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Und wieder ein Neuer

„Höher als der Leobendorfer Kirchturm“: Vodafone-Tochter baut 45 Meter hohen Sendemast in Laufen

Derzeit steht ein temporärer mobiler Sendemast auf der Anhöhe westlich von Froschham. Der beantragte Bau wird 45 Meter in den Himmel ragen.
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Derzeit steht ein temporärer mobiler Sendemast auf der Anhöhe westlich von Froschham. Der beantragte Bau wird 45 Meter in den Himmel ragen.

Bei der Mobilfunkversorgung geht es klar in Richtung 5G-Standard. Jene Technik, die dereinst Autos autonom fahren lassen soll.

Laufen – Auf der Anhöhe westlich von Froschham hat Vodafone schon mal einen temporären Sender für einen Testlauf aufgestellt. Nun beantragt die Vantage Tower AG, eine ausgegliederte Tochterfirma von Vodafone, dort den Bau eines 45 Meter hohen Sendemastes aus Beton. Das begeisterte nicht alle Mitglieder im städtischen Bau-, Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss. Verbunden mit der Frage, was darf und kann die Stadt dabei überhaupt noch entscheiden

„Höher als der Leobendorfer Kirchturm“

Vorgesehen ist ein Schleuderbetonmast mit Stahlaufsatz, wie er bei Thannhausen steht. Doch ist der lediglich 22 Meter hoch; bei Froschham wird er knapp 45 Meter in den Himmel ragen. „Höher als der Leobendorfer Kirchturm“, merkte Josef Steinmaßl (ufb) dazu an. „Extrem hoch“, schloss sich Erich Althammer (Grüne) dieser Sicht an und fragte: „Warum auf freier Prärie, wo er die Landschaft verschandelt, und nicht im nahen Wald?“. Es brauche die Bereitschaft eines Grundeigentümers, beschrieb Geschäftsleiter Christian Reiter die „wenigen Chancen“ bei der Suche. Nicht zuletzt habe es gerade bei Vodafone-Nutzern viel Geschrei wegen schlechter Versorgung gegeben.

Aus Sicht Steinmaßls braucht es für den Bau eine Erschließungsstraße, die eine Zufahrt eines 500-Tonnen-Lastkrans möglich mache. „Wer ist hier der Baulastträger?“, wollte er wissen. „Es ist ein öffentlicher Feld- und Waldweg, der von den Beteiligten zu unterhalten ist“, informierte Bauamtsleiter Werner Mitteregger. Klar sei, dass der hernach wieder hergerichtet werden müsse. „Auf die Stadt kommen keine Kosten zu?“, bohrte der ufb-Vertreter nach. Mitteregger gelassen: „Das werden wir zu verhindern wissen.“

„Besteht überhaupt Bedarf“, äußerte Dr. Klaus Hellenschmidt (Freie Wähler) mit Blick auf jüngst errichtete Sender Zweifel, worauf Mitteregger von gewissen „Suchkreisen“ sprach, in denen die Anbieter einen geeigneten Standort suchten. So sei der Antragsteller ebenso auf die Stadt zugekommen. „Doch wir haben einen Standort am nahen Wasserhochbehälter abgelehnt“, so Mitteregger; fündig geworden sei die Firma dann auf Privatgrund. „Und was sagen die Anwohner?“, fragte Barbara Winkler (ÖDP). Mitteregger dazu: „Die Betroffenen haben unterschrieben.“  

Was haben Stadträte überhaupt dabei zu entscheiden?

Weil es zum Thema passte, zog Bürgermeister Hans Feil eine „Bekanntgabe“ vom Ende der Tagesordnung vor. Zur Erinnerung: Der städtische Ausschuss hatte zweimal mehrheitlich den Antrag einer American Tower Company Germany Holding GmbH auf einen ebenfalls 40 Meter hohen Sendemasten bei Steinbachl im Norden der Stadt abgelehnt. Zunächst wegen mangelnder Mitwirkung des Antragstellers, dann, weil nicht bekannt war, welcher Anbieter diesen Mast nutzen würde.

Doch nun hat das Landratsamt diese „rechtswidrige Verweigerung“ durch eine eigene Genehmigung ersetzt, da Mobilfunk der „öffentlichen Versorgung“ diene und deshalb privilegiert sei. „Wir haben damit den sechsten Mast in der Gemeinde“, seufzte Steinmaßl, der sich selbst als „Sprachrohr vieler kritischer Stimmen“ sieht. Er wolle sich jedenfalls nicht entmutigen lassen. 

Warum man überhaupt abstimme, wenn man doch keine Entscheidungsbefugnis habe, haderte Althammer, der ein „Problem“ damit hat, „dass die Firmen gut verdienen, aber doch immer den einfachsten Weg gehen.“ Der Rathauschef sah es „genauso“, doch „rein rechtlich“ habe man keine Wahl. Mit einer Ablehnung produziere man einzig mehr Arbeit. Und doch sei Kritik wichtig. „Gehört werden muss die vom Gesetzgeber, verweigern macht keinen Sinn.“ 

Althammer „könnte während der Abstimmung aufs Klo gehen“

Der Geschäftsleiter erinnerte die Stadträte an ihren „Eid auf Recht und Gesetz“. Er warnte vor „vorsätzlicher Verweigerung“ und einer möglichen Zeitverzögerung, die zu Schadensersatzansprüchen führen könnte. Ein Ergebnis stehe sowieso fest: „Der Mast kimmd.“ Ob es denn „Verhandlungsspielraum unsererseits“ gebe, wollte Werner Eckl (Die Linke) wissen.

Man könne nur „mitwirken“ und im Vorfeld eigene Flächen anbieten, sagte Mitteregger dazu. Lediglich sensible Bereiche um Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen könne man ausklammern. Althammer reagierte enttäuscht: „Wenn ich eh nichts ausrichten kann, dann könnte ich während der Abstimmung aufs Klo gehen.“ Das tat er nicht. Einzig Josef Steinmaßl lehnte den Antrag für den Froschhamer Mast ab. 

Hannes Höfer

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