„Das war eine richtige Herausforderung“

Detektiv aus Kirchanschöring: Diese zwei Fälle wird er nie vergessen

Ein Detektiv bei einer Observation
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„Gut 70 Prozent ist dabei Wartezeit“, schildert der Inhaber einer Detektei aus Kirchanschöring über Observationen.

Kirchanschöring – Ein Staubsauger und eine große Menge an Geld: Ein heimischer Detektiv spricht mit chiemgau24.de über seine unvergesslichen Fälle.

Mit dem Inhaber einer Detektei aus Kirchanschöring sprach chiemgau24.de über den Berufsalltag eines Ermittlers. Welche Fälle blieben ihm seit der Firmengründung 2003 besonders in Erinnerung?


Unvergessene Fälle eines Detektivs aus Kirchanschöring

„Eines Tages kam ein sportlicher Herr mittleren Alters zu uns, der die Detektei über den Hintereingang betreten wollte“, erinnert sich der Detektiv. Dieser wolle diversen Gerüchten nachgehen: seine Ehefrau gehe angeblich fremd - was er zwar nicht glaube - aber da er dieses Gerücht nun mehrfach vernehmen musste, wolle er mal auf Nummer sicher gehen. Nach einem ersten Gespräch hätten beide festgestellt, dass die Ehefrau maximal 30 Minuten Zeit für den außerehelichen Beischlaf haben könne. Der Ehemann sah dies als Grund, dass an den Gerüchten nichts Wahres dran sei.


Ungefähr zwei Wochen später kam der Herr erneut zum Detektiv und wollte eine Einschätzung, da er Veränderungen an seiner Frau festgestellt habe. Das 30-minütige Zeitfenster käme auch nur an einem Tag in der Woche in Frage, aber in diesen Zeitraum würde der Ehemann mit seiner Frau telefonieren. Zudem sei an diesem einem Tag die Reinigung im Haus. „Jetzt wollte ich doch nochmal genauer nachfragen. Er versicherte, dass er immer beim Telefonat den Staubsauger im Hintergrund höre“, so der Detektiv.

Welche Rolle spielt der Staubsauger?

Der Detektiv fragte, ob der Staubsauger unterschiedliche Tonlagen habe, also ob er sich bewegt oder monoton dahin läuft. „Ich fragte auch noch, ob das ein hauseigener Staubsauger ist oder ob den die Reinigung mitbringt“, berichtet der Inhaber der Detektei. Der Ehemann entgegnete launisch, woher er das wissen soll. Ein paar Tage später teilte der Ehemann dem Detektiv mit, dass es der hauseigene Staubsauger ist und er monotone Geräusche beim Telefonat vernommen hat.

Er wollte zudem wissen, warum der Ermittler so detailversessen in Bezug auf den „blöden Staubsauger“ ist. „Ich riet ihn nun die 30 Minuten einmal wöchentlich einzugrenzen und diesen Zeitraum zu überprüfen“, so der Detektiv. Ein Staubsauger gebe ein monotones Geräusch von sich, wenn er läuft, sich aber nicht bewegt. „Was stellt Ihnen die Reinigung für diesen eingegrenzten Zeitraum in Rechnung?“, so die alles entscheidende Frage. Es stellte sich heraus, dass die Reinigungskraft nie zu dieser Zeit da war und die Frau wohl den Staubsauer zur Täuschung laufen ließ.

„Die anschließende Observation brachte Licht ins Dunkel und die Frau wurde beim Fremdgehen erwischt. Der Auftraggeber stellte mir folgende Frage: ‚Warum hast du mir nichts über deinen Verdacht gesagt?‘ Weil du es faktisch nicht wahrhaben wolltest und mir der Beweis fehlte“, antwortete der Detektiv abschließend.

Sehr viel Geld veruntreut

„Der größte Fall war eine Ermittlung, bei der es um sehr, sehr viel Geld ging. Damals hat uns die Firmenleitung beauftragt“, so der Inhaber. Das Unternehmen wusste nicht, wohin der Täter das Geld veruntreut hatte. Er war unauffindbar.

Zudem ist die Zielperson über mehrere Länder unbekannt in die USA verzogen. „Das war eine richtige Herausforderung. Dennoch haben wir ihn und das gesamte Geld gefunden“, freut sich der Inhaber. Selbst der Anwalt hat sich gefragt, wie die Detektei das geschafft hat. „Es hat eins zum anderen geführt und die Motivation war zudem sehr groß, das Rätsel zu lösen“, schildert der Inhaber.

Manchmal stehe man vor einem Fall, die die berühmte Suche nach der Nadel im Heuhaufen ist. Dann wird dem Kunden auch gesagt, dass sie sich nicht allzu große Hoffnungen machen sollen. „Doch dann findet man plötzlich einen Weg, der zu einer Gabelung führt. Dann müssen wir die unterschiedlichen Richtungen ausprobieren. So kommen wir manchmal Stück für Stück dem Ziel näher“, so der Inhaber.

jz

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