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Kirchanschöring geht voran und startet Pilotprojekt

Bürgerrat „Zukunftstaugliches Bauen und Wohnen“

Das Pilotprojekt „Zukunftstaugliches Bauen und Wohnen“ ist über zehn Monate angelegt.
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Das Pilotprojekt „Zukunftstaugliches Bauen und Wohnen“ ist über zehn Monate angelegt.

Kirchanschöring - Das Pilotprojekt ist über zehn Monate angelegt und startet - vorbehaltlich der Corona-Situation - Anfang Juli mit einem Auftaktworkshop.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Vor mehr als zwei Jahren ist Kirchanschöring als deutschlandweit erste “Gemeinwohlökonomie -Gemeinde“ ausgezeichnet worden - ein Erfolg, der nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möglich war.

Die Gemeinde stellt sich seit langem mutig und früher als andere den Herausforderungen und Zeichen der Zeit. Damit ist sie in ihrem Handeln in vielen Bereichen beispielgebend für Bayern und über die Grenzen hinaus bekannt geworden. „Auf diesen Erfolg können wir miteinander stolz sein“, erklärt Kirchanschörings Erster Bürgermeister Hans-Jörg Birner, „Die Zusammenarbeit mit und Unterstützung durch die Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung bei zahlreichen Pilotprojekten sind Ursache und Ergebnis gleichermaßen für das Gelingen unseres „Kirchanschöringer Wegs“ und unsere interkommunalen Aktivitäten.“

Auch deshalb wurde die ILE Waginger See – Rupertiwinkel, deren Mitglied Kirchanschöring ist, als eine von drei bayerischen kommunalen Allianzen ausgewählt, modellhaft für Bayern „Wege zur Krisenfestigkeit“ und zu einem zukunftsfesten Bayern mit zu entwickeln. Wie notwendig „Krisenfestigkeit“ ist, führen die Verwerfungen durch die Corona-Pandemie derzeit ungeschminkt vor Augen.

„Dass wir uns auch auf kommunaler Ebene der Herausforderung stellen müssen, Klima-, Arten- und Naturschutz sowie den Gesundheitsschutz verstärkt „zusammen zu denken“, damit wir künftig eine „robuste Zukunftsfähigkeit“ für alle Generationen erlangen können, wird immer offensichtlicher“, begründet Beatrix Drago, Sachgebietsleiterin Dorferneuerung in der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung, die Entscheidung für das Engagement in Kirchanschöring.

Mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz Ende April haben die Richterinnen und Richter nun zudem deutlich gemacht, dass die Klimalasten nicht länger auf die künftigen Generationen abgewälzt werden dürfen.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat unmittelbar darauf reagiert und angekündigt, Bayern bis 2040 klimaneutral zu machen, um Bayerns Beitrag zur Erreichung des 1,5 Grad Ziels des Pariser Klimaschutzabkommens zu leisten. Neben den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft ist vor allem auch der Bereich Gebäude künftig gefordert, die CO2-Emissionen deutlich zu senken. Dabei spielt das Thema „Bauen und Wohnen“ mit seinem unmittelbaren Bezug zur nicht vermehrbaren Ressource „Boden“ eine zentrale Rolle.

Deshalb geht die Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung bei diesem auch für soziale Belange so wichtigen Thema nun pilothaft neue Wege. Nicht nur, weil es bei der Siedlungsentwicklung darum geht, jetzt die Weichen so zu stellen, dass auch die nächste Generation noch gut leben kann. Sondern weil klar ist, dass Akzeptanz für neue notwendige Wege und Weichenstellungen nur durch Beteiligung der Betroffenen, nur durch Einbindung der Bürgerinnen und Bürger erreicht werden kann.

„Mit dem Bürgerrat „Zukunftstaugliches Bauen und Wohnen“ wollen wir uns als Kommune nun der nächsten Aufgabe im Sinne des Gemeinwohls stellen“, verdeutlicht Hans-Jörg Birner die Entscheidung für dieses zukunftsweisende Projekt. „Das Bürgerbeteiligungsprojekt soll Offenheit schaffen für notwendige kommunale Entscheidungen auf Grund der globalen sowie der sich verändernden gesellschaftlichen Herausforderungen und eine aktive Unterstützung der Bevölkerung für neue Formen des Bauens und Wohnens in der Gemeinde bewirken. Dabei geht es nicht darum, bestimmte Wohnformen kategorisch zu verhindern, sondern neue und attraktive Alternativen gemeinsam zu erarbeiten und in einer zukunftsweisenden Siedlungsstruktur zu etablieren.“

Das Pilotprojekt ist über zehn Monate angelegt und startet – vorbehaltlich der Corona-Situation – Anfang Juli mit einem Auftaktworkshop. Dafür wurden 20 Bürgerinnen und Bürger aus dem Melderegister ausgelost. Nach dem Auftakt überlegen, informieren und planen im weiteren Verlauf des mehrstufigen Beteiligungsprojekts die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger gemeinsam, wie zukunftstaugliches Bauen und Wohnen in Kirchanschöring aussehen kann. Es gibt eine Informationsphase zur Meinungsbildung, den zweiten Bürger*innenrat in Kirchanschöring sowie am Ende ein städtebauliches Auswahlverfahren für das neue Baugebiet in der Nähe von Lackenbach. Ganz im Sinne der praktizierten Gemeinwohlorientierung, die für wirtschaftliche, ökologische und soziale Vorteile steht, wird auch hier im Miteinander der Grundstein für einen langfristig ressourcenschonenden Umgang mit Grund und Boden gelegt. Das Pilotprojekt wird fachlich professionell von Tanja Schnetzer (SCHNETZER|RUTHMANN GbR, Prien am Chiemsee), Cordula Riener-Tiefenthaler (Common World, Altötting) und Dr.-Ing. Heide Schuster (BLAUSTUDIO, Traunstein) begleitet.

Gefördert wird der Prozess als gesamtbayerisches Pilotprojekt mit 90% durch die Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Sie erwartet sich daraus einen auf andere bayerische Kommunen übertragbaren Erkenntnisgewinn, wie unter intensiver Beteiligung der Bevölkerung, dem Bürgerrat „Zukunftstaugliches Bauen und Wohnen“ ein Bewusstsein für nachhaltige Siedlungsentwicklung in der Kommune entwickelt werden kann, das die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Vorteile für Kommune und Bürger*innen aufzeigt sowie die Bereitschaft zur aktiven Unterstützung des kommunalen Prozesses gewährleistet. Die Ergebnisse sollen auch den anderen Gemeinden der ILE Waginger See-Rupertiwinkel sowie anderen bayerischen Gemeinden als Vorbild dienen, wie „Zukunftstaugliches Bauen und Wohnen“ unter intensiver Beteiligung der Bürger*innen auf den Weg gebracht werden kann.

Pressemitteilung SCHNETZER|RUTHMANN GbR / Caruso

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