"gemeinsam.gestalten": Erste Ergebnisse

Freilassing - Die Stadtentwicklung für Freilassing war Hauptthema der jüngsten Stadtratssitzung. Die ersten Ergebnisse wurden von der Lenkungsgruppe präsentiert.

Die Lenkungsgruppe und die Fachbüros trafen sich am Mittwoch, 4.Mai, zu ihrer ersten gemeinsamen Arbeitssitzung. Da die Fachbüros seit Beginn von gemeinsam.gestalten Mitte März viele Grundlagendaten gesammelt haben, Begehungen vor Ort machen und sich intensiv mit den Ideen der Bürger/innen auseinandergesetzt haben, gab es in der Runde viele Informationen weiterzugeben. Auf diese Weise wird es den Lenkungsgruppenmitgliedern möglich die Interessen des Bereichs, für den sie gewählt wurden, zu vertreten. Gemeinsam mit den Fachbüros haben sie dafür Sorge zu tragen, dass die Ideen der Bürger/innen als Grundlage des Prozesses genommen werden. Sie passen auf, dass klar strukturiert wird und die Planungen für eine Umsetzung der Ideen erfolgt. Das geht nur, wenn die Informationen offen zugänglich sind.

Unerwartet schnell kamen die Planer für Energie und Klimaschutz am Mittwoch nach Freilassing. Die Deutsche Bahn war zu früh. Ein Umstand, der vielleicht mit dazu führte, dass Ludwig Karg, der Geschäftsführer der B.A.U.M Consult, den Vorschlag in den Raum stellte, Freilassing könnte im Bereich erneuerbare Energie und Verkehr ein zukunftsweisendes Modellprojekt in Kooperation mit der Bahn initiieren. Eine Idee, die sicher auch aus der umfangreichen Erfahrung mit Modellprojekten, Planungsprozessen, Grundlagendaten zu Freilassing und der Lektüre der vielfältigen Ideen der Freilassinger/innen resultiert.

Einig waren sich die Fachbüros, dass die Ideen der Bürger/innen oftmals sehr weitsichtig und gut durchdacht sind. Die Datenlage zur Stadt Freilassing ist gut. Außerdem zeigte sich, dass hier vor Ort nicht unbedingt vorhersehbares entsteht: Während bei fast allen Stadtplanungsprozessen der Verkehr das Topthema ist, ist er für die Freilassinger/innen auch wichtig, aber nur an Platz 3 der Nennungen. Mehr beschäftigten sich die Ideen mit den Themenbereichen Freiraum und Landschaft sowie mit dem Städtebau.

Identität der Stadt

Als Leitthema für gemeinsam.gestalten filterten die Stadtplaner/innen die Frage nach der Identität der Stadt heraus. Ob nun die Benennung "Wirtschafts- und Industriestandort Freilassing", die Dr. Robert Leiner, zuständig für das Wirtschaftsentwicklungskonzept und die Wohnraumanalyse, als sehr prägend in vielen Publikation zur Stadt erlebte oder Freilassing als "Eisenbahnerstadt" oder ein ganz anderes Profil entstehen soll, ist offen. Es zu klären, ist den Bürger/innen - auch mit Blick auf den großen Nachbarn mit Weltprofil - wichtig.

Die besondere Liebe zu einem Denkmal aus der Eisenbahnerzeit ist bei den Freilassinger/ innen auf alle Fälle verbreitet. Die Montagehalle auf dem Gelände der Lokwelt wird häufig als Stadthalle gewünscht. Auch die Arc Architekten, die als Stadtplaner und Moderatoren des Stadtentwicklungsprojekts tätig sind, waren vom Ort sehr angetan und verstanden die Beiträge dazu viel besser, als sie selbst in dem hohen großen Raum mit dem besonderen Charme standen.

Orte der Begegnung

Orte der Begegnung sind den Bürger/innen in ihren Ideen vielfach wichtig. Sowohl die in Innenräumen - das schon oft genannte Haus für Bürger/innen und die Stadthalle - als auch im Freien. Christoph Brenner, Projektleiter für den Bereich Landschaft, Grünordnung und Ökologie hat sich bei seinen Planungen damit auseinanderzusetzen, dass die Bürger/innen im Grünen Orte der Begegnung wollen, Fluss und Au schützen, aber auch gut erreichen und als Naherholungsgebiet haben wollen. Eine Aufgabe, die dem Planer an diesem Tag sehr entgegenzukommen schien.

Die Bürger/innen beschäftigten sich bei ihren Zukunftsüberlegungen mit allen Themenbereichen der Stadtentwicklung nicht nur mit Städtebau sowie Freiraum und Landschaft, sondern auch mit Verkehr, Energie, Wirtschaft, Wohnen, Sozialem und mit Möglichkeiten der Kooperation. Bestehende Netzwerke, Erfahrungswissen und Strukturen sollen nach Wunsch der Bürger/innen mit in gemeinsam.gestalten einfließen. Ein Anliegen, dass Lenkungsgruppe und Fachplaner teilen und gemeinsam überlegten, wie die Lokale Agenda 21 oder auch Soziale Stadt gut eingebunden werden können. Als Extrakt aus all den Ideen (mehr als 260 bei mehr als 100 Zusendungen) wurden bei dieser ersten Lenkungsgruppensitzung die Begriffe grenzübergreifend - Integration - Zusammenarbeit - Kommunikation - Kultur - generationengerecht herausgefiltert. Wie sich die Ideen genauer verteilen und welche Gewichtungen vorgenommen werden, lässt sich auf der Homepage der Stadt www.freilassing.de im Bereich gemeinsam.gestalten nachlesen. Hier finden sich auch weitere Unterlagen, die die Lenkungsgruppen in ihrer Sitzung bearbeitet hat.

Gestaltungsspielraum

Wenn es darum geht gemeinsam zu gestalten, ist es notwendig transparent zu arbeiten und einen Gestaltungsspielraum abzustecken. Für das Stadtentwicklungsprojekt hat man sich dafür entschieden diesen Raum auch real zu schaffen. In der Lindenstraße wird in diesen Wochen ein Laden (ehemalige Süßmoden) zum Ort für gemeinsam.gestalten. Er bietet Gestaltungsspielraum für die Diskussion von Ideen, Vorträge rund um die Stadtentwicklung, Ausstellungen und natürlich auch die nächsten Sitzungen der Lenkungsgruppe.

Bürgerbeteiligung

Für den Stadtentwicklungsprozess gemeinsam.gestalten wurde Bürgerbeteiligung als grundlegend und wichtig festgelegt. Das Grundanliegen dabei ist, die Weichenstellung für Freilassings Zukunft auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Um hier eine gute Qualität zu erreichen, ist es notwendig Sach- und Wissensfragen, aber auch unterschiedliche Interessenlagen zu klären, sowie unterschiedliche Werte und Interessen zu berücksichtigen.

Um diesen Fahrplan in die Zukunft der Stadt zu erstellen, will man sich bis Mitte 2012 Zeit nehmen. Das integrierte Stadtentwicklungskonzept, das diese Aufgabe erfüllen soll, kann dann tragfähige und umsetzungsorientierte Ergebnisse liefern, wenn sich die Bürger/innen beteiligen. Zum Start erfolgte dies bereits in Form vieler, zum Teil sehr differenzierter Ideen, die nun die Grundrichtung des Prozesses vorgeben. Wichtiger Teil einer guten Planung ist aber auch das grundlegende Wissen über die Gegebenheiten vor Ort. Aus diesem Grund sichten die für den Prozess beauftragten Fachbüros vorhandenes Material. Sie wollen aber auch direkt von den Bürger/innen Informationen. In den nächsten Wochen wird es deshalb mehrere Formen der Befragung geben.

Mit dem nächsten Stadtjournal werden alle Haushalte einen Fragebogen erhalten, in dem es um die Themen Wohnen und Energie geht. Mit Hilfe dieser Befragung sollen gültige und zuverlässige Informationen über die Wohnsituation und die Zufriedenheit mit der Wohnumgebung sowie den Energieverbrauch gewonnen werden.

In einem separaten Fragebogen werden 1.200 zufällig ausgewählte Haushalte zu ihrer Einkaufsorientierung, zum Image der Stadt Freilassing sowie zur Wohn- und Lebensqualität vor Ort befragt.

Eine dritte Befragung gibt es zum Thema Verkehr. Hier ist das Ziel durch Ermittlung der Wege und Fahrten, die die Freilassinger/innen vor allem innerhalb Freilassings zu Fuß oder mit Fahrzeugen an einem Stichtag zurücklegen Kenntnisse über den Binnenverkehr in der Stadt zu gewinnen und Verkehrsmengen und Ströme besser einschätzen zu können.

Die Aussagekraft dieser Befragungen hängt von einer möglichst großen Beteiligung ab. Wenn sich viele Bürger/innen beteiligen, trägt das wesentlich mit dazu bei, dass die Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Stadt Freilassing sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger/innen ausrichten.

Pressemitteilung gemeinsam.gestalten - Stadtentwicklung Freilassing

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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