Prozess am Amtsgericht Laufen

Bauer wegen Kuh-Misshandlung verurteilt: "Sie war doch bumperlgsund"

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Laufen - Der Brustgurt einer Kuh war tief ins Fleisch eingewachsen - die Folge: Entzündungen, Eiter und Madenbefall beim Tier. Ein Landwirt aus Laufen wurde nun vor dem Amtsgericht verurteilt. 

Es waren unappetitliche Anblicke, die die Amtstierärztin des Landratsamtes vor Gericht schilderte, als man bei dem Laufener Landwirt am 2. Juli zu einer unangekündigten Kontrolle vorbeischaute: "Der Gurt war bei der Kuh schon tief eingewachsen, es fiel gleich die wunde Haut auf, viel Eiter und ein massiver Madenbefall in der Wunde." Die Maden hatten sich schon in tiefe Hautschichten hineingefressen. Ein Tierarzt habe dann über eine Stunde gebraucht, um allein die Fliegenmadenlarven zu entfernen. 

3500 Euro Strafe für Laufener Landwirt wegen Tiermisshandlung

Weil er den Gurt bei der Kuh zu selten kontrollierte wurde ein Bauer aus der Nähe von Laufen am Donnerstag vom Amtsgericht verurteilt. Er ist der Tiermisshandlung schuldig und muss 3500 Euro an Strafe zahlen. 

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"Ja, beim Kontrollieren des Gurtes war ich vielleicht etwas nachlässig", gab der Bauer zu. Ungefähr einmal pro Woche habe er "drübergeschaut", nach Vorschrift hätte das aber täglich passieren müssen. Hintergrund war ein Scheidenvorfall bei der Kuh. Weil sie trächtig war wollte der Landwirt das Tier aber nicht nähen lassen, sondern einen fünf bis zehn Zentimeter breiten Gurt anlegen - so wie es auch der Tierarzt empfahl. "Der Gurt ist immer wieder abgerutscht, drum hab' ich ihn fester gezogen", so der Landwirt. 

"Die Kuh war bumperlgsund"

Vor Gericht verteidigte sich der Laufener: "Die Kuh hat gut gefressen, hatte kein Fieber. Sie war total unauffällig, bumperlgsund." Genauso bestätigte die Amtstierärztin dem Gericht ansonsten keine Auffälligkeiten bei dem Tier. Auch das Kalb konnte gesund zur Welt gebracht werden. Dass der Kleinbauer mit seinen rund 20 Kühen zu selten und anscheinend schlampig kontrollierte, wurde ihm trotzdem zum Verhängnis. Sein Verteidiger plädierte auf eine Geldstrafe in Höhe von 2040 Euro, die Staatsanwaltschaft forderte das Doppelte. 

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa - Klaus Spielbuchler

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