Bohranlage soll bis Ende des Jahres fertig werden

Die Errichtung des Bohrplatzes in Kirchanschöring geht voran

Das Einrichten der Bohrstelle in Kirchanschöring liegt voll im Zeitplan
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Das Einrichten der Bohrstelle in Kirchanschöring liegt voll im Zeitplan

Kirchanschöring - Die Errichtung des Bohrplatzes in Kirchanschöring geht zügig voran. Für die vorgesehenen vier Tiefbohrungen wird derzeit der Bohrplatz errichtet.

Der Bohrplatz verfügt bereits über einen Wasser- und Stromanschluss und ist so angelegt, dass keine wassergefährdenden Flüssigkeiten wie etwa Schmieröl in den Untergrund gelangen können und das Grundwasser geschützt ist. Dazu wurden im Juli 2020 die sogenannten Standrohre zur Stabilisierung der lockeren oberen Bodenschichten und zum Schutz der oberflächennahen Grundwasserhorizonte bis in eine Tiefe von 35 Meter eingebracht. Ab rund 15 Meter Tiefe steht auf dem Grundstück der tertiäre Grundwasserstauer an, in den die Standrohre fest eingebunden werden.


Die Rohre sind aus Stahl und wurden einzementiert, die Dichtheit der Rohre wurde geprüft. Im Laufe des Bohrplatzbaus werden die Standrohre oben in die Bodenplatten der Bohrkeller des Bohrplatzes dicht einbetoniert. Die Tiefbohrungen werden nach Fertigstellung des Bohrplatzes durch die Standrohre hindurch in die Tiefe geführt. Dadurch ist das oberflächennahe Grundwasser aus der Bohrung ausgesperrt und wird von der Bohrung und den Aktivitäten auf dem Bohrplatz nicht berührt.

Die Bohranlage für die Tiefbohrungen soll noch Ende dieses Jahres in Kirchanschöring aufgebaut werden.


Alle vier geplanten Bohrungen werden von demselben Bohrplatz aus in die Tiefe gebohrt und auf dem Weg nach unten im Richtbohrverfahren in die jeweiligen Bohrziele abgelenkt. Zwei der Bohrungen werden zu Förderbrunnen ausgebaut, die anderen beiden leiten das Wasser nach der Abkühlung in einem Wärmetauscher wieder zurück in die Tiefe.

Der Bohrplatz selbst besteht im Wesentlichen aus dem inneren Bohrplatz zu dem Maschinenfundamente, Bohrkeller, Maschinenaufstellfläche oder Rohrlager zählen und dem äußeren Bohrplatz, der für die Umfahrung sowie als Aufstellfläche für Container und als Lagerfläche dient. Schon beim Anlegen des Bohrplatzes müssen die hohen Anforderungen der Geothermie Rupertiwinkel erfüllt werden. Die Durchführung wird von staatlicher Seite durch das Bergamt Südbayern überwacht.

Als bayrischem Unternehmen ist der Geothermie Rupertiwinkel GmbH mit Firmensitz in München, der Eigentümerin des Projekts, die Zusammenarbeit mit lokal und regional ansässigen Firmen wichtig. Die mitwirkenden Planungsbüros und anderen ausführenden Firmen kommen größtenteils aus Kirchanschöring und den umliegenden Orten; das Equipment für die Hoch- und Tiefbauarbeiten zu einem Teil aus Kaufbeuren und zum anderen Teil aus Saaldorf Surheim.

Bei einem Rundgang über die Baustelle wird ersichtlich, dass die aus Stahlbeton angefertigten Bohrpfähle, die das Bauwerk tragen, bereits eingebracht sind. Auf die Bohrpfähle wurden dann die Bohrkeller und das Bohrturmfundament aufgebracht.

Aktuell ist das Baustellenteam auch mit den Tiefbauarbeiten beschäftigt. Das entsprechende Baumaterial liegt bereits auf der Baustelle bereit oder wird mit Lkws angeliefert. Um die Arbeiten ausführen zu können, sind mehrere Fachkräfte und jede Menge Geräte wie Bagger, Planierraupen, Walze, Muldenkipper, Teleskop-Stapler und Lastwagen im Einsatz. Die Arbeiten sind insgesamt voll im Zeitplan.

Auf Antrag der Geothermie Rupertiwinkel GmbH hatte der Gemeinderat Kirchanschöring in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause die Aufstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zur Errichtung eines Geothermiekraftwerkes in Kirchanschöring genehmigt. Wie bereits berichtet, erstellt die Geothermie Rupertiwinkel GmbH ihre Anlage südlich des Gewerbegebietes, das an der Leobendorfer Straße und in der Nähe der Bahnlinie Mühldorf-Freilassing verläuft, auf einem gemeindlichen Grundstück.

Die Erschließung des Kraftwerkes erfolgt von der Leobendorfer Straße aus. Dazu befestigte man den vorhandenen Kiesweg und soweit dies erforderlich war wurde er auch asphaltiert. Entlang dieser Straße sind auch die für das Kraftwerk erforderlichen Leitungen verlegt worden.

Dazu zählt auch das Elektrokabel, die Stromleitung vom geplanten Kraftwerksstandort zum Einspeisepunkt an der schon gebauten neuen Trafostation westlich des bestehenden Schuppens an der Bahnlinie. Schon während der Bohrphase dient diese Starkstromleitung der Energieversorgung. Trassiert ist auch schon eine Fernwärmeleitung, die später dann Richtung Ort verlegt werden kann.

Darüber hinaus ist mittlerweile auch dafür gesorgt, dass die Feuerwehr im Bedarfsfall auf eine ausreichende Menge an Löschwasser verfügt. Dafür legte man eine Löschwasserzisterne an und errichtete einen Hydranten.

Caruso

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