Heimatlos und engagiert

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Der Leiter des Fortbildungsinstitutes der Bayerischen Polizei in Ainring, Johann-Peter Holzner, Hans Eschelberger und Franz Prinke enthüllten gemeinsam das Denkmal.

Ainring - Sie kamen nach dem zweiten Weltkrieg nach Ainring und trugen ihren Teil dazu bei, den Ortsteil Mitterfelden zu dem zu machen, was er heute ist - die Vertriebenen.

Sie kamen aus dem Sudetenland, aus Pommern, aus Ostpreußen und suchten eine neue Heimat. Genau wie den Einheimischen ging es den Vertriebenen schlecht. Es herrschte Not. Doch gemeinsam bauten sie vor 60 Jahren das auf, was heute Mitterfelden ist.

Ein Grund für die Gemeinde, den engagierten Vertrieben ein Denkmal zu setzen. Von der Entscheidung im März 2009 bis heute sind zwei Jahre vergangen. Zwei Jahre, in denen der Künstler Franz Prinke zusammen mit Bürgermeister Hans Eschelberger und den Gemeinderäten das Kunstwerk ausarbeitete, das am Freitag an der Salzburger Straße eingeweiht worden ist. Zwei Jahre, in denen alle Beteiligten viel Zeit und Geld hinein steckten, die Vertriebenen in Mitterfelden unvergessen zu machen. Unvergessen, um das gelebte Beispiel von Integration allen kommenden Generationen vor Augen zu halten.

Neues Vertriebenen-Denkmal in Ainring

Am Anfang standen die Fragen, wo soll das Denkmal hin? Wie soll es gestaltet werden und mit welchem Material? Letztlich entstand eine zwei Meter hohe Steinsäule mit Reliefs, die erzählerisch die Vertriebenen darstellen. Sie winden sich von der Rückseite spiralförmig nach oben. Eingebettet ist das Denkmal in zwei sich ellipsenförmig begegnenden Wegen, eine Bank lädt zum Verweilen ein.

Trotz des Regenwetters kamen zahlreiche Vertriebene, Ehrengäste und Einheimische zur Salzburger Straße, um mitzuerleben, wie die Steinsäule enthüllt wird. Gemeinsam beteten alle Anwesenden ein Vater unser und sagen die Bayernhymne. Damals wie heute - gelebte Integration.

Christine Zigon

Quelle: BGland24.de

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