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Bürger dürfen teilhaben

Gemeinde Kirchanschöring lässt Vorplanungen für „Lackenbacher Feld“ einholen

Baustelle
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Ein Schild weist auf eine Baustelle hin.

Wer sich weiterbilden will, zum Beispiel in Rechtskunde, kann einen VHS-Kurs besuchen - oder eine Sitzung des Kirchanschöringer Gemeinderates. Dort gab es in der jüngsten Sitzung Interessantes aus der Welt des Vergaberechts und der politischen Partizipation zu erfahren. Hintergrund ist der Plan, ein rund 21.000 Quadratmeter großes Baugebiet auszuweisen.

Kirchanschöring - Bei diesem dürfen die Bürger mitentscheiden, wie sie künftig in der Gemeinde leben wollen. Was, wie sich seit eineinhalb Jahren immer wieder zeigt, nicht ganz einfach ist. Nun beschloss der Gemeinderat, in die konkrete Planung einzusteigen - und das gleich von mehreren Architekten erledigen zu lassen.

So funktioniert das „Vergabeverfahren mit Mehrfachbeauftragung“

Fachleute wie die örtliche Bauamtsleiterin Sabine Strohhammer sprechen bei diesem Vorgang von einem „Vergabeverfahren mit Mehrfachbeauftragung“. Laienhaft formuliert, werden dabei mehrere Architekten mit derselben Aufgabe betraut, am Ende entscheidet der Auftraggeber, wessen Plan am vielversprechendsten ist und umgesetzt werden soll. Die Aufgabe lautet hier, die wichtigsten Ergebnisse aus der vorausgegangenen Bürgerratsrunde samt Umfrage in die Bauleitplanung, abgesegnet durch den Gemeinderat, umzusetzen und kreative Lösungen zu erarbeiten. „Es soll ein bunter, zeitgemäßer Mix an Gebäuden verschiedener Größen und unterschiedlichen Wohnformen sowie gemeinschaftlich nutzbaren Flächen und Anlagen gefunden werden“, betonte Bürgermeister Hans-Jörg Birner in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Um hinterher keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, sei daher eine sorgfältige Planung und eine fachliche Begleitung dieser Mehrfachbeauftragung sehr sinnvoll. „Denn es gilt die maßgeblichsten Ergebnisse aus den vorangegangenen Bürgerratstreffen, der Bedarfsumfrage, an der sich rund 200 Bürger beteiligt haben, und der gemeinsamen Runde zwischen Gemeinderat und Bürgerrat sorgfältig aufzubereiten und daraus ein konkretes Pflichtenheft zu erstellen, das man den Architekten, die am Wettbewerb teilnehmen, an die Hand geben will.“

Pflichtenheft fasst zusammen, was den Bürgern wichtig ist

In diesem Pflichtenheft habe die Gemeinde alles zusammengetragen, was den Bürgern im Vorfeld wichtig erschien. Die besonders intensive und neuartige Bürgerbeteiligung wurde vom Amt für ländliche Entwicklung im Rahmen des Projektes „Zukunftsfähiges (Um-)bauen und Wohnen in Kirchanschöring gefördert. Alle Informationen dazu können auch auf der Plattform kirchanschoerinig-voller-leben.de eingesehen werden.

Der Gemeinderat habe die Ideen dann nochmals bearbeitet, größtenteils übernommen und daraus von der Gemeindeverwaltung und dem Bürgermeister ein Pflichtenheft ausarbeiten lassen. Darin sind zahlreiche Vorgaben wie das Anwenden des Schwammstadt-Prinzips, die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien, tatsächlich nutzbare Gemeinschaftsflächen und vieles mehr gelistet. „Ein wichtiger Punkt, der allen am Herzen, lag, war die Schaffung von möglichst wenig Erschließungsflächen.“ Das Pflichtenheft mit seinen unzähligen Ideen müsse man aber noch formell im Gemeinderat beschließen, ehe es die Verwaltung als Vorlage es an das Münchner Fachplanungsbüro Raab und Partner weitergeben könne. „Das Zusammenstellung und Verfassen des Dokumentes hat sowohl für die Bürger als auch für die Verwaltung sehr viel Arbeit bedeutet“, betonte der Rathauschef.

Noch keine Aufstellung für Bebauungsplan

Mit der Weitergabe des Pflichtenheftes und der schon in einer früheren Sitzung in trockene Tücher gebrachten Mehrfachbeauftragung, werde aber noch nicht die tatsächliche Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen. Dafür fasse das Ratsgremium erst nach Vorliegen der verschiedenen Konzeptideen einen Aufstellungsbeschluss.

Das Ganze benötige noch ein wenig konstruktive Vorlaufzeit, meinte Birner auf eine Nachfrage, wann die Grundstücke Baureife erlangen. „Erst im Frühjahr 2024 ist die Bauleitplanung und Erschließung der Parzellen voraussichtlich dann so weit abgeschlossen, dass es losgehen kann“, sagte Birner

Konzept soll auch Klimawandel gerecht werden

Durch die Mehrfachbeauftragung will die Gemeinde also ein angemessenes Bau- und Gestaltungskonzept erhalten, das dem Klimawandel gerecht wird, entsprechend sorgsam mit Flächen umgeht und Schritt hält mit den gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen. Nach längerer Diskussion um die Inhalte des Pflichtenheftes und um den aufwändigen Planungsvorgang stimmte der Gemeinderat dem kurz vorgestellten Dokument auch zu.

Sowohl die Mehrfachbeauftragung als auch der spätere Bebauungsplan sollen unter dem Arbeitstitel „Lackenbacher Feld“ laufen. Darüber herrschte ebenfalls Einverständnis. Für das neue Baugebiet bot sich der Arbeitstitel „Lackenbacher Feld“ an. In unmittelbarer Nähe des zu überplanenden Areals befindet sich nämlich ein gleichnamiges Gebiet. Auf diese alte Flurbezeichnung sei man beim Durchsuchen der historischen Karten Kirchanschörings gestoßen, hieß es. Das Plangebiet befindet sich zum größten Teil im Eigentum der Gemeinde Kirchanschöring.

Caruso

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