Die meisten Anträge sind durch

Grünes Licht: In Kirchanschöring wird jetzt eifrig gebaut

Kirchanschöring - In Kirchanschöring wird schon bald gebaut. Eine Reihe von Bauanträgen wurde genehmigt. 

Nichts geht ohne: Wer neu baut, anbaut oder modernisiert, braucht in der Regel eine Erlaubnis dafür. Daher richteten sich wieder eine Reihe von Bauwilligen mit ihren Bauwünschen an die Gemeinde, um in den Genuss des gemeindlichen Einvernehmens zu kommen. Denn die Baugenehmigungsbehörde (im Landratsamt) kann über die Zulässigkeit von Vorhaben, wenn sie zum Beispiel im Außenbereich realisiert werden, nur im Einvernehmen mit der Gemeinde entscheiden.


Bis auf die Anfrage, bei der es sich um den Neubau eines Wohnhauses an der Georg- Weibhauser-Straße handelte, erteilte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung allen anderen vorliegenden Anträgen, dieses gemeindliche Einvernehmen.

So befand die Gemeinde Kirchanschöring, den Abbruch der Bestandsgaragen und den Bau von neuen Garagen samt Unterkellerung auf dem Außenbereichs-Grundstück Frühlingsweg 9 als zustimmungswürdig. Bei diesem Vorhaben handelt es sich um eine Nebenanlage zum dortigen Wohnhaus. „Es gibt keine Bedenken zur Zulassung, weil öffentliche Belange nicht beeinträchtigt sind und die Erschließung gesichert ist.“ Das Baugrundstück grenze an den Geltungsbereich des Bebauungsplanes“ Kirchanschöring Nord II“ an, erläuterte Bürgermeister Hans-Jörg Birner den Sachverhalt.


Für genehmigungsfähig hielt das Ratsgremium auch den Anbau einer neuen Maschinenhalle an die landwirtschaftliche Hütte auf dem Anwesen in Eschelbach 6. In diese schon vorhandene Hütte soll zudem eine Hackschnitzelheizung eingebaut werden, mit der der Bauherr künftig sein Wohnhaus heizen will. Das Baugrundstück liegt im Außenbereich. „Da das Vorhaben dem landwirtschaftlichen Betrieb des Bauwerbers dient, kann es als privilegiertes Vorhaben zugelassen werden.“ Zudem habe der Umwelt- und Bauausschuss schon vor einiger Zeit empfohlen, diesem Bauantrag zuzustimmen, sagte Birner.

Das gemeindliche Einvernehmen erhielt auch ein Antrag, der auf den Neubau eines Einfamilienhauses in Ribing abzielt. Laut Birner hält das Bauvorhaben alle Voraussetzungen der Innenbereichssatzung für den Ortsteil Ribing ein.

So mancher Grundstückseigentümer träumt vom eigenen Pool in seinem Garten. Diesen Traum kann nun die Inhaberin des Grundstücks Hans-Zeiler-Straße 14 erfüllen, denn das Ratsgremium entsprach ihren Antrag zum Errichten eines Pools. Das ging nur über eine Befreiung. Die wurde diesem Pool, der außerhalb der zulässigen Baugrenze ihres Grundstücks entstehen soll, ebenso erteilt wie die Errichtung einer Terrasse. Die Bauherrin beabsichtigt nämlich auch, ihre Terrasse, die sich an ihr Wohnhaus anschließt, zu erneuern. Die Bauwerberin benötigte für die Terrasse auch eine Befreiung, weil sie nicht den geforderten Höhenbestimmungen entspricht. Diese Befreiung vom Bebauungsplan, den ja die Gemeinde auch aufgestellt hat, ist praktisch die Baugenehmigung für dieses Vorhaben.

Wie Bürgermeister Hans- Jörg Birner vor der Beschlussfassung informierte, weist der Pool einen Rauminhalt von 60 Kubikmeter auf und befindet sich außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche. Laut Bebauungsplan müssten sich Terrassenbauten dem natürlichen Gelände anpassen. „Da vorliegend die Bodenplatte des Wohnhauses für das Erdgeschoss schon deutlich über dem natürlichen Gelände liegt, ist die Terrasse dem Gebäude angepasst.“ Die künftige Terrasse weise rund 34 Quadratmeter auf und werde aus Holz oder Natursteinen errichtet. „Zwischen dem Fertigfußboden des Bestandsgebäudes und dem natürlichen Gelände ist ein Höhenunterschied in Höhe von 90 Zentimeter vorhanden. Die Planung ist so aufgebaut, dass die Sitzgelegenheit um 15 Zentimeter tiefer als der Fertigfußboden im Bestandsgebäude geplant ist.“ Der verbleibende Höhenunterschied werde dann durch Stufen ausgeglichen. „Aufgrund der bestehenden Höhenlage des Bestandsgebäudes ist die vorliegende Ausführung aber noch hinnehmbar.“

Ungestört im Garten plantschen kann künftig auch die Eigentümerin des Grundstücks Waldweg 12. Wie beantragt wurde ihr nämlich ein Pool mit bis zu 100 Kubikmeter Beckeninhalt genehmigt. Sie muss nicht mal fürchten, dass Laub ins Becken fällt, denn sie will ihren Pool zeitweise mit einer luftgetragenen Überdachung versehen, die ebenfalls erlaubt wurde. Eigentlich hätte sie dafür keine Erlaubnis gebraucht, weil der Pool verfahrensfrei hätte errichtet werden dürfen. Das Areal, auf dem der Pool entstehen soll, liegt aber außerhalb des Baufensters, sodass dafür eine Befreiung von den Bestimmungen des Bebauungsplans „Unterhalb der Pöllersiedlung“ erforderlich war.

Mit dem Badespaß ist jedoch auch eine Auflage verbunden: In Zukunft muss die Grundstückseigentümerin darauf achten, dass das Poolwasser fachgerecht entwässert wird. „Diese Nebenbestimmung nehmen wir in den Beschluss mit auf“, sagte das Gemeindeoberhaupt.

Eine weitere Befreiung von den Bestimmungen des Bebauungsplans „Unterhalb der Pöllersiedlung“ erhielt die Grundstückseigentümerin des Waldwegs 12 auch für eine Natursteinmauer, die dort schon vor einiger Zeit und auch außerhalb des Baufensters hochgezogen worden ist. Nun wurde sie also nachträglich genehmigt.

Genehmigt hat das Ratsgremium auch die landwirtschaftliche Maschinenhalle in Leiharting 4 Weil sich das Baugrundstück baurechtlich im Außenbereich befindet, gab es für dieses Vorhaben grünes Licht in Form des gemeindlichen Einvernehmens „Das kann aus Sicht der Verwaltung für das Bauvorhaben erteilt werden, da es sich vorliegend um einen landwirtschaftlichen Betrieb handelt, öffentliche Belange nicht entgegenstehen und eine ausreichende Erschließung gesichert ist“, teilte Bürgermeister Birner mit. Der Gemeinderat habe sich bereits in der Sitzung im September 2019 mit der Errichtung der landwirtschaftlichen Maschinenhalle beschäftigt. Schon damals wurde ihr das Einvernehmen erteilt und der Antrag war auch bereits vom Landratsamt genehmigt. Nun wolle der Bauwerber das Bauvorhaben aber drehen.

Schließlich befasste sich der Gemeinderat in dieser Sitzung auch noch mit der Änderung des Flächennutzungsplanes der Nachbargemeinde, der Stadt Laufen. Die Stadt möchte am nördlichen Ufer des Abtsdorfer Sees (Gelände der ehemaligen Senioren-Pflegeeinrichtung) ein Sondergebiet für ein Hotel mit Gastronomiebetrieb ausweisen lassen. Da sich Kirchanschöring als Nachbargemeinde zu dieser Bauleitplanung äußern darf, stellte sie nur formell fest, dass sie weder Einwände hat noch Hinweise geben möchte.

car

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