"Initiative Waginger See" begrüßt Seebündnis

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Kirchstein - Die Bürgermeister der fünf Seegemeinden haben sich zusammengefunden, um nach Möglichkeiten zu suchen, die Wasserqualität zu verbessern.

Die "Initiative Waginger See" begrüßt es ausdrücklich, dass sich die Bürgermeister der fünf Seegemeinden zu einem "Kommunalen Seebündnis Waginger/Tachinger See" zusammengefunden haben, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, die Wasserqualität des Sees zu verbessern. Wie der Kirchanschöringer Bürgermeister Hans-Jörg Birner bestätigte, sind Anregungen und Vorschläge der "Initiative Waginger See" in dieses gemeindliche Konzept eingebaut worden.

Beim letzten Treffen der "Initiative Waginger See" in Kirchstein stand die Frage im Raum, ob man jetzt überhaupt noch weitermachen sollte, nachdem sich nun die Gemeinden der Problematik angenommen und einen Koordinator bestellt haben. Man entschied sich fürs Weitermachen und stieg gleich wieder intensiv in die Diskussion ein. Ein Schwerpunkt bildete die Frage, wie man es schaffen könne, dass die Landwirte auf extensive Anbaumethoden umsteigen und kam zu dem Schluss, dass es wirkungsvoll nur über entsprechende finanzielle Anreize gehen könne. Die Begründung hierfür liefert die besondere Bodenbeschaffenheit (Grundmoräne) im Einzugsgebiet des Waginger Sees.

Diesem weitgehend undurchlässigen Böden müsse die Bewirtschaftung angepasst werden, was zum einen durch ein spezielles wasserwirtschaftliches Förderprogramm (RZWas), durch landwirtschaftliche Förderprogramme und vielleicht auch durch ein neues EU-Programm Interreg ermöglicht werden sollte. Zum anderen könnte die Region Waginger See sich zu einer Bio-Region entwickeln mit hochwertigen vielfältigen Bioprodukten, wie Obst, Milch, Käse, Fleisch aller Art, Backwaren, Gemüse, Säfte, Bio in der Gastronomie, Bio-Hotels, Bio- und Natur-Tourismus. Es gibt Beispiele, wie so etwas verwirklicht werden kann, besonders in Österreich, aber auch in Südtirol und hier bei uns das Ökomodell Achental.

Gottfried Heilmaier hat positive Rückmeldung erhalten, dass eine Reihe von Landwirten bereit wären, ihren meist Nebenerwerbsbetrieb auf Pinzgauer Rinder umzustellen. Ziel müsse es sein, dass die spezielle Anschubförderung nach einem überschaubaren Zeitraum überflüssig wird, weil es gelungen ist, die Wertschöpfung bei extensiver Bewirtschaftung so zu steigern, dass der jetzige Standard mit vielleicht der Hälfte des Viehbestandes erreicht werde. Außerdem müsse die Bevölkerung und der Tourismus für das neue regionale Umweltbewußtsein miteinbezogen werden.

Ein ganz anderes Problem ist die Konkurrenz in der Landwirtschaft durch erneuerbare Energiegewinnung durch Biogas, indem Mais vergoren wird. In der Praxis wird offenbar nie danach gefragt, ob der Boden den intensiven Maisanbau im Einzugsgebiet des Waginger Sees auch verträgt. Auch stellt sich beim intensiven Maisanbau die Frage nach der Bodenverdichtung und der abnehmenden Humusbildung. Denn der Humus bindet erheblich CO2, was wiederum zum Klima beiträgt. Auch hier gäbe es die Möglichkeit durch Steigerung des Humusschicht im ökologischen Landbau CO2-Zertifikate zu verkaufen. I

n zwei Monaten will sich die Gruppe wieder treffen. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass auf der Homepage www.gradraus.de, eine speziellen Seite eingerichtet wurde, wo jeder Bürger Beiträge zum Thema schreiben kann, um so einen Austausch der Gedanken zu ermöglichen.

Initiative Waginger See/attac-Rupertiwinkel/Forum Besorgter Bürger e.V.

Rubriklistenbild: © dpa

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