Güterterminal Teisendorf: Grüne widersprechen Bürgermeister

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Teisendorf - Die Teisendorfer Grünen kritisieren Bürgermeister Franz Schießl erneut in Sachen Containerterminal: Auf einer Ortsversammlung widersprach Marktgemeinderat Edwin Hertlein einer aktuellen Darstellung auf der Homepage der Marktgemeinde.

In dieser behauptet der Bürgermeister, dass das geplante Terminal „bedarfs- und nachfragegerecht“ dimensioniert werde. Außerdem wird ausgeführt, dass das Containerterminal Salzburg (CTS) einen „qualifizierten Weg zur Schiene“ nicht erfüllen könne.

Wenn der Dimensionierung des geplanten Terminals in Teisendorf tatsächlich eine sorgfältige Analyse der zu erwartenden Umschlagmengen vorausgegangen wäre, so Hertlein, stelle sich die Frage, weshalb das Eisenbahnbundesamt die von den potentiellen Betreibern vorgelegte Pläne mit bis zu fünf Umschlaggleisen, einem Zuführungsgleis und bis fünf Abstellspuren auf zwei Umschlaggleise, zwei Abstellgleise und einer Abstellspur zusammengestrichen habe. Offenbar komme das Eisenbahnbundesamt in seiner Analyse zu einer deutlich anderen Dimensionierung als ursprünglich die Projektbetreiber.

Ebenso komme das Eisenbahnbundesamt zu der Schlußfolgerung, dass ein Großteil des für Teisendorf erwarteten Umschlagaufkommens auch im CTS umgeschlagen werden könne. Diese Ansicht decke sich auch mit den Angaben der Geschäftsführung des CTS.

Für 2010 wird ein Umschlagvolumen von 234.000 Containern erwartet. Die Kapazität betrage derzeit aber 320.000 Container pro Jahr. Durch betriebstechnische Veränderungen könnte die Kapazität sogar auf 400.000 Container pro Jahr erhöht werden. Des weiteren plane die Firma Bosch-Siemens-Heimgeräte in Traunreut ein eigenes Terminal auf ihrem Firmengelände für ihren eigenen Bedarf. Diese Fakten zeigten, dass die geplante Errichtung eines Containerterminals in Teisendorf nicht im Zusammenhang mit den Erfordernissen der heimischen Wirtschaft zu sehen sei. Er vermute, so Hertlein weiter, dass es der Firma Eurogate um preiswerte Lagermöglichkeiten für ihre Containermengen im Hinterland ihrer Hafenterminals gehe. Dort werde nämlich der Platz knapp. Eine entsprechende Pressemeldung habe die Firma zum Jahresanfang auch veröffentlicht.

Unter diesen Vorzeichen ein Verfahren gegen den erklärten Willen eines Großteils der betroffenen Grundbesitzer weiter voranzutreiben und die betroffenen Familien mit dem „Damoklesschwert Enteignung“ seit Jahren mit einem unerquicklichen Thema zu belasten halte er für unverantwortlich.

Wenn ein Terminal in Teisendorf tatsächlich ein solches „Leuchtturmprojekt“ sei, weshalb habe dann der Gemeinderat in Saaldorf-Surheim Pläne für ein Terminal in ihrem Gemeindegebiet relativ rasch beerdigt. Um Teisendorf als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu machen, brauche man keinen Containerterminal, sondern massive Investitionen in schnelle Internetleitungen, meinte Hertlein. Das vom Marktgemeinderat bislang verabschiedete Konzept reiche dazu bei weitem nicht. Mit der Umsetzung dieses Konzeptes würde, und das auch nur in einigen Bereichen der Gemeinde, lediglich eine Up- und Downloadgeschwindigkeit von sechs Megabit pro Sekunde erzielt.

Leistungsfähige Rechenzentren benötigten aber ein vielfaches dieser Up- und Downloadgeschwindigkeit. Er fordere in dieser Angelegenheit schon seit längerem mehr Aktivitäten seitens der Verwaltung und des Bürgermeisters. Die Devise für eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik in der Marktgemeinde laute aus seiner Sicht: „High-Tech-Arbeitsplätze“ aus der IT-Branche statt wenig qualifizierter Jobs in einem Containerterminal.

Pressemitteilung Grüne Teisendorf

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © cz/Grüne Teisendorf

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