SPD informierte sich in Törring

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Bei einem Ortstermin der SPD-Stadtratsfraktion sprachen sich die Anwesenden für eine Tempo 30-Zone in Törring aus.

Törring -Zwei Fragen waren die SPD-Stadträte kürzlich in Törring im Rahmen eines Ortstermins mit Anwohnern und den Vertretern der örtlichen Feuerwehr nachgegangen:

Soll es eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h im Ortsgebiet geben und stimmt die Bedarfsplanung der Freiwilligen Feuerwehr Törring mit dem vom Stadtrat angedachten Konzept für ein neuen Vereinsheim überein?

Dazu hatte sich eine stattliche Anzahl von Anwohnern und Feuerwehraktiven am Dorfplatz eingefunden. 3. Bürgermeister Dirk Reichenau begrüßte alle Anwesenden sowie seinen Stadtratskollegen Josef Wittmann und erläuterte den Sachverhalt zur Ausweisung einer Tempo-30-Zone im Ortsteil Törring. Mit Schreiben vom 3. Juli 2013 hatte es die Stadt abgelehnt, diese auszuweisen, weil sie diese im vorliegenden Fall „nicht ausreichend begründen“ könne und auch die untere Verkehrsbehörde (Landratsamt Traunstein) diese als unverhältnismäßig und somit rechtlich nicht zulässig abtat. Allerdings frage man sich, so Reichenau, mit welcher Begründung andere Kommunen Verkehrsberuhigung einführen oder die Verkehrsregelung im Hüttenthaler Feld (Tempo 30 im Verbund mit sogenannten Spielstraßen) zustande kam. Die Ortsbesichtigung habe den Zweck, die Nöte der Anwohner zu verstehen und die Akzeptanz von Maßnahmen zu erkunden.

Appell an die Vernunft

Der damalige Initiator, Jürgen Geers, berichtete von eigenen Erfahrungen als Autofahrer, gefährlichen Begegnungen mit spielenden Kindern, die zum Beispiel mit Bobby-Cars oder dem Fahrrad die abschüssigen Straßen beim Dorfplatz herunter fahren und dort mit unangepasst schnell fahrenden Fahrzeugen zusammentreffen. Er habe sich daher an seinen Nachbarn gewandt und in kurzer Zeit viele Unterstützer einer Verkehrsberuhigung gefunden. Tempo 50 km/h seien in einem reinen Wohngebiet mit einem teilweise unübersichtlichen dörflichen Altbestand verantwortungslos. Er betonte, auch wenn Tempo 30 nicht strikt eingehalten werde, sei es doch ein Appell an die Vernunft.

Von den Anwesenden wurden zahlreiche Beschwerden vorgebracht, welche die Ansichten von Jürgen Geers bestätigten. Auch würden vor allem zur Erntezeit überdimensionierte landwirtschaftliche Fahrzeuge mit den Straßenverhältnissen unangebrachter Geschwindigkeit oft als Bedrohung empfunden. Mehrheitlich sprachen sich die Anwohner für eine 30 km/h-Zone im Dorfkern und den Wohnstraßen der Siedlung aus. Ferner bedankten sich die Anwesenden für das Interesse der SPD und die Möglichkeit, einmal öffentlich auf ihr Anliegen hinzuweisen. Im Rahmen eines Antrags an die Stadtverwaltung und durch einen entsprechenden Stadtratsbeschluß möchte die SPD-Fraktion klären lassen, inwieweit eine verkehrsrechtliche Anordnung auf Tempo 30 in Törring (Ausnahme ist die „Ortsumfahrung“ durch die Kreisstraße TS 28) Aussicht auf Erfolg hat, versprach Dirk Reichenau.

Danach wurde der Ortstermin zum Feuerwehrhaus verlegt. Feuerwehrkommandant Markus Wagner bedankte sich für das Zustandekommen des Gesprächs. Mit der Ortsbesichtigung des Stadtrats am 26. November 2013 vorgestellten Möglichkeit, den Feuerwehr-Schulungsraum in dem zum Kindergarten und Vereinsheim umgebauten und sanierten alten Schulhaus oder in einem Ersatzbau unterzubringen, sei die Freiwillige Feuerwehr Törring nicht einverstanden. Dr. Gregor Fink wies auf die Bedeutung der Ortsteilfeuerwehr bei einer immer schwieriger werdenden Aufgabenstellung generell hin. Einsätze zur Menschenrettung, örtliche Einsätze bei allgemeiner Überlastung im Katastrophenfall (wie Hochwasser) und Alarmierbarkeit bei Überlastung der Einsatzzentrale seien unersetzliche Vorzüge, die eine Sonderstellung der Feuerwehr gegenüber allen anderen Vereinen rechtfertigen.

Das bestehende Feuerwehrhaus ist zu klein

Erster Vorstand Reinhard Brandmaier führte die Gruppe zu den „dezentralen“ Außenstellen der Feuerwehr, die im Feuerwehrhaus selbst keinen Platz haben. So wird der Geräteträger-Anhänger in einer angemieteten Garage an der Kreisstraße untergebracht, es gibt einen kleinen Schulungsraum im alten Lehrerwohnhaus, einen größeren im ehemaligen Schulhaus als Provisorium und einem Abstellraum in der Scheune neben dem Feuerwehrhaus, in der auch ein Mehrzweckraum untergebracht ist, den auch alle anderen Vereine nutzen können. Hier steht auch ein Notstromaggregat für einen eventuellen Stromausfall im Feuerwehrhaus bereit. Im Feuerwehrhaus selbst gibt es keine separaten Umkleideräume für die 17 Frauen und Mädchen der Feuerwehr. Im Einsatzfall müssen sich die Frauen und Männer bei geöffneten Toren am Fahrzeugstellplatz umziehen. Dazwischen sind die 15 Mitglieder der Jugendgruppe untergebracht, die sich ein Provisorium von einem Kleiderregal auch teilweise zu zweit teilen müssen.

Markus Wagner und Reinhard Brandmaier berichteten von 90 aktiven Mitgliedern, die auch laufend geschult werden, und somit auch einsatzfähig sind. Wenn man nun die anstehende Erneuerung der Fahrzeuge, die benötigte und teilweise ausgelagerte Ausrüstung, die Schaffung zumutbarer Umkleideräume für die weiblichen Mitglieder der Feuerwehr und entsprechende Schulungsräume zusammenfasse, so ist das bestehende Feuerwehrhaus in Törring entschieden zu klein. Die Vertreter der Feuerwehr schlagen deshalb einen Anbau im Anschluß an das bestehende Feuerwehrhaus vor, in dessen Obergeschoß ein ausreichend großer Schulungsraum untergebracht werden könnte. Die Feuerwehr hält diese Lösung für wirtschaftlich, vor allem könnten der Kindergarten und die Vereine so einfacher im sanierten Schulhaus oder einem entsprechenden Neubau etabliert werden.

dr

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