Drei Tage lang gefordert

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Freilassing - Die Höhlenrettungsgruppe der Bergwacht-Region Chiemgau hat an einer dreitägigen Großübung des Höhlenrettungsverbunds Deutschland (HRVD) in einem stillgelegten Bergwerk in Thüringen teilgenommen.

Eine Veranstaltung dieser Art findet auf nationaler Ebene lediglich alle zwei Jahre statt. Kälte, Dunkelheit und extrem brüchiger Felsen in einem ehemaligen Bergwerk forderten von allen beteiligten Einsatzkräften vollste Konzentration und Krafteinsatz.

Im HRVD sind bundesweit alle Organisationen zusammengefasst, die in der Höhlenrettung tätig sind. „Die Bergwacht Freilassing – Standort der Höhlenrettung der Bergwacht Chiemgau – gehört ebenfalls zu diesem Kreis von Exoten und war mit vier Höhlenrettern bei der Übung vertreten“, berichtet Gruppenleiter Peter Hogger.

Schauplatz war das stillgelegte Bergwerk „Schwarze Crux“ im Gebiet Suhl-Schmiedefeld in Thüringen. Hogger: „Die Stollen sind keine eigentliche Naturhöhle, aber ein durchaus realistischer Einsatzort, da das ehemalige Bergwerk touristisch genutzt wird und einzelne Szenarien durchaus auch in der Realität vorstellbar sind.“

Bei der dreitägigen Übung waren fünfzig Höhlenretter aus ganz Deutschland im Schichtbetrieb rund um die Uhr im Einsatz. Es galt insgesamt sechs Verletzte im verzweigten Stollen- und Schachtsystem zu finden, sie medizinisch zu versorgen und teilweise in liegendem Transport ans Tageslicht zu bringen.

Die vier Höhlenretter aus Freilassing waren gleich in der ersten Nacht von 23 bis etwa 3.30 Uhr mit dem Abtransport einer hochschwangeren Frau mit Oberschenkelfraktur gefordert. Die Rettung erfolgte in einer Abseilaktion mit Trage, die aufgrund des extrem brüchigen Felsens im Bergwerk zum Teil frei schwebend durchgeführt werden musste. „Schwierige Voraussetzungen, die von allen Beteiligten vollste Konzentration forderten“, erklärt Hogger. Nach kurzer Erholung und etwas Schlaf wurden die Freilassinger Bergwachtleute erneut gefordert: Unter anderem mussten zwei schwer Verletzte aus einem senkrechten, 45 Meter tiefen Schacht mit Flaschenzug aufgeseilt werden. „Das bedeutet Bergung aus schwierigem Gelände in sehr anspruchsvoller Form. Fehler dürfen hierbei nicht passieren“, sagt der stellvertretende Freilassinger Bergwacht-Bereitschaftsleiter Dr. Hubert Glässner, der ebenfalls an der Übung in Thüringen teilgenommen hatte.

Sowohl die Retter am Grund des Schachtes bei der Patientenversorgung in Schlamm und Matsch als auch die Technikmannschaft mussten sich unter beengten Platzverhältnissen eine regelrechte Materialschlacht liefern.

„Bemerkenswert an diesem Wochenende war die große Vielfalt der beteiligten Organisationen, die Fülle an unterschiedlicher Ausrüstung, an Fahrzeugen, Material und Arbeitstechniken. Höhlenrettung ist Teamarbeit, noch mehr als irgendwo anders. Man ergänzt sich gegenseitig, improvisiert, kooperiert und lernt voneinander wie sonst nur selten in unserer genormten und von Standards geprägten Rettungslandschaft“, resümiert Hogger.

Die heimischen Einsatzkräfte konnten viele eindrucksvolle Szenen unter Tage in gefährlichem Versturzgelände und in Nässe und Dreck mit nach Hause nehmen und ihre Erfahrungen bundesweit mit Kollegen mehrerer Organisationen austauschen. Bei der gemeinsamen Nachbesprechung und beim gemütlichen Beisammensein bis spät in die Nacht vermischten sich die rot-blauen Softshell-Jacken der Bayerischen Bergwacht sinnbildlich mit dem Rot der Höhlenretter aus Sachsen und Thüringen sowie den weißen Jacken der Malteser Höhlenrettung zu einem erfrischend buntem Gesamtbild.

Pressemitteilung BRK Kreisverband BGL

Quelle: BGland24.de

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