Gras schneiden statt klauen

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Teisendorf/Thalhausen – Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, bekommen vom Richter als Strafe meist Arbeits- und Sozialstunden auferlegt.

Diese müssen in öffentlichen oder gemeinnützigen Einrichtungen abgeleistet werden. Derzeit mähen fünf Jugendliche ein Hangquellmoor bei Thalhausen. Betreut und angeleitet werden sie dabei von Mitarbeitern des Arbeitsprojektes „Garten Kreativ“, einem Teilbereich der Jonathan Jugendhilfe.

Am flachen Hang, südwestlich des Weilers Sagmeister im Gemeindegebiet Teisendorf liegt eines der potentiell hochwertigsten Kalkflachmoore der gesamten Region. Hier wachsen zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Um den seltenen Bestand zu sichern, muss die rund vier Hektar große Fläche jährlich aufwendig gemäht und das Schnittgut abtransportiert werden. Dies ist nur per Hand und mit Kleingeräten möglich.

Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt BGL vertraute die Pflege des hochsensiblen Biotops den Mitarbeitern von Garten Kreativ an. Seit Anfang September sind dort Fachpersonal, betriebseigene Lehrlinge und zu Sozialstunden verurteilte Jugendliche im Einsatz. Die lernen dort nicht nur den Arbeitsalltag eines Gartenbauers und Landschaftspflegers kennen, manche sind auch das erste Mal mit geregelten Arbeitszeiten und –abläufen konfrontiert. Von ihnen wird Verlässlichkeit, Durchhaltevermögen und Einsatz verlangt.

Seit Anfang des Jahres koordiniert die Jonathan Jugendhilfe die Einteilung aller richterlichen Arbeitsweisungen, die vom Amtsgericht Laufen kommen. „Wir schauen uns jeden Jugendlichen an, führen ein Gespräch mit ihm und überlegen, welche Tätigkeit am besten passen könnte“, erklärt Rainer Hüller, pädagogischer Leiter von Jonathan. Schon alleine von der körperlichen Konstitution her würde nicht jedem die anstrengende Landschaftsarbeit liegen.

Dem Sozialpädagogen liegt eine Liste mit allen im Landkreis vorhandenen Einrichtungen vor, vom Krankenhaus bis zum Tierheim, wo Sozialstunden abgeleistet werden können. „Wichtig ist, dass der Jugendliche aus der Zeit auch etwas mitnimmt und die Strafe sinnvoll war. Wenn zusätzlich pädagogische Betreuung gebraucht wird, übernehmen das unsere Mitarbeiter."

Seit Januar wurden rund 140 Jugendliche vermittelt, 40 sind derzeit im Einsatz. Fünf davon mähen unter Leitung von Herbert Schader das Biotop in Thalhausen. Der Gartenbaumeister hat langjährige Erfahrung mit straffällig gewordenen Jugendlichen. Einige konnte er über Sozialstunden als Lehrlinge gewinnen. „Denen hat die Arbeit gefallen und sie haben sich so gut angestellt, dass wir ihnen einen Ausbildungsplatz angeboten haben.“

Pressemitteilung Garten Kreativ

Quelle: BGland24.de

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