Umsetzung wird wieder konkreter

Japanischer Konzern für Geothermie-Projekt in Kirchanschöring?

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Kirchanschöring - Lange war es still um das Geothermie-Projekt in Kirchanschöring - nun tut sich wieder was und am Montag wird auch zu einer Info-Veranstaltung eingeladen. 

Die Umsetzung des Geothermie-Projekts in Kirchanschöring wird wieder konkreter. Seit Jahren hörte man kaum noch was von den Planungen der federführenden Salzburg AG, doch wie die Gemeinde Kirchanschöring jetzt mitteilt, hat sich einiges Neues getan: Mit dem japanischen Konzern "marubeni" wurde ein neuer Investor gefunden. Dieser wurde notwendig, weil sich die Stadtwerke München vor einiger Zeit kurzfristig aus dem Projekt zurückgezogen hatten.

Info-Veranstaltung am Montag im Salitersaal

Außerdem sei nun das bereits seit Jahren im Flächennutzungsplan ausgewiesene Areal nahe des Gewerbegebiets als neuer Kraftwerksstandort geplant. Das Kirchanschöringer Geothermie-Projekt sei inzwischen "zur Umsetzungsreife weiterentwickelt", wie die Gemeinde mitteilt. Deshalb soll der aktuelle Projektstand am Montag, den 8. Juli, um 19.30 Uhr im Salitersaal vorgestellt werden. Wie bei einem Treffen des SPD-Ortsvereins im Mai bereits kurz angesprochen wurde, soll die Energie zur Stromerzeugung und nicht für Fernwärme genutzt werden. 

Zu Wort kommen wird nicht nur Bürgermeister Hans-Jörg Birner, sondern auch Bürgermeister Hans Feil, denn auch das benachbarte Laufen ist an der gemeinsamen Geothermie-GmbH der beiden Gemeinden beteiligt. Außerdem soll der japanische Konzern "marubeni" an diesem Abend ausführlich vorgestellt werden. Zusammen mit der Salzburg AG wird der neue Investor den aktuellen Projektstatus vorstellen. Auch für Fragen und Diskussionen soll genügend Zeit bleiben. 

Mehrere Geothermie-Planungen im Landkreis Traunstein

Kirchanschöring ist momentan einer von mehreren Orten im Landkreis Traunstein, in denen Geothermie-Projekte in Planung sind. In Kay waren Probebohrungen bisher nur in vager Diskussion, konkreter sind die Projekte aber schon in Litzlwalchen bei Nußdorf und Tengling, wo die Öffentlichkeit schon in Info-Veranstaltungen aufgeklärt wurden. Eine fixe Umsetzung ist aber an allen Orten noch alles andere als sicher

Wie funktioniert ein Geothermie-Kraftwerk? Mehrere tausend Meter unter der Erde wird heißes Wasser mit Temperaturen von mindestens 115 Grad angezapft. Die Bedingungen dafür sind vor allem im nordwestlichen Landkreis Traunstein gut. Das Wasser wird heraufgepumpt, dann wird mit Hilfe von Wärmetauschern Wärme entzogen. Der Dampf treibt eine Turbine an und nachgeschaltete Generatoren erzeugen damit Strom. Das abgekühlte Wasser wird danach wieder hinuntergepumpt.

Die Chancen und Risiken von Geothermie 

Bei einer Diskussionsveranstaltung in Tengling äußerte sich zuletzt die Energieagentur des Landkreises neutral zur Geothermie. Im Vergleich zu anderen Arten der Energiegewinnung gibt es bei der Geothermie noch relativ wenig Erfahrung, die Investitionskosten seien am Anfang recht hoch und kaum spürbare Mikro-Erdbeben bei der Bohrung sind nicht gänzlich auszuschließen - doch die Vorteile würden überwiegen: Die Geothermie ist unbegrenzt und rund um die Uhr verfügbar, klimaschonend und besticht durch geringe laufende Kosten, wenig Flächenverbrauch und Unabhängigkeit in der Energieversorgung. Ist ein Kraftwerk einmal in Betrieb funktioniert sie praktisch ohne menschliche Arbeitskraft. 

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa Ronald Wittek

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