu können, war dem Bürgermeister anzusehen. „Die Stadt hat nun der Störche zwei“, schloss er mit Zufriedenheit und Stolz sein Gedicht und schickte das Versprechen hinterher, auch die von den Behörden geforderte Aufstellung der Originalfigur im Lichthof des Rathauses zu gegebener Zeit mit einem Fest gebührend zu feiern. Natürlich durfte auch eine Anspielung auf die wohl wichtigste Funktion des Storches in der Rede nicht fehlen, zumal der „Wandervogel“ seinen Platz in Tittmoning nicht nur vor dem Wein- und Käseladen, sondern ausgerechnet auch vor einer Hebammenpraxis hat. Augenzwinkernd verlieh Schupfner seiner Hoffnung Ausdruck, der junge Storch werde aktiver als der offensichtlich schon müde gewordene alte daran mitarbeiten, die seit einiger Zeit rückgängigen Geburtszahlen in der Stadt wieder in die Höhe schnellen zu lassen.

Als Überraschung des Abends sang Manfred Bichlmaier anschließend noch Rüdiger Wolffs Hymne an den Storch „Segeln mit dem Wind“, die er dem Anlass entsprechend leicht umgedichtet hatte. Und - kaum zu glauben - unter dem Applaus der Umstehenden überflog genau während dieses Liedes ein „Storch“ den Stadtplatz. Auch dass es in Wahrheit wohl eher ein Reiher war, musste man das in diesem Moment nicht so genau nehmen. Schließlich soll auch der Brunnenstorch Gerüchten zufolge ursprünglich einen Kranich dargestellt haben. „Der hat unsere Einladung zum Storchenfest offensichtlich auch mitbekommen und angenommen“, schmunzelte der Bürgermeister jedenfalls mit Blick auf den Vogel am Himmel. Unter besten Vorzeichen also schritt Bürgermeister Schupfner, unterstützt von Restaurator Küffner und Kunstschmied Lechner, anschließend zur Enthüllung des neuen Brunnenschmucks. Ihr sah so mancher Tittmoninger mit leisem Bangen entgegen, hatte doch die Ankündigung der „Bronzefigur“ mit Foto Anfang August für einige Unsicherheit gesorgt. „Ich habe gefürchtet, der Storch kommt so bronzebraun auf die Säule, wie man ihn im Vorfeld schon in der Zeitung sehen konnte“, gab eine Anwohnerin zu. Als die drei Herren die neue Skulptur enthüllten, brauchte der mittlerweile originalgetreu farbig gefasste neue Storch jedoch den Vergleich mit dem Original, das aus Anlass der Feier vom Bauhof noch einmal neben dem Brunnen aufgestellt worden war, keineswegs zu scheuen.

Die Anwesenden bekundeten so auch mit lang anhaltendem Applaus deutlich ihre Anerkennung und Freude über den neuen Storch, der nach den Glückwünschen des Bürgermeisters an die beteiligten Handwerker nun endlich auch ausgiebig aus der Nähe begutachtet werden konnte. Apothekerin Sabine Breindl war „ehrlich gesagt erleichtert, dass er nicht so braun geblieben ist“, Altstadtreferent Dirk Reichenau zeigte sich begeistert von dem „strahlenden alten und neuen Wahrzeichen“, und Zahnärztin Dr. Schlaf-Maier freute sich: „Der schaut aus wie der alte, nur jünger.“ Oder, wie es ein Nachbar formulierte: „Hübsch und unverbraucht! Passt sehr gut!“ Einig war man sich jedenfalls: „War Zeit, dass er wiederkommt.“ An den vor dem Käseladen aufgestellten Tischen und Bänken herrschte anschließend noch lange fröhliches Treiben. Für gute Stimmung und Gastlichkeit sorgte dabei neben den Musikanten nicht zuletzt die Bürgermeistersgattin, die rundum Wolfgang Spanners würzigen „Storchenkas“ mit frischem Brot aufbot.

Pressemitteilung Stadt Tittmoning

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser