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Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Grenzübergreifende Festlichkeiten

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Hammerau/Wals - Tausende Besucher lockte das „Drent-herent"-Bauernfest mit einem historischen Traktorenumzug am Wochenende an die Saalach.

Optimale äußere Bedingungen, entspannte Atmosphäre und ein freundliches Miteinander im hervorragenden organisatorischen Ablauf – alles passte zusammen beim Salzburg-Bayerischen Bauernfest an der Hammerauer Holzbrücke, die sich mit imposanten Ausblicken „grenzüberschreitend" über die Saalach spannt. Im Turnus von zwei Jahren ist die Veranstaltung im Wechsel mit einer Ausstellung von Kunsthandwerk ein absoluter Publikumsmagnet und länderübergreifender Treffpunkt, der keine Wünsche für die Besucher offen lässt.

Heuer wurde eine vielbeachtete Premiere geboten: An der bayerischen Grenzstraße entlang der Hammerauer Kunstmeile und im Spalier von mehreren tausend Zuschauern fuhren Bauern und Landwirte vor mit ihren uralten, aber noch fahrbereiten Traktoren und Bulldogs, dabei vielfach anhängend museumsreife landwirtschaftliche Geräte. Die sind in dieser Form schon längst von moderner Technik abgelöst, werden jedoch von Bauern, denen Tradition viel bedeutet, aufbewahrt.

Frauen aus Thundorf-Straß und Umgebung verschönerten den langen Zug zusätzlich mit historischen Gewändern, die früher hauptsächlich zur Erntezeit auf den Feldern getragen wurden. Auf einem Ladewagen wurde auch die frühere Holzverarbeitung, die noch Handwerk ohne maschinelle Hilfe erforderte, demonstriert.

Ob in Tracht, Freizeitkleidung oder luftiger Radkluft gekommen, ob jung oder älter – alle ließen sich von der Atmosphäre dieses Bauernfestes einfangen. Es gab viel zu schauen und zu bestaunen, was an bäuerlichen Produkten und Biowaren, alles hochwertig und qualitätsgeprüft, zur Verkostung und zum Verkauf unaufdringlich angepriesen wurde. Irgendwo endete der Rundgang „herent und drent", auf Deutsch "hier und drüben", an reichlich vorhandenen Einkehrmöglichkeiten.

Die offizielle Eröffnung erfolgte heuer auf der „drentern" Seite, zunächst „lautstark" mitten auf der Saalachbrücke durch die Walser Festtagsschützen unter dem Kommando von Georg Huber. Kilometerweit waren die Salven zu hören. Die Musikkapelle Thundorf-Straß unter Leitung von Hildegard Nitzinger marschierte danach mit klingendem Spiel von „herent" nach drüben, bereits erwartet von Ainrings 1. Bürgermeíster Hans Eschlberger, dem Vizebürgermeister von Wals-Siezenheim Andreas Hasenöhrl und Alois Beer, Bauernfest-Organisator sowie Direktvermarkter der bayerischen Seite.

Launige Grußreden hielten Hans Eschlberger und Andreas Hasenöhrl. Sie erinnerten an die Geschichte der im Jahre 2001/02 erbauten Brücke, den seither durchgeführten Aktionen und Feste im freundlichen und verbindenden Miteinander. Vordergründig gelte, dass die Bauern nicht nur gesunde Lebensmittel anbieten sondern auch Landschaftspflege und mit berechtigtem Stolz auf ihre Leistungen verweisen können.

Nicht zuletzt ergäben sich aber durch dieses Salzburg-Bayerische Bauernfest herzliche Kontakte und ein vertiefendes Miteinander unter dem Symbol guter nachbarschaftlicher Zusammenarbeit und gegenseitiger Wertschätzung nach dem Grundsatz: „Wir red`n miteinand, wir helfen z`sam, wir feiern mitnand". Ein schönes Beispiel für die gute Nachbarschaft sei dieses traditionelle gemeinsame Brückenfest.

Bürgermeister Hans Eschlberger wollte es nicht versäumen, neben Hauptorganisator Alois Beer auch den gemeindlichen Bauhof zu erwähnen, um teils auf Annahütten-Grund die nötigen Voraussetzungen zu schaffen, dass eine große Fläche für „Schmankerl-Standl" mit vielen Tisch- und Bankgarnituren geschaffen werden konnte.

Flott und schneidig war bei diesem anfänglichen Festakt auch der Auftritt der Trachtenmusikkapelle Siezenheim unter Stabführung von Kapellmeister Sebastian Stögner, ehe die beiden Kapellen ihre bleibenden Standorte zur weiteren musikalischen Unterhaltung aufschlugen.

Bei einem Rundgang gab es viel Nützliches und Genüssliches nicht nur zu sehen, sondern auch zu kaufen. Infostände und eine Plastik-Kuh verdeutlichten aber auch gewisse Missstände, mit denen die Bauern nach wie vor zu kämpfen haben. Vom Bundesverband Deutscher Milchviehalter (BDM) wurde Bezug zur „fairen Milch" hergestellt. Die Forderung an die Politik lautet, dass die Milchbauern zur Aufrechterhaltung ihrer Wirtschaftlichkeit einen fairen Preis von 50 Cent pro Liter Milch fordern. Interessierten standen Albert Aschauer und seine Frau Elisabeth Rede und Antwort.

In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich der Infostand Agrarbündnis BGL/TS unter ihrem Sprecher Leonhard Strasser. Das Bündnis, aus verschiedenen Organisationen gegründet, appelliert und fordert von der bayerischen und regionalen Politik eine Neuausrichtung der weltweiten EU-Agrarpolitik, sie soll „sozial gerecht, bäuerlich, ökologisch und umweltschonend" sein. Auch die AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Lebensmittel) war vertreten. „Landwirtschaft braucht keine Gentechnik" lauten hier die Schlagzeilen.

Was beim Bauernmarkt zusätzlich zu den anwesenden Direktvermarktern zwischen Watzmann und Waginger See e.V. auffiel, war, dass sich Institutionen um bedürftige Menschen kümmern und deshalb für ihre sozialen Zwecke ihre teils handgefertigten Produkte anboten: Im Weltladen „fair miteinander" standen interessierten Käufern Leiterin Rosi Pscheidl sowie Maria Scharbert und Kathrin Niedermaier zur Verfügung. Auch der Katholische Frauenbund war im gleichen Maße tätig und die Kinderkrebshilfe BGL + TS hatte Kuchen und Torten mit Einkehrmöglichkeit im Angebot.

Grenzübergreifende Festlichkeiten

Von privaten Anbietern gab es in Hülle und Fülle Krapfen, Brezen und andere original Hammerauer Bäckerei-Genüsse, leckeren Zuckermais, fruchtige Obstsäfte und g`schmackige Schnapserl aller Variationen, Heutiere von Veronika Parzinger, Trockengestecke aus natürlichen Materialien, kleine handgewebte Teppiche, die beispielsweise auch als Bankauflage dienen, Nützliches aus Schafwollproduktion und unzählige Blumen, frisch im Topf oder perfekt getrocknet als Wohnungsdekoration. Dazwischen erhob sich der Grillduft von Würstln und frisch zubereiteten Mandeln.

Eltern mit ihren Kindern lockte ein Streichelgehege mit Mutterschaf und zwei ihrer kleinen Nachkommen sowie ein großflächiges Spielparadies mit zusammensetzbaren Holzklötze, ideal um die Phantasie der Familiensprösslinge anzuregen. Dabei entstand so manches lenkbare Miniauto mit Lenker oder ein beweglicher Kran. Insgesamt erfüllte das Bauernfest mit der Möglichkeit, aufkommenden Hunger und Durst zu stillen, zugleich einen wohlgelungenen Familienausflug.

schl

Quelle: BGland24.de

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