Nitrat im Wasser: Beunruhigung vs. "wurscht sein"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
  • schließen

Laufen - Zu viel Nitrat: Um das Laufener Trinkwasser ist es nicht gut bestellt. Ein Experte informierte nun den Stadtrat - oder könnte es Otto-Normalverbraucher nicht eigentlich "wurscht" sein?

Um die 30 Milligramm Nitrat sind im Laufener Trinkwasser - und bei über 25 besteht "Handlungsbedarf", so Andreas Klemm, Experte für Grundwasserschutz vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Am Dienstag hatten ihn sich die Laufener Stadträte eingeladen, um umfassend informiert zu werden: Wie schlecht steht es um das Trinkwasser? Wann und wie kann man die Qualität wieder verbessern?

Lösung: Eine "vernünftige Landwirtschaftspolitik"

"Wir sind beunruhigt", gestand die Rätin Dorothea Leistner dem Experten gleich zu Beginn. Der hohe Nitratgehalt im Trinkwasser sei zwar auch ein geologisches Problem, so Klemm, aber: "In erster Linie sollte aus Sicht des Wasserwirtschaftsamtes eine vernünftige Landwirtschaftspolitik gemacht werden." Den Gülleaustrag der Bauern zu überprüfen ist aber leichter gesagt als getan: "Sie werden nirgendwo eine Verordnung finden, was eine ordnungsgemäße Landwirtschaft ist."

Fürsprecher für die Bauern fanden sich aber auch im Laufener Stadtrat. Agnes Thanbichler betonte: "Jetzt stehen die Bauern an der Wand, aber die machen das nicht mutwillig". Auch Michael Spitzauer verteidigte die Landwirte: "Die können nichts dafür, die müssen ihre Gülle ja ausbringen."

Vor allem auswärtiges Wasser sei zu hoch belastet

Thomas Streitwieser von den Wasserwerken brach dann doch noch eine Lanze für die Laufener Trinkwasserqualität. "Der Nitratgehalt ist momentan schon niedriger als noch in den 1990er Jahren. Problematisch ist eher das von der Surgruppe zugekaufte Wasser." Doch es mache den wesentlich kleineren Teil des gesamten Laufener Trinkwassers aus.

Doch liegt in der Praxis der Surgruppe nicht auch die Lösung des Problems? Andreas Klemm vom Wasserwirtschaftsamt wusste, dass die Surgruppe bereits mit den Bauern kooperiere und sie teilweise für geringeren Gülleaustrag entschädigte. "Bei einer weniger intensiven Landwirtschaft wären die Werte innerhalb von zwei bis drei Jahren schon besser", so Klemm.

Kann es "Otto Normalverbraucher" nicht "wurscht" sein?

Thomas Resch brachte dagegen noch eine ganz andere Sichtweise in den Stadtrat ein: "Kann das dem ,Otto Normalverbraucher' nicht eigentlich wurscht sein?" Nur drei Prozent des kompletten Trinkwassers wurden zum Trinken oder Kochen hergenommen, die restlichen 97 Prozent "schüttet er eh weg" - sei's beim Duschen oder via Toilettenspülung. Die Fragen und Debatten hätten wohl noch länger gedauert, wenn die Räte auch einen Beschluss hätten fassen müssen - doch das Wasserwirtschaftsamt war vorerst nur zur "Diskussion" in den Stadtrat geladen.

xe

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Laufen (Salzach)

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser