Rapper wegen Körperverletzung vor Gericht

Video: Rapper Kollegah freigesprochen!

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Laufen - Der Rapper Kollegah wurde jetzt von den Vorwürfen freigesprochen, zwei junge Männer nach seinem Konzert verprügelt zu haben. Was sein Anwalt zu dem Urteil sagt, sehen Sie im Video.

UPDATE 12.45 Uhr: Kollegah freigesprochen

Soeben ist das Urteil gefallen: Rapper Kollegah ist freigesprochen worden! "Die Hauptverhandlung hat keinen ausreichenden Schuldnachweis für eine Verurteilung erbracht", erklärte der vorsitzende Richter. Im Zweifel sei deswegen für den Angeklagten zu entscheiden. Zwar stünde es außer Frage, dass Kollegah zugeschlagen habe, allerdings könne es nicht ausgeschlossen werden, dass der Rapper in Notwehr gehandelt habe. Zudem habe der Rapper nicht den Eindruck vor Gericht gemacht, dass er grundlos zuschlagen würde. Staatsanwältin Veiglhuber meinte nach der Verhandlung, dass eine Berufung wahrscheinlich sei.

*Video folgt!*

UPDATE 12.30 Uhr: Angeklagter hat letztes Wort

Kollegah meinte zum Schluss noch, dass er seit 2009 selbst Jura studiere und seine Karriere nicht wegen einer Disco-Schlägerei aufs Spiel setze: "Ich wurde angegriffen und musste mich verteidigen".

UPDATE 12:01 Uhr: Plädoyers von Verteidigung und Staatsanwaltschaft

Das Gericht lehnte den Beweisantrag der Verteidigung ab. Damit wurde die Beweisführung abgeschlossen. Plädoyers

Staatsanwältin Veiglhuber meinte in ihrem Plädoyer, dass lediglich den Aussagen der Belastungszeugen glauben zu schenken sei. "Die Einlassungen der Entlastungszeugen glaube ich überhaupt nicht. Deswegen habe ich bereits angestrengt, dass gegen diese sechs Zeugen ein Ermittlungsverfahren wegen Falschaussage eingeleitet wird."

Sie gehe nach der Beweisaufnahme davon aus, dass der Rapper die beiden mutmaßlichen Geschädigten "massiv zusammengeschlagen" habe. Sie könne keine positive Sozialprognose für den Angeklagten stellen, weil dieser auch versucht habe, seine Entlastungszeugen zu einer Falschaussage zu bringen.

Daher forderte sie eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung für Kollegah.

Der Verteidiger behauptete hingegen in seinem Plädoyer, dass der Tat- und Schuldnachweis nicht geführt werden konnte, da sich die aussagen der Belastungszeugen widersprochen hätten. Er forderte vom Gericht, seinen Mandanten freizusprechen.

UPDATE 11.05 Uhr: Tournee-Manager soll aussagen

Der Verteidiger des Angeklagten beantragte, den Tourneemanager von Kollegah als Zeugen vorzuladen. Seine Aussage solle bestätigen, dass der Rapper nach seinen Konzerten stets den Kontakt zu seinen Fans gesucht habe und dabei immer freundlich gewesen sei. Das Gericht berät sich nun über den Antrag.

UPDATE 11 Uhr: Kollegahs Vorstrafenregister vorgelesen

Der zweite Zeuge, der Veranstalter des Konzerts, konnte an diesem Mittwoch nicht beigebracht werden. Daher verlas der vorsitzende Richter Thomas Hippler die Aussage des Zeugen, die er bei der Polizei gemacht hatte. Er habe gehört, wie Kollegah von einem Besucher der Veranstaltung als "Hurensohn" beschimpft worden sei. Daraufhin sei der Rapper in den Raucherbereich gestürmt und habe auf den jungen Mann eingeschlagen. Der Zeuge habe anschließend selbst versucht, Kollegah von dem Besucher wegzuziehen.

Anschließend verlas der Richter noch den Auszug aus dem Bundeszentralregister. Demnach hat Kollegah bereits sechs Verurteilungen auf dem Buckel - unter anderem wegen Betrugs und einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Verteidiger bat das Gericht danach um eine kurze Unterbrechung, um einen Beweisantrag vorzubereiten.

UPDATE 10.05 Uhr: Zuhörerraum sehr voll

Der Prozess gegen den Rapper Kollegah startete am Mittwoch mit etwas Verzögerung, weil zwei Zeugen, die ihre Aussage bei Gericht machen sollten, auf sich warten ließen. Dem großen Interesse des Laufener Publikums tat das aber keinen Abbruch. Fast bis zur Gänze war der Zuhörerraum gefüllt. Vorwiegend waren es Jugendliche, die beim Prozess dabei sein wollten und sich auch schon vor der Verhandlung ein Selfie mit dem Rapper machten.

Gegen 9.30 Uhr konnte es dann aber mit der ersten Zeugenaussage losgehen. Der 21-Jährige, der sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls im Raucherbereich der Disco aufgehalten hatte, konnte allerdings nur noch vage Angaben zum Geschehen machen. Er habe gehört, wie zwei Typen dem Rapper entgegengerufen hätten: "Kollegah, du Hurensohn". Danach sei die Situation eskaliert. Was genau passiert und wer zugeschlagen hat, konnte er nicht sagen. "Ich bin vor zirka drei Wochen mit dem Kopf auf den Beton gefallen. Seitdem habe ich Erinnerungslücken."

Vorbericht:

An diesem Mittwoch wird der Prozess gegen den Rapper Kollegah am Amtsgericht Laufen fortgesetzt. Der Musiker soll, nach seinem Auftritt in einer Freilassinger Disco, zwei junge Männer geschlagen und getreten haben. Ursprünglich waren zudem auch der Bodyguard von Kollegah, sowie ein weiterer Rapper angeklagt, an der Schlägerei beteiligt gewesen zu sein. Doch wegen geringer Schuld wurden die Verfahren gegen seine beiden Mitangeklagten eingestellt. Damit ist auch die gefährliche Körperverletzung vom Tisch, da diese nur zum Tragen gekommen wäre, wenn Kollegah gemeinschaftlich gehandelt hätte.

Auch dem Rapper wurde am ersten Verhandlungstag ein Angebot gemacht: Für den Fall eines Geständnisses wurde Kollegah eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung sowie eine Geldbuse in Höhe von 5000 Euro wegen einfacher Körperverletzung in Aussicht gestellt. Doch er lehnte ab.

Er sieht sich selbst als Opfer der Auseinandersetzung. Nachdem die beiden jungen Männer ihn nach seinem Auftritt als "Hurensohn" beschimpft hätten, habe er sie zur Rede stellen wollen. Dabei habe ihm einer der Männer einen Fußtritt verpasst. Anschließend sollen vier, fünf Leute auf ihn losgegangen sein, auch eine Flasche sei geflogen. "Natürlich habe ich mich gewehrt", erklärte der Rapper am ersten Verhandlungstag. Wen er dabei getroffen hat, konnte Kollegah allerdings nicht sagen. Er habe selbst blaue Flecken im Gesicht davongetragen. "Ich hätte der Situation nicht entgehen können. Ich war da mittendrin."

Die beiden mutmaßlichen Geschädigten konnten ebenfalls nur vage Angaben zum Tatgeschehen machen. Einer von ihnen beschrieb, dass er einen Faustschlag ins Gesicht bekommen habe. Ob dieser von dem Angeklagten geführt wurde, konnte er nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Der zweite mutmaßliche Geschädigte gab an, dass er beobachtet habe, wie Kollegah seinem Freund von hinten einen Schlag verpasst habe. Er habe versucht, Kollegah wegzuziehen und sei daraufhin selbst geschlagen worden - von wem, konnte er nicht sagen.

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © ps

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