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Protest-Botschaft in Kirchanschöring

„Verschwörungs-Anhänger“ sorgt für Diskussionen – Verdacht auf Verbindung zur rechten Szene

Hier möchte jemand eine Botschaft unters Volk bringen: Anhänger in Kirchanschöring.
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Hier möchte jemand eine Botschaft unters Volk bringen: Anhänger in Kirchanschöring.

Dubiose Warnungen vor dem „Great Reset“ und der „Impf-Verschwörung“ gemischt mit revanchistischen Botschaften, die aus der rechtsradikalen Szene stammen könnten: In Kirchanschöring steht ein Anhänger am Straßenrand, auf dem solche Kritzeleien zu lesen sind. Der Hänger wechselt regelmäßig den Standort. Die Polizei beobachtet die Sache.

Kirchanschöring/Traunstein - Ein Anhänger sorgt für Ärger und auch Diskussionen in Kirchanschöring. Darauf zu lesen sind Botschaften, die eine Nähe zur rechtsradikalen Szene vermuten lassen. Verweise auf das „Rheinwiesenlager“ im Zweiten Weltkrieg und die Dolchstoßlegende aus dem Ersten Weltkrieg sind Chiffren der deutschnational-revanchistischen Szene.

Wer steckt hinter der plakativen Anhänger-Aktion?

Gegenüber chiemgau24.de gibt eine Freie Journalistin aus dem Landkreis Traunstein eindeutige Hinweise. Sie berichtet regelmäßig aus den Gemeinden und habe den gleichen Anhänger auch schon in Waging am See gesehen. Die Wortwahl sei nahe am Straftatbestand der Volksverhetzung.

Offenbar ist dies absichtlich so gewählt und wird öffentlich verbreitet von bayernweit aktiven und bekannten Querdenkern. Diese seien auch Mitglieder heimischer Mahnwachen, „treten regelmäßig bei Querdenker-Versammlungen sowie ´Spaziergängen´ auf“, erklärt die Journalistin. Ein führendes Mitglied des örtlichen Ablegers der Kleinstpartei “Die Basis“ sei ebenfalls dabei.

Anton Huber äußert sich im persönlichen Gespräch zur Problematik

Chiemgau24.de konnte am Samstag (5. Februar) persönlich mit Toni Huber (73) sprechen. Der Facebook-Auftritt der „Basis“ weist ihn als Kreisvorsitzenden in Traunstein aus. Der Anhänger sei auf ihn beziehungsweise seine Firma zugelassen.

Laut seiner Aussage hätten sich mehrere Mitglieder aus der regionalen Querdenker-Szene zusammengeschlossen: „Wir möchten ein Zeichen des Protests gegen aktuelle politische Entscheidungen setzen, besonders die Corona-Maßnahmen, und die Menschen zum Nachdenken bringen.“

Botschaften, die viele Fragen aufwerfen und wenige Antworten geben. Angebracht an einem Anhänger.

Seit zwei Jahren keinen Umsatz mit der Forschungsgesellschaft

Huber ergänzt, dass er selbst mit seiner Firma „seit zwei Jahren keinen Umsatz mehr macht“. Vom aktuellen politischen System würde er „niemals Hilfsgelder beantragen“. Huber ist Diplom-Ingenieur für Verfahrenstechnik und lehrte laut eigenen Angaben zehn Jahre lang als Dozent im Fachgebiet an der Technischen Hochschule Deggendorf.

Er sei ein Experte für nachhaltige Strategien in der Landwirtschaft, den Einsatz erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe.

Jeder Lockdown koste „den deutschen Steuerzahler circa 6 Billionen Euro“, so Huber abschließend. Als Wissenschaftler habe er „eine Verantwortung, aufzuklären und zu informieren“. Regelmäßig sende er seine Einschätzungen der aktuellen Lage „per Post an Ministerpräsident Markus Söder und die Bayerische Staatsregierung“. Antworten darauf habe er „bisher leider noch nicht bekommen“.

Im Gespräch wird dann allerdings auch klar, dass Toni Huber revisionistisches Gedankengut hat: „Ein Familienangehöriger war vermutlich nach dem Zweiten Weltkrieg Gefangener im US-Lager der Rheinwiesen. Die USA haben dazu ein völliges Informationsverbot verhängt. Ich bin für Aufklärung. Aber ich bin sicherlich nicht rechtsradikal.“

Proteste gegen Corona-Maßnahmen mit rechtsradikalem Gedankengut vermischt

Durch die grenzwertige Wortwahl könnten der oder die Urheber der Anhänger-Aktion mit dem Gesetz in Konflikt kommen: „Da der Passant nicht weiß, wem er die Worte auf dem Anhänger zuzuschreiben hat. Ihm stellt sich wohl die Frage: An welches Fahrzeug er diesen Propaganda-Karren hängen soll. Offensichtlich ist die Rechtslage sehr schwierig, sonst wäre der Anhänger wohl schon längst weg,“ so die freie Journalistin aus dem Landkreis Traunstein im Gespräch mit chiemgau24.de

Auf Nachfrage äußert sich die Polizeidienststelle in Laufen zu dem Anhänger: „Das Problem ist bekannt. Wir können und dürfen aber zum Sachstand eventueller Ermittlungen bzw. zur Identität des Halters keine Angaben machen.“ Sollte der Straftatbestand der Volksverhetzung - oder der Verdacht darauf - erfüllt sein, würde die Polizei gegen den Halter des Fahrzeugs Ermittlungen einleiten: „Sobald wir Kenntnis von einer Straftat erlangen, wie und wo auch immer, wird die Straftat proaktiv verfolgt“, so ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

-rok-

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