Neue Planungen für den "Auenpark"

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Laufen - Im Rahmen der Agenda 21 hat der Landschaftsarchitekt Hannes Krauss erste Ideen für einen Auenpark auf der Halbinsel vorgestellt:

 „Wir sollten das Praktische mit dem Nützlichen verbinden“ sagte Landschaftsarchitekt Hannes Krauss in Bezug auf die mögliche Einrichtung eines Auenparks an der Salzach. Diese Idee stammt von Dr. Josef Heringer. In Form eines Antrags der Agenda21 hat dieser „Auenpark“ nun Eingang in die Stadtratsarbeit gefunden und war Inhalt des letzten Treffens der Agenda-Aktiven im Rottmayrsaal des alten Rathauses in Laufen.

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"Salzach-Auen-Park" soll entstehen

Das „Planungsgebiet“ umfasst die Halbinsel von der sogenannten Hierzegger-Kapelle über den Zinkenturm zur Jugendstil-Grenzbrücke hinein in den angrenzenden Auwald an der Mündung des Stadtbachs in die Salzach. Es sollten nach Ansicht von Krauss in der Laufener Altstadt gut sichtbare Zugänge mit Wiedererkennungswert zum Salzachufer geschaffen werden. Wo die Salzach früher direkt die Stadtmauern umspülte und Flußmühlen antrieb, ist der Fluß heute mittels Hochwasserdamm auf der Altacher Seite und einer massiven Sandaufschwemmung auf der Oberndorfer Seite weit von der Stadt abgerückt.

Gestalterische Herausforderung

Niemand wolle das historische Bild bemühen oder gar wieder herstellen, aber die Andeutung mittels baulicher Veränderungen könne heute gestalterische Herausforderung sein, betonte Hannes Krauss in seinem Vortrag. So wäre es durchaus möglich, direkt an der mittels Steinwurf errichteten Uferverbauung einen neuen Treppelweg (Anmerkung: von Bewuchs freigehaltener Zugweg für die Salzachzillen) zu schaffen und den Bereich zwischen Salzachuferweg direkt an der Stadtmauer hin zur Uferverbauung zum Fluß hin abzuflachen. Somit wäre die Salzach wieder sichtbar, der Bezug zum Fluß außerhalb der Hochwasserzeiten wieder hergestellt. Dies hätte neben dem touristischen „Mehrwert“ auch einen wasserbaulichen Vorteil, weil sich auf diese Weise die Retentionsflächen im Hochwasserfall vergrößern ließen.

Im Bereich der Jugendstil-Grenzbrücke sieht die Gestaltungsidee nach den Worten von Hannes Krauss eine „Aufzweigung“ des Stadtbaches in der Mündung zur Salzach vor. Man könnte den Stadtbach im Mündungsbereich „erlebbar“ machen, d.h. die Ufer abflachen, ein Delta mit Übergangszonen, Flachwasser und Inseln schaffen. Bald, so die Vorstellung, könnten Kinder an diesem Ufer genauso wie an der Sandbank am Zinkenturm spielen.

 „Gneis, Granit und Kalk“

Für die Sandbank in der Flußkurve selbst konnte sich Hannes Kraus einen „Steinlehrpfad“ vorstellen, wobei der Name Lehrpfad zu hoch gegriffen ist. Im Grunde genommen würden drei große, teilweise aufgeschnittene und polierte Steinblöcke mit kurzer Beschilderung vollkommen ausreichen: die drei im Fluß vorkommenden Steine Gneis, Granit und Kalk. Ein Knackpunkt des Auenparks ist der an den Stadtbach angrenzende Auwald selbst. Wer an dieser Stelle Sichtachsen im Wald mit gehölzfreien Bereichen zwischen Salzachhalle hin zur Oichtenmündung schaffen wolle, brauche im FFH-Gebiet Umweltverträglichkeitsabschätzungen, die einen landschaftspflegerischen Begleitplan notwendig machen. Im Klartext: es müsse nachgewiesen werden, daß die Schaffung neuen Naturraums nützlicher ist als die Beseitigung vorhandener Vegetation, die sich in den letzten Jahrzehnten auf den ehemals freien Sandflächen ausgebreitet hat.

Am Mauerpodest hinter der Salzachhalle am Treppenabgang könnte eine Informationsstelle über die Besonderheiten der Salzach selbst entstehen. Derartige Infopunkte sind nicht neu, da viele Städte am Fluß wie Bad Tölz oder Wasserburg ihre besondere Beziehung zum Gewässer herausgearbeitet haben. Ein gutes Beispiel ganz in der Nähe ist auch die Gemeinde Kirchanschöring, die sich mitten im Dorf zwischen Kirche, Rathaus und Schule einen „Achenpark“ geschaffen hat, wie Ulrich Kaubisch anmerkte. So könnte der bereits bestehende und in der Homepage der Stadt Laufen veröffentlichte „Historische Rundgang“ mit in ein mögliches Konzept für einen Laufener Auenpark integriert werden, sagte Stadträtin Agnes Thanbichler.

„Altstadt-Renaissance“

Ulrich Kaubisch und Dr. Josef Heringer hatten ein Projekte-Papier zur Altstadtbelebung mit dem Titel „Altstadt-Renaissance“ zusammengestellt, in dem sie die „Wiedergeburt“ der Altstadt im Rahmen des Zusammenspiels von Bürgern, Gewerbe, Handwerk, Handel, Kunst und Kultur beschreiben und unter anderem eine „Kreativmeile“, bestimmte Dienstleistungen und Regionalität einfordern. Am Anfang dieses Prozesses soll ein Gespräch mit den Gewerbetreibenden der Stadt stehen, um „Verbündete“ zu sammeln, wie es Dr. Heringer ausführte.

„20 Jahre Agenda21 in Laufen“

Agnes Thanbichler erinnerte daran, daß die Agenda21 im Rahmen der Bürgerbeteiligung in Laufen 2013 ihr 20-jähriges Jubiläum feiern kann. Die damaligen Ziele und das schon Erreichte sollten im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung gewürdigt werden.

Pressemitteilung Stadt Laufen

Quelle: BGland24.de

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