Mehr als nur eine Vision: "Zukunft Salzach"

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Freilassing - Thema der Versammlung der Kreis-Grünen war „Zukunft Salzach“. Es ist geplant, mehr Energie zu sparen und die Natur möglichst lange zu erhalten.

„Zukunft Salzach“ war die Versammlung überschrieben, zu der die Kreis-Grünen nach Freilassing geladen haben. „Mit dem Naturpark Salzachauen soll ein wunderbarer Erholungsraum entstehen und ein ökologischer Schatz für unsere nachfolgenden Generationen erhalten werden.“ Diese Vision stellte die Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler in den Mittelpunkt ihres Gastvortrags. Eine grenzübergreifende Zusammenarbeit bei Naturschutzprojekten und Energiethemen forderte Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion. Kreisvorsitzender Dr. Bernhard Zimmer betonte, dass der Kreisverband den Bau weiterer Kraftwerke an der Salzach entschieden ablehne.

Naturpark Salzachauen

Das Thema „Zukunft Salzach“ interessiert offenbar, denn im vollbesetzten Rieschen-Saal konnte Kreissprecherin Gisela Bechmann Gäste aus der gesamten Region begrüßen, darunter viele lokale Mandatsträger und Vertreter von Naturschutzverbänden. Gespannt waren die Besucher natürlich auf die Ausführungen von Dr. Astrid Rössler, die ja nicht nur Landeshauptmann-Stellvertreterin ist, sondern innerhalb der Salzburger Landesregierung auch die Umwelt- und naturschutzrelevanten Ressorts leitet.

„Wie können wir unseren Energiebedarf decken? Denkt man vor allem an neue Kraftwerke? Welchen Stellenwert hat das Einsparen von Energie?“, diese grundsätzlichen Fragen stellte Astrid Rössler an den Beginn ihrer Ausführungen. Die Energiewende einerseits, auf der anderen Seite der Schutz von Landschaft und Natur seien große Herausforderungen für die Raumplanung. In der Salzburger Landesregierung gebe es dazu seit eineinhalb Jahren eine konstruktive und ressortübergreifende Zusammenarbeit zwischen ÖVP, dem Team Stronach und den Grünen.

Mit dem Programm „Salzburg 2050“ wolle man den Kohlenstoffdioxid–Ausstoß bis 2050 um mindestens 80 Prozent verringern und gleichzeitig den Gesamt-Energieverbrauch halbieren. Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch von Salzburg liege derzeit bereits bei 46 Prozent. „Wenn wir es schaffen, die andere Hälfte durch Einsparungen weg zu bekommen, dann wäre das ehrgeizige Ziel schon erreicht“, stellte Astrid Rössler ein spannendes Rechenexempel auf. Anstatt ständig über neue Kraftwerke zu diskutieren, müsse man den Gesamtenergieverbrauch ernsthaft hinterfragen.

Vollbesetzter Saal

Der größte Teil der Energie fließe in den Wärmebedarf von Gebäuden und in die Mobilität. So betrageder Mobilitätsanteil am gesamten Energieverbrauch in Salzburg 35 Prozent. Da es sich dabei vor allem um fossile Energien handle, liege der Beitrag von Wasserkraftwerken zur Deckung dieses Energiebedarfs im vernachlässigbaren Bereich. „Ist es uns das wert, dass wir die letzten freien Fließgewässerabschnitte verbauen und so massive Veränderungen in Kauf nehmen?“ 

Salzburg habe bereits jetzt an die 500 genehmigte und in Betrieb befindliche Wasserkraftwerke, die 150 Prozent des Stroms erzeugen, der im Land benötigt werde. Vor diesem Hintergrund habe man in der Landesregierung Überlegungen angestellt, wie die wertvolle Auenlandschaft zwischen Siggerwiesen und Oberndorf als Naturpark und Erholungsraum bewahrt und gestaltet werden könne.

Entstanden sei das Konzept „Naturpark Salzachauen“, zwar noch als „Vision“ deklariert, aber doch schon mit konkreten planerischen Vorgaben und der politischen Willensbekundung zur Umsetzung versehen. „Wir sind es unseren nachfolgenden Generationen schuldig, die letzten Reste intakter Naturlandschaft zu erhalten“, plädierte Astrid Rössler. Daneben werde für die gesamte Region ein gut erschlossener Erholungsraum mit vielen Begegnungsmöglichkeiten zwischen Mensch und Natur entstehen. Die weitläufigen Retentionsflächen würden einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. „Ich lade euch alle ein, diesen Raum als Zukunftsraum zu erhalten und zu gestalten“, appellierte Astrid Rössler am Ende ihrer Ausführungen.

Pressemitteilung Grüne Freilassing

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Norbert Höhn

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