Auch den Holocaust soll er geleugnet haben

"Negeritis": Reichenhaller wegen Rassismus im Internet vor Gericht

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Laufen/Bad Reichenhall - Weil er sich rassistisch äußerte und womöglich den Holocaust leugnete muss sich ein Bad Reichenhaller nun wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. 

Ein 35-jähriger Bad Reichenhaller soll sich in den Jahren 2015 und 2018 strafrechtlich relevant im Internet geäußert haben. Am Donnerstag wurde gegen den Mann deshalb ein Prozess vor dem Amtsgericht Laufen eröffnet. Er legte Widerspruch gegen einen Strafbefehl ein. Worum geht es konkret?

2015 soll der Reichenhaller auf seiner Homepage einen Beitrag eines US-Republikaners veröffentlicht haben, der den Holocaust als "schwärzeste Lüge der Geschichte" bezeichnete. "Durch die Art der Darstellung und auch durch nachfolgende Kommentare und weitere Links leugnen und verharmlosen Sie bewusst und gewollt den Holocaust als planmäßige und gezielte Ermordung der Juden in NS-Massenvernichtungslagern", so die Staatsanwaltschaft. 

Im vorigen Jahr soll der Angelagte dann bei Twitter geschrieben haben: "Der Seher Nostradamus warnte einstmals vor der 'schwarzen Pest über das Mittelmeer'! 'Negeritis' könnte man auch dazu sagen." Schwarze Menschen aus Afrika würden dadurch "böswillig verächtlich" gemacht, argumentiert die Staatsanwaltschaft. Durch den Vergleich mit einem Entzündungsherd werde dieser Personengruppe außerdem das Recht abgesprochen, gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft zu sein. 

Laut Reichenhaller Tagblatt soll nun aber erst ein Sachverständigen-Gutachten vorgelegt werden: Man bezweifelt, dass der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist.

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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