Pressemitteilung BIENE e.V.

BIENE e.V. entsetzt über Umgang mit dem Grundwasser

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Tengling/Kirchanschöring - "Wenn alles so einfach ist, soll Herr Birner doch persönlich die Verantwortung übernehmen, falls dem Grundwasser Schaden durch die Geothermiebohrungen entsteht", fordert BIENE-Sprecher Ingo Tönnesmann.

Die Kirchanschöringer Achengruppe, die Tausende Bürger aus dem Tenglinger Brunnen mit Trinkwasser versorgt, war zu einem Informationsbesuch bei der Geothermieanlage in Traunreut erschienen, um sich dort -wie chiemgau24 berichtet- Fachinformationen aus erster Hand zu beschaffen. Der Vorstand der Achengruppe, Bürgermeister Birner und dessen Stellvertreterin, Bürgermeisterin Haas, würden derzeit massiv unter Druck gesetzt, sich gegen das geplante Geothermiekraftwerk bei Tengling auszusprechen. Birner habe sicherheitshalber einen eigenen wasserwirtschaftlichen Sachverständigen mit einem Gutachten beauftragt.


"Herrn Birner und Frau Haas treibt die Angst um. Das ist verständlich und gut so", sagt Tönnesmann und weist auf die hohe Bedeutung des Schutzgutes Grundwasser hin. Der Besuch der Achengruppe in Traunreut habe aber keinerlei Relevanz für das Projekt in Tengling. "Schwarz-WeißDenken hilft hier einfach nicht weiter. Wenn die Bohrungen in Traunreut gut gegangen sind, kann daraus nicht auf Tengling geschlossen werden. Jeder Fall ist anders. Und das ist auch gut so", ergänzt der Sprecher.

Tönnesmann, der das Bergamt Südbayern über viele Jahre geleitet hat, kennt sehr wohl Fälle, bei denen ganze Grundwasserstockwerke wegen handwerklicher Fehler kurzgeschlossen wurden. "In einem Fall hat mich sogar das Wasserwirtschaftsamt um Hilfe gebeten, weil man nicht mehr weiter wusste. Wir haben das Baby dann gemeinsam mit riesigem Aufwand zur Welt gebracht", erinnert sich Tönnesmann an ein bohrtechnisches Desaster bei einer Trinkwasserbohrung im Münchener Siemenspark. "Wenn so etwas in Tengling passiert, möchte ich nicht in der Haut der verantwortlichen Bürgermeister stecken, die das Projekt anscheinend unbedingt wollen", sagt Tönnesmann. Das dürfe aber nicht zu Lasten der Bürger gehen. Tönnesmann verstehe nicht, warum die Achengruppe nicht Fachinformationen nutzen möchte, die die BIENE e.V. aufgrund langjähriger Berufserfahrung ihres Sprechers besitzt. "Stattdessen macht man lieber einen Ausflug nach Traunreut und beauftragt einen eigenen Sachverständigen auf Kosten der Bürger. Hier wird inzwischen wirklich der Anzug an den Knopf genäht", sagt Tönnesmann und fordert die Offenlegung aller verfügbaren Unterlagen. "Ich kenne niemanden, der Verantwortung übernehmen wird bei der Beantwortung der Frage, die Herrn Birner verständlicherweise interessiert". Kein seriöser privater Sachverständiger werde jegliches Risiko für die Trinkwasserversorgung in seinem Gutachten ausschließen. Das gelte im Übrigen genauso für die amtlichen Sachverständigen, also für das Wasserwirtschaftsamt und das Landesamt für Umwelt, ist sich Tönnesmann sicher und verweist auf den stets geltenden allgemeinen Besorgnisgrundsatz nach dem Wasserrecht. „Ein Restrisiko bleibt immer. Aber meistens geht es ja gut“, räumt Tönnesmann ein. "In diesem Fall wäre mir das aber entschieden zu wenig, weil einfach zuviel auf dem Spiel steht" appelliert Tönnesmann an die Vernunft der Protagonisten und kündigt gleichzeitig an, im Schadensfall auf die Verantwortlichen zuzugehen. Die BIENE e.V. kämpfe letztlich für alle Bürger, für die Umwelt und "für die Schöpfung, die wir bewahren wollen", sagt Tönnesmann. Am 31. Januar ab 19.30 Uhr informiert die BIENE e.V. im Gasthof Gruber, Fridolfing, über Chancen und Risiken der Geothermie. Alle Bürger sind herzlich eingeladen.

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