Erste Planänderungen der Behörden

Ortsumfahrung: Stur bleiben oder Pläne nachbessern?

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Laufen - Sollte man den Plan für die Laufener Ortsumfahrung verbessern obwohl man eigentlich aus Prinzip dagegen ist? Die Gegner der B20neu saßen in der Stadtratssitzung in der Zwickmühle.

Der große Plan für die B20-Ortsumfahrung von Laufen wurde leicht abgeändert, am Mittwoch beschäftigte sich der Stadtrat mit dieser Tektur. Dem Wunsch von Bürgermeister Feil, sich nur zu den Änderungen des Staatlichen Bauamts zu äußern und nicht wieder die ganze Umfahrung in Frage zu stellen, wollten die Trassen-Gegner aber nicht nachkommen. 

Welche Änderungen das Staatliche Bauamt nun plant

  • Neu ist ein geplanter Geh- und Radweg parallel zur B20 zwischen Letten und der Biburger Brücke.
  • Sechs Häuser in Letten und Niederheining profitieren von besserem Lärmschutz. Bei einem Haus in Niederheining wird eine über drei Meter hohe Lärmschutzwand gebaut. Einer leichten Verschiebung der B20, um auf die Lärmschutzwand verzichten zu können, wollte das Staatliche Bauamt nicht zustimmen. 
  • Bei Biburg und bei Oberheining wird jeweils ein Viehdurchlass unter der Straße gebaut.
  • Eine kleine, parallele Begleitstraße bei Daring wird näher an die B20 herangerückt, um zusätzlichen Flächenverbrauch zu verhindern.

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"Wir werden niemals zustimmen", hieß es gleich zu Beginn der Debatte aus den Reihern der Gegnern. Wieder war vom "völlig überdimensionierten Bauwerk" die Rede. "Wenn ich dieser Tektur zustimme, dann stimme ich doch auch der ganzen Planung zu", begründete beispielsweise Willi Winkler seine Ablehnung. Doch die Entscheidung für die Trasse südwestlich an Laufen vorbei - und nicht parallel zur Bahnstrecke - ist längst gefallen

"Wenn wir uns zu den Änderungen nicht äußern, würden wir uns komplett aus dem Verfahren ausklinken und könnten auch in Zukunft nicht mehr nachbessern. Das wäre grob falsch", so Klaus Hellenschmidt. Auch Werner Eckl erinnerte daran, dass noch einige weitere Tekturen des Staatlichen Bauamts folgen werden: "Diese erste war aber nur bittere Kosmetik. Da hätte ich mir mehr erwartet."

So soll die Route verlaufen.

Keine neuen Hoffnungen auf zweigleisigen Bahn-Ausbau

Auch beim möglichen zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke, in dessen Zug dann die bahnparallele Trasse verwirklicht werden könnte, gibt es nichts Neues. Brückenuntersuchungen der Bahn in Laufen Anfang November galten nur einer altersbedingten Sanierung und nicht für einen zweigleisigen Ausbau, wie Thomas Resch hoffte. "Beim zweigleisigen Ausbau herrscht Stillstand", so Bürgermeister Feil.

Agnes Thanbichler hofft auf eine Klage der Anwohner.

Agnes Thanbichler hofft derweil auf eine mögliche Klage gegen die Planung der neuen B20: "Die Anlieger wollen ja einen Prozess führen. Die Sprünge in der Straßenplanung seit 2002 sind so groß, dass ein Erfolg der Klage gut möglich wäre. Was wäre dann der Plan B?" Falls es wirklich soweit käme, wäre dann die bahnparallele Trasse wieder im Fokus, so Feil - aber auch dann würde das Staatliche Bauamt entscheiden.

Sieben Gegenstimmen zur ersten Tektur

Die Stellungnahme der Stadt zur Tektur wurde schließlich mit 13:7 Stimmen angenommen - die Gegenstimmen kamen aus den Reihen von Grünen, ÖDP und ufb. Zugestimmt wurde außerdem der Forderung von Thomas Resch, dass das Staatliche Bauamt eine Visualisierung der Trasse darstellen soll. Mit seiner Forderung, die Südwest-Umfahrung ganz abzublasen, falls es zu Grundstücksenteignungen der Bauern kommen sollte, stieß er aber auf Ablehnung - 6:14 Stimmen.

xe

Quelle: BGland24.de

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