Gemeinderat Kirchanschöring

Gemeinde knüpft Genehmigung und Betrieb eines Hubschrauber-Sonderlandeplatzes an Bedingungen

Die Firma „Global Helicopter Service GmbH“ will in Kirchanschöring Hubschrauber des Typs „Bell 412“ warten, wie er beispielsweise auf diesem Foto abgebildet ist.
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Die Firma „Global Helicopter Service GmbH“ will in Kirchanschöring Hubschrauber des Typs „Bell 412“ warten, wie er beispielsweise auf diesem Foto abgebildet ist.

Die Firma „Global Helicopter Service GmbH“, die sich auf dem Firmengelände des früheren Unternehmens „Royalbeach“ im Gewerbegebiet „An der Leobendorfer Straße“ Ecke “Watzmannstraße“ neu angesiedelt hat, ist nicht nur Betreiber und Organisator einer Hubschrauberflotte des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (englisch: UN World Food Programme, WFP), sondern auch des Internationalen Roten Kreuzes. Das Unternehmen unterhält insgesamt sechs Hubschrauber vom Typ Bell 412, die für Transporte und Luftrettungen im Einsatz ist.

Kirchanschöring - An ihrem Firmensitz möchte sie jetzt ausschließlich einen Wartungsbetrieb für ihre eigene kleine Hubschrauberflotte betreiben. Die Helikopter sollen also nur gewartet und repariert werden. Dafür braucht der Betrieb aber auch einen Platz zum Landen der Hubschrauber auf dem firmeneigenen Gelände (Plus-Artikel). Dies erfordert nicht nur eine Genehmigung zum Anlegen eines Hubschrauber-Sonderlandeplatzes, sondern auch zur Nutzung des Platzes, also zum Starten und Landen. Damit die Anwohner in ihren schutzwürdigen Belangen nicht verletzt werden, musste das Unternehmen vor einer Genehmigung durch die Luftfahrtbehörde ein Schallimmissions-Gutachten vorlegen, in dem auch die Anzahl der Hubschrauberflüge festgehalten ist. Dieses Gutachten wird auch von der Regierung von Oberbayern geprüft, die die Gemeinde bat, dazu Stellung zu nehmen. Der Gemeinderat kam dem in der jüngsten Gemeinderatssitzung nach.

Mit der Gegenstimme von Sebastian Brüderl stimmten die Räte dann nach kurzer Debatte dem Antrag der Global Helicopter Service GmbH auf Genehmigung eines Hubschrauber-Sonderlandeplatzes unter bestimmten Bedingungen zu. Eine dieser Bedingungen ist der Abschluss eines positiven Bauleitplanverfahrens, der derzeit noch nicht absehbar ist.

Zudem hält Kirchanschöring fest, dass die gemeindlichen freiwilligen Feuerwehren die entsprechenden Löschschutzvorgaben, die ein solcher Landeplatz mit sich bringt, vermutlich derzeit nicht einhalten können. „Sowohl die Freiwillige Feuerwehr Kirchanschöring als auch der Kreisbrandrat und der Zweckverband der Achengruppe sind daher unbedingt am Verfahren zu beteiligen“, stellte Bürgermeister Hans-Jörg Birner vor der Abstimmung klar. Der Antragsteller hat auch alle erforderlichen Aufwendungen und Maßnahmen zu tragen, um die erforderlichen Löschmittel und die Löschmenge gewährleisten zu können. Zudem muss er auch die Kosten für die erforderlichen Feuerwehrseminare tragen. „Darüber hinaus dürfen die Immissionswerte die bestehenden Gewerbegebiete mit den genehmigten Betriebsleiterwohnungen nicht beeinträchtigen.“ Nicht zuletzt setzt die Gemeinde Kirchanschöring voraus, dass die ursprünglich beantragten insgesamt zehn Flugbewegungen, also fünf Starts und fünf Landungen pro Monat eingehalten werden.

Wie Birner eingangs informierte, hat der Gemeinderat in einer früheren Sitzung die für die Genehmigung des Hubschrauberlandeplatzes notwendige Bebauungsplanänderung in Aussicht gestellt, sofern es tatsächlich möglich ist, das zugehörige Bauleitplanverfahren erfolgreich über die Bühne zu bringen. „Die damit verbundene Behörden- und Trägerbeteiligung ist aber noch nicht eingeleitet worden.“

Die Räte diskutierten zudem die Situierung einer Hecke als Abgrenzung und Sichtschutz. Sollte der von der Kommune vorgeschlagene Platz nicht möglich sein, werde auch der Vorschlag der jetzigen Planung akzeptiert, hieß es.

Gemeinderat Sebastian Brüderl wollte den Gemeinderatsbeschluss schließlich als einziger nicht mittragen, weil es ihm missfiel, dass nun zehn Flugbewegungen pro Monat (im Jahr also 120) vereinbart worden sind, während ursprünglich nur von 60 Flugbewegungen die Rede gewesen sei. Es störe ihn, dass die Vereinbarung nicht eingehalten werde. „Das sind mittlerweile immerhin schon doppelt so viele.“

caruso

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