Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wie wohnen weiter bezahlbar bleibt

Vortragsreihe beschäftigt sich dieses Mal mit Baugenossenschaften

Natalie Schaller von der Mitbauzentrale München (links im Bild) machte Hans-Jörg, Bürgermeister von Kirchanschöring (rechts im Bild), und allen Online-Teilnehmern die Vorteile eines genossenschaftlichen Bauprojektes deutlich: lebendige Nachbarschaft und bezahlbares Wohnen. Beispielsweise die Genossenschaftswohnungen am Ackermannbogen zählen mittlerer weile zu den beliebtesten Wohnquartieren in München.
+
Natalie Schaller von der Mitbauzentrale München (links im Bild) machte Hans-Jörg, Bürgermeister von Kirchanschöring (rechts im Bild), und allen Online-Teilnehmern die Vorteile eines genossenschaftlichen Bauprojektes deutlich: lebendige Nachbarschaft und bezahlbares Wohnen. Beispielsweise die Genossenschaftswohnungen am Ackermannbogen zählen mittlerer weile zu den beliebtesten Wohnquartieren in München.

Natalie Schaller von der Mitbauzentrale München informierte Kirchanschöringer Bürgerinnen und Bürger über das Thema Baugenossenschaften.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Kirchanschöring - Solange das Bauen und Wohnen auf dem Land erschwinglich war, gab es auch in Kirchanschöring eher nachrangiges Interesse für das Thema Baugenossenschaft. Wie sehr sich die Situation verändert hat, zeigte der 6. Vortrag der Reihe “Zukunftstaugliches (Um-) Bauen und Wohnen in Kirchanschöring”. Obwohl die Veranstaltung auch diesmal coronabedingt rein online stattfinden konnte, schalteten sich über 30 Bürgerinnen und Bürger zu, die interessiert die Informationen verfolgten.

 “Wie schaffen wir es, möglichst vielen Bürgern Baugrund zu verschaffen?”, gab Bürgermeister Hans-Jörg Birner zunächst die Ausgangsfrage vor. Da es im hochpreisigen München vor allem den Baugenossenschaften gelungen war, Mieten und Bauen bezahlbar zu halten, übergab er das Wort an die Münchener Expertin Natalie Schaller. Sie stellte sich als studierte Architektin vor, die seit 2014 Leiterin der Münchener Mitbauzentrale ist. Sie erklärte zunächst, dass es in einer Baugenossenschaft um “mehr als Wohnen” geht. Sie kann einen gesellschaftlichen Mehrwert leisten. Da bereits bei der Bauplanung alle zukünftigen Bewohner beteiligt sind, entstehen schon früh im Bauprozess starke soziale Netzwerke. Rein rechtlich gibt es nicht “die” Baugenossenschaft, sondern mehrere verschiedene Rechtsformen, deren Unterschiede Natalie Schaller anfangs kurz darstellte. Besonders die Form des “Syndikat” sorgte für neugieriges Erstaunen.

Dieses entstand in der Hausbesetzerszene und ist ein Zusammenschluss von autonomen Wohnprojekten. Das Syndikat sichert die Unverkäuflichkeit des Gemeineigentums und entzieht die Immobilien dem Kapitalmarkt. Sorgt also für bezahlbare Mieten. Neben dieser eher großstädtisch relevanten Form, ist die klassische Genossenschaft auch für die ländliche Region inzwischen attraktiv. Deren Grundsätze beinhalten die Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Da alle Mitglieder gleichzeitig Mieter und Vermieter zugleich sind, besteht ein Eigeninteresse, die Mieten moderat zu halten. Ein weiterer Vorteil der Genossenschaft ist, dass der Grund und Boden der Spekulation entzogen wird. Also somit dazu beiträgt, dass die Bodenpreise der gesamten Kommune moderat bleiben. 

Da Genossenschaften einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen, bezahlbares Wohnen ermöglichen und einen Beitrag zur Dämpfung der Preisentwicklung leisten, haben Kommunen ein Interesse, Genossenschaften zu fördern. Deshalb bieten viele Gemeinden Zugang zu günstigen Bauflächen und Finanzmitteln. Das Interesse der Kommunen für das Thema konnten einige zugeschaltete Bürgermeister aus dem Landkreis bestätigen. Bürgermeister Bratzdrum aus Tittmoning erkundigte sich, wie lange der Vorlauf der Gründung einer Genossenschaft dauert. Frau Schaller ging davon aus, dass man mindestens ein dreiviertel Jahr Vorlauf einplanen sollte. Hans-Jörg Birner fügte an, dass bei einer Genossenschaftsgründung mit Sicherheit Know-how von außen notwendig sein würde. Er kündigte an, dass in Kirchanschöring die Gründung einer Genossenschaft unter Beteiligung der Kommune angedacht würde. Zum Abschluss warf Gemeinderatsmitglied Dr. Stöckl-Bauer die Frage auf, ob die in München gut funktionierenden Genossenschaftsprojekte auch auf dem Land funktionieren.

Dazu konnte ein Teilnehmer aus Grassau anmerken, dass Modelle wie diese auch bei uns notwendig werden. Er mahnte, dass die kommunalen Einheimischenmodelle inzwischen an ihre Grenzen stoßen. Hans-Jörg Birner wies zum Ende der Veranstaltung auf den nächsten Teil der Vortragsreihe hin. Der nächste Abend findet am, Mittwoch, den 9. Februar 2022 wieder online ab 19.30 Uhr (bis etwa 21 Uhr) statt. Dann wird Alexandra Bauer von der Technischen Universität München über “soziale Begegnungsorte” sprechen, wie sie entstehen, was überhaupt solch offene Orte sind und wie man sie finden kann. Gemeinsam mit den Kirchanschöringerinnen und Kirchanschöringern will sie auf eine Entdeckungsreise gehen und herausfinden, wo es schon solche Plätze in der Gemeinde gibt und ob noch neue Orte entstehen können. Der Link dazu steht auf der Website www.kirchanschoering.de zu Verfügung.

Pressemitteilung Gemeinde Kirchanschöring

Kommentare