Bürgermeister nennt Diskussion "scheinheilig"

Kontroverse Debatte: Fällt Laufen zu viele Bäume?

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Laufen - Ein gutes Dutzend alter Bäume wurde in jüngster Zeit abgeholzt: Muss das sein? Und kümmert sich die Stadt ausreichend um Nachpflanzungen? Die Debatte hat nun auch den Stadtrat voll erfasst.

14 große Bäume zählte der "Bund Naturschutz", die im Stadtgebiet in den vergangenen Monaten gefällt wurden. Ein Antrag der Umweltschützer schaffte es am Mittwoch auch in den Stadtrat: Die Einhaltung der Naturschutzgesetze und gleichwertige Nachpflanzungen werden gefordert. "Am Malerfeld, an der Wohnanlage Briouder Platz, beim Kinderzentrum - diese Baumfällungen hätte es nicht gebraucht, sie waren rechtlich und vom Naturschutz her nicht in Ordnung", meinte Grünen-Stadtrat Franz Eder.

Stadt rechtfertigt sich: 14 Nachpflanzungen

"Rund zehn Bäume werden im Schnitt jährlich nachgepflanzt, heuer sogar 14", verteidigte Geschäftsleiter Christian Reiter die Position der Stadt. Bei allen Fällungen seien auch Stadtgärtnerei und die untere Naturschutzbehörde mit eingebunden gewesen: "Es geht immer um Sachzwänge, nicht, weil es dem Bauhofleiter gerade einfällt." 

Beispiel "Altes Klärwerk": Zuerst wurden vier kranke Bäume vom Wind umgeworfen, vier weitere mussten dann umgeschnitten werden, weil sie eine Gefahr für die angrenzenden Schrebergärten hätten werden können. "Da war Gefahr im Verzug", so Bürgermeister Feil. Außerdem hätte man nur außerhalb der brutfreien Zeit gefällt.

Auch Privatleute "ins Visier nehmen"?

Überhaupt: "Diese Diskussion ist scheinheilig", entfuhr es dem Bürgermeister nach langer Debatte, "da wird mit zweierlei Maß gemessen. Gute, schützenswerte Bäume sind die, die wo anders und auf öffentlichem Grund stehen. Schlechte Bäume sind die, die im eigenen Garten stehen oder im Weg umgehen." Agnes Thanbichler war zwar auch der Meinung, keine Fronten aufzubauen, zwischen jenen, die für oder gegen Baumpflanzungen sind - "aber wir sollten auch Privatleute, die Bäume fällen, ins Visier nehmen und auf sie einwirken."

Die Abstimmung im Stadtrat war trotz der kontroversen Diskussion schließlich nur Formsache: Der Antrag des "Bund Naturschutz" wurde einstimmig "zur Kenntnis genommen" - außerdem solle bei "unbedingt erforderlichen" Baumfällunge wie bisher das "Minimalprinzip" angewandt, Fachpersonal hinzugezogen und die rechtlichen Vorgaben natürlich eingehalten werden. 

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Klaus-Dietmar

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