Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Kirchanschöring

18 Fragen an Hans-Jörg Birner (CSU)

Konkurrenzlos: Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner (CSU).
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Konkurrenzlos: Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner (CSU).

Kirchanschöring - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Kirchanschöring wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Hans-Jörg Birner (CSU)

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Hans-Jörg Birner


2. Partei

CSU

3. Alter

52 Jahre

4. Wohnort

Kirchanschöring (seit Geburt)

5. Geburtsort

Krankenhaus Fridolfing

6. Familienstand

Verheiratet

7. Kinder

2

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • 2002-2008 3. Bürgermeister
  • Seit 2008 1. Bürgermeister

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

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10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Ich darf in der Gemeinde Kirchanschöring jetzt schon mehr als 20 Jahre gestaltend mitwirken- von einem „einfachem“ Mitstreiter bei der erfolgreichen Dorferneuerung bis jetzt in den letzten 12 Jahren als erster Bürgermeister. Schon allein dadurch ist mir unsere Gemeinde ans Herz gewachsen. 

Wenn ich die Rückmeldungen der vielen kommunalen Besuchergruppen, die unsere Gemeinde in den letzten Jahren besucht haben, als Gradmesser nehme, dann ist das Besondere an unserer Kommune wohl die Bereitschaft immer wieder neue Wege zu gehen. Das sind oft Wege, abseits der üblichen Routine und stark orientiert an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit und des Gemeinwohls. 

Als Bürgermeister erfüllt es mich jedes Mal wieder mit Stolz, wenn die anerkennenden und teils bewundernden Rückmeldung kommen, was denn in Kirchanschöring alles möglich ist.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ob ich genau der richtige bin, das sollten andere entscheiden. Aber durch meine Erfahrung und meine kreative Herangehensweise an kommunalpolitische Themen können wir viel Potenzial in der Bürgerschaft aktivieren. Vor den Ideen der Bürger habe ich keine Scheu. Ganz im Gegenteil. Es freut mich andere mit meiner Unterstützung erfolgreich werden zu lassen. Meine Aufgeschlossenheit gegenüber unkonventionellen Wegen fördert in der Gemeinde Kirchanschöring die besonderen Entwicklungen.

12. Was haben Sie in ihrer vergangenen Amtszeit erreicht? 

Die vergangenen sechs Jahre konnten einige Schritte für die Daseinsvorsorge zurückgelegt werden. Ein Höhepunkt war sicher das „Haus der Begegnung“, ein Besuchermagnet für viele andere Kommunen, die sich über dieses passgenaue Konzept informieren. Aber auch der Anbau am Haus für Kinder, der Ankauf des Bahnhofs und die Umgestaltung zum KuBa Kultur am Bahnhof). 

Ein wichtiger Meilenstein für unser Selbstverständnis als innovative und nachhaltige Kommune war die Erstellung der Gemeinwohlbilanz. 

Ein wichtiger Erfolg der Kommunalpolitik in unserer Region war aber auch der Zusammenschluss in die unterschiedlichen Regionalinitiativen von LEADER über Ökomodellregion bis hin zur ILE Waginger See – Rupertiwinkel. 

Hier gilt mein Dank auch den Kolleginnen und Kollegen, die diese Ideen von Anfang an unterstützt haben.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Im Grunde gibt es selten die „größte“ Herausforderung. Doch längerfristig gesehen ist ein verträglicher Bahnausbau für unsere Gemeinde und vor allem das Dorf Kirchanschöring eine der wichtigsten Entwicklungen, da sie unser direktes Lebensumfeld und womöglich auch die Lebensqualität der Anwohner massiv beeinträchtigen könnte. 

Daher haben wir bereits vor einiger Zeit eine Bürgerplanungsgruppe gegründet, um uns aktiv und konstruktiv in den Planungsprozess der Bahn einbringen zu können. Denn grundsätzlich ist der Ausbau des Schienenverkehrs der richtige Weg. Doch müssen die Belange der Anlieger und Kommunen eine entsprechende Würdigung finden. Eine Entscheidung nach ausschließlich wirtschaftlichen Aspekten ist in diesem Fall unangebracht.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

  • Kinderbetreuung:
    Es stehen wichtige Weichenstellungen im Bereich der Kinderbetreuung an. Die Betreuungsplätze im Haus für Kinder werden perspektivisch nicht ausreichen. Hier werden neue Lösungsansätze gebraucht, da eine Erweiterung aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist.
    Das Schulhaus mit einem Großteil seiner Bausubstanz aus dem Jahre 1968 muss saniert werden. Eine ökologische Sanierung ist unstrittig. Jedoch müssen wir die Bedarfe neu denken. Der Anspruch auf Ganztagesbetreuung steht in den nächsten Jahren an. Es gilt also Lösungen z.B. für die Verpflegung zu finden. Mein Wunsch wäre hier eine eigene Küche, direkt vor Ort mit regionalen oder bioregionalen Zutaten gekocht und so direkt die Qualität der Essens und unsere Landwirte und Verarbeiter vor Ort zu fördern.
    Das alles soll aber mit einer relativ neuen Art der Bürgerbeteiligung gelingen. Ein Bürgerrat und Bürger-Cafés sollen die besten Lösungen erarbeiten. Der Bürgermeister oder die Gemeinderäte haben nicht immer automatisch die bestmögliche Idee.
  • Intakte Strukturen für soziale und kulturelle Handlungsfelder:
    Es gibt sicher noch viele weitere Bauprojekte wie Kanalsanierung oder Hochwasserausbau. Aber für den Zusammenhalt und die positive Grundstimmung in unserer Gesellschaft ist es wichtig bestmögliche Rahmenbedingungen für soziale und kulturelle Teilhabe zu schaffen. Hier gibt es viele gute Ideen, die wir als Kommune aufgreifen uns unterstützen sollen.
  • Gemeinwohlorientiertes Handeln
    All das mündet in einem gemeinwohlorientiertem Handeln einer Kommune. Im Jahr 2021 steht die Re-Zertifizierung unserer Gemeinwohlbilanz an. Wir wollen uns im Vergleich zur letzten Bilanz verbessern und daher gilt es auch hier intensiv auf die Bürgerschaft zu hören und sich in unterschiedlichen Formaten auszutauschen. Am Ende sollte die Bürgerschaft definieren, was für sie Gemeinwohl bedeutet. Die Erarbeitung dieses „Kirchanschöringer Gemeinwohlindexes“ ist aber eine Aufgabe, die sicher nicht gleich am Anfang der kommenden Wahlperiode gelöst werden kann.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Wohnen und Bauen sind eine der Hauptthemenfelder mit denen sich die Kirchanschöringer Kommunalpolitik bereits die letzten Jahre beschäftigt hat. Wir haben in einem bayerischen Pilotprojekt ein Ortsentwicklungskonzept erarbeitet. Dabei wurden auch die Möglichkeiten von Innenentwicklungspotenzialen aufgezeigt. Es wurden Baugruppen initiiert und bei wichtigen Gebäuden und Innerortsflächen versucht die Gemeinde mit den Mitteln des Baurechts positiv Einfluss zu nehmen. Jetzt sind wir mit dem BZA (Bereich zentrale Aufgaben) am Amt für Ländliche Entwicklung in München dabei ein Nachfolgeprojekt mit dem Titel „resiliente Siedlungskonzepte für den ländlichen Raum“ am Beispiel der Gemeinde Kirchanschöring zu schnüren. Dem vorgeschaltet werden im Rahmen eines ILE-Projektes die Erstellung einer Flächenmanagement-Datenbank und die Erarbeitung eines „Vitalitätschecks 2.0“. Beides wird sich über die gesamte Kommune erstrecken.

Ein sehr hilfreiches Werkzeug ist in diesem Zusammenhang auch die vor einigen Jahren installierte kommunale Wohnbaugesellschaft der Gemeinde Kirchanschöring. Sie errichtete das vielbeachtete „Haus der Begegnung“ und ist gerade dabei einen nachhaltigen Geschosswohnungsbau an der Hipflhamer Straße zu errichten.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Klimaschutz war schon seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Kommunalpolitik in Kirchanschöring. Ich erinnere nur an die Errichtung der Hans-Straßer-Halle Ende der 1980er Jahre. Sie wurde von der Süddeutschen Zeitung damals als größte Schilfhütte Bayerns bezeichnet. 

Und so ist Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein Grundpfeiler unserer Entscheidungsgrundlagen. Wir haben uns ein nachhaltiges Gemeindeentwicklungskonzept gegeben und unsere Entscheidungen werden auch danach ausgerichtet. 

Zukünftige Kommunalgebäude sollen nicht nur CO2-neutral sein, sondern als CO2-Senken dienen. Auch alle Sanierungsarbeiten werden an diesem Ziel ausgerichtet. 

Mit der Geothermieanlage werden wir eine große Menge an Wärmeenergie zur Verfügung haben. Hier gilt es mit den Nachbarkommunen eine möglichst flächendeckende CO2-neutrale Wärmeversorgung aufzubauen. Mit der Gründung des Regionalwerk „Chiemgau-Rupertiwinkel“ und der Erstellung des Energienutzungsplanes 4.0 durch den Landkreis Traunsteins werden hier gerade wichtige erste Schritte getan.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

In die Ausgestaltung der Düngeverordnung hat man als Kommune so gut wie keinen Einfluss. 

Was jedoch um das Volksbegehren klar geworden ist: Artenschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Verantwortung darf und kann nicht auf eine Berufsgruppe, die Landwirte, abgeschoben werden. Daher dürfen sich hier auch die Kommunen nicht „wegducken“. Wir pochen immer auf unsere kommunale Selbstverantwortung. Dann müssen wir auch in diesem wichtigen Punkt Verantwortung übernehmen. Und ich denke, dass wir durchaus vieles anstoßen können: 

Von der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung für die Verantwortung für regionalen, nachhaltigen Konsum, der Gestaltung des eigenen, privaten Gartens bis zur Schaffung von „Gesprächsräumen“ in denen Verbraucher, Landwirte, egal ob bio oder konventionell, in einen konstruktiven Austausch kommen. 

Unsere Ökomodellregion bietet hier eine etablierte Plattform und es freut mich, dass hier durch Arbeitsgruppen der Konflikt zwischen Biolandwirten und konventionellen Landwirten immer mehr aufgebrochen werden kann. 

Aber auch im eigenem kommunalem Wirkungskreis ist einiges möglich: Von der nachhaltigen Bewirtschaftung der kommunalen Grünflächen entlang von Straßen, Wegen, Bächen bis zur Sanierung der eigenen Abwasseranlagen. 

Ich durfte in München in einer Arbeitsgruppe für den Runden Tisch nach dem Volksbegehren mitarbeiten. Es ist motivierend, wie viele gute Ansätze es gibt, die Kommunen direkt oder indirekt beeinflussen können. Hier gibt es noch viel Potenzial für uns.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Machen Sie am 15. März von ihrem Wahlrecht Gebrauch! Aber ein genauso großes Anliegen ist mir die aktive Beteiligung bei den vielen Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung in Kirchanschöring. Die Bürgerinnen und Bürger können kommunales Handeln nicht nur am Tag der Kommunalwahl beeinflussen, sondern vor allem auch in den dazwischenliegenden sechs Jahren. Nuten Sie auch diese Chance!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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