gemeinsam.gestalten zählt Stadtverkehr

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An 16 verschiedenen Punkten in der Stadt wurden die Verkehrsbewegungen gezählt und an 6 Zufahrten zum Ort wurden die Fahrer/innen gefragt, woher sie kommen und wohin sie fahren.

Freilassing - An 17 Knotenpunkten in der Stadt wurde für eine solides Stadtentwicklungskonzept gezählt. Dabei halfen Schüler der Knabenrealschule aktiv bei der Verkehrsbefragung.

Kaum jemand konnte sich am Donnerstag durch Freilassing bewegen ohne von den Schülerinnen und Schülern der Knabenrealschule registriert zu werden. An 17 Verkehrsknoten zählten 75 Jugendliche alle Verkehrsteilnehmer/ innen von den Radlern bis hin zu den Lastwägen. Zusätzlich wurden mit Hilfe der Polizei an sechs Punkten Verkehrsbefragungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser groß angelegten Verkehrszählung dienen als Basis für die Verkehrsplanungen zu gemeinsam.gestalten Stadtentwicklung Freilassing.

Maximilian Aicher, Daniel Mehr und Stefan Schönsmaul sitzen am Donnerstag in der Früh gut ausgerüstet an der Wasserburger Straße zur Knotenstromzählung.

Bei strahlendem Sonnenschein richteten sich die Schüler/innen der neunten Klassen der Knabenrealschule am Donnerstagmorgen am Straßenrand und nicht im Klassenzimmer ein. Sie übernahmen die Verkehrszählungen für gemeinsam.gestalten Stadtentwicklung Freilassing.

Bereits zu Beginn der Woche hatten sich alle Schüler/innen der neunten Klassen zu einer Einschulung versammelt. Verkehrsplaner Alexander Süßmuth war an die Schule gekommen und erklärte den Jugendlichen, dass Verkehrszählung und Verkehrsbefragung wichtige Daten für die Verkehrsplanung liefern. Er zeigte ihnen Erhebungs- und Fragebögen und erklärte, wie die Verkehrsteilnehmer/innen vom Radler bis hin zur Brummifahrerin richtig eingetragen werden.

Schüler/innen und Polizei arbeiten gut zusammen

Am Donnerstag um halb sieben Uhr in der Früh war es dann so weit. Die Schüler/ innen der 9.Klassen bezogen mit Warnwesten, gespitzten Bleistiften und genau gestellten Uhren ihre Posten. 16 verschiedene Verkehrsknoten hatten die Verkehrsplaner dafür ausgesucht und mit der Polizei rückgesprochen. Bei den 6 größeren Ortszufahrten wurden zusätzlich zu den Zählstationen Befragungspunkte eingerichtet. Hier wurde der Verkehr immer wieder mit Hilfe der Polizei angehalten und die Verkehrsteilnehmer/innen gefragt, woher sie kommen, wohin sie fahren und zu welchem Zweck sie unterwegs sind.

Gerd Clausonet von der Polizei regelt für die Verkehrsbefragungen an der Wasserburger Straße. Andreas Reiser, Michael Ginskey, Tobias Dietrich, Thomas Hartmann und Fabian Klotzek führen die Befragungen durch.

Josef Brüderl, Projektleiter von gemeinsam.gestalten Stadtentwicklung Freilassing, zeigte sich angenehm überrascht, wie unkompliziert es war, die Polizei für diese Verkehrserhebung zu gewinnen. Schließlich mussten sechs Beamte 8 Stunden lang in mehreren Intervallen den Verkehr regeln. Dass diese Arbeit zusätzlich geleistet wurde und auch die Schüler/innen der Knabenrealschule vorbildlich reagieren, wurde am Donnerstagvormittag deutlich. Genau vor einer der Zählstellen ereignete sich ein Verkehrsunfall. Sofort kamen die Jugendlichen zur Hilfe und informierten die Polizei, die innerhalb kurzer Zeit vor Ort war.

Der Auffahrunfall führte an diesem Vormittag auch zu Diskussionen mit den beiden Verkehrsplanern, Alexander Süssmuth und Robert Ulzhöfer sowie dem Lenkungsgruppenmitglied für Mobilität mit und ohne Auto, Wolfgang Fieweger. Inwieweit könnte der Verkehr an dieser Stelle anders geregelt werden? Welche Möglichkeiten gibt es generell Fußgänger/innen, Radfahrer/innen und motorisierte Verkehrsteilnehmer/innen gleichberechtigt ihre Wege nehmen zu lassen?

Praktische Erfahrung für Schüler/innen und Planer

Die beiden Verkehrsplaner waren den ganzen Tag über mit Fahrrad und Auto von Zählstelle zu Zählstelle unterwegs, gaben bei den Befragungen Tipps, unterhielten sich mit Verkehrsteilnehmer/innen, beobachteten, organisierten und betreuten die ganze Aktion. Ebenfalls der Betreuung widmete sich Ingrid Mayer. Die Lehrerin der Knabenrealschule hatte an der Schule den Organisationspart übernommen und die Schüler/innen motiviert teilzunehmen und so einen aktiven Part bei der Stadtentwicklung zu übernehmen. Am Tag der Verkehrszählung war Frau Mayer dann mit dem Fahrrad im ganzen Stadtgebiet unterwegs, kümmerte sich um die Schüler/innen und sorgte mit für einen reibungslosen Ablauf.

Auf der Basis der Daten, die die Verkehrsplaner von Lang + Burkhardt Verkehrsplanung und Städtebau in Form von Papierstapeln am Donnerstagabend einsammelten und in ihr Büro zur Auswertung mitnahmen, werden sie analysieren, wie sich die Verkehrsströme über die Stadt verteilen. Sie machen Aufstellungen über den Ziel- Quellverkehr und den Durchgangsverkehr, um später Aussagen dazu treffen zu können, wie und wo Verkehrsströme besser gelenkt werden können. Die Verkehrszählung und die Verkehrsbefragung alleine sind den Verkehrsplanern allerdings noch nicht genug. Sie können nämlich noch keine zuverlässigen und gültigen Aussagen über den Binnenverkehr in Freilassing machen. Das ermöglicht erst eine Haushaltsbefragung, die auch bereits in Planung ist. Im Juli wird jeder Haushalt mit dem Stadtjournal einen Fragebogen erhalten, in dem an einem Stichtag alle Strecken festgehalten werden sollen, die zurückgelegt wurden. Wenn sich möglichst viele Haushalte beteiligen, können die Verkehrsplaner aus diesen Daten in Kombination mit den Ergebnissen der Verkehrszählung sinnvolle und zielführende Modelle zur Verbesserung der Verkehrsströme in Freilassing erarbeiten.

Pressemitteilung gemeinsam.gestalten - Stadtentwicklung Freilassing

Quelle: BGland24.de

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