Maxi-Diskussion um Mini-Kreisverkehr

Bambach "entscheidet": Kein Mini-Kreisverkehr ohne Sanierung Marienplatz

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Hier am Rande des Marienplatzes in Richtung Rottmayrstraße soll ein Mini-Kreisverkehr den Verkehr verlangsamen und Fußgänger das Überqueren der Straße erleichtern.

Laufen - Der Marienplatz ist eigentlich „die gute Stube“ der Salzachstadt, doch ausgerechnet ein geplanter Mini-Kreisverkehr erinnert nun daran, dass im Untergrund wohl viele Leitungen dringend ausgetauscht werden müssten, vom Straßenbelag ganz zu schweigen, „ich möchte nicht wissen, wie viele Schuhe da schon kaputt geworden sind“, so Stadträtin Rosemarie Hainz (CSU).

Nun kommt der Mini-Kreisverkehr ins Spiel, den es als Provisorium schon einmal im Herbst 2017 gab. Jetzt könnte er fix wiederkommen, allerdings nur, wenn es für die Fußgänger entsprechende Übergänge gibt, dazu wiederum bräuchte es am Platz abgesenkte Bordkanten, das bedingt, das der gesamte Platz „überplant“ werden muss, dann die gesamte Oberfläche eventuell neu gemacht wird und das alles nicht sinnvoll erscheint ohne vorher den teilweise desolaten Untergrund zu sanieren. Ein Teufelskreis, wie sich auch in der Diskussion am Montagabend (27. Januar) im Stadtrat herausstellte.


Kurz zurück zum provisorischen Kreisverkehr am Marienplatz, der von August 2017 bis November 2017 getestet wurde, und das erfolgreich, wie eine Umfrage danach ergab. Wie das aufgeklebte Provisorium soll auch der neue Mini-Kreisverkehr zum einen Fußgängern helfen, über die viel befahrene Straße am Platz zu kommen und gleichzeitig auch das Tempo der Autofahrer drosseln. 

„Wann geht’s endlich los?“

Nun soll also mit einem Aufwand von 50.000 Euro geplant werden, allerdings eben nicht nur die „kleinen Arbeiten“ zum Kreisverkehr, sondern auch gleich die „großen Arbeiten“ im Untergrund des Platzes, also Wasser und Kanal, und am Belag. „Wir wissen, dass die Probleme unter der Oberfläche schlummern, viele Hausanschlüsse sind sanierungsbedürftig“, bekräftigte Laufens Bürgermeister Hans Feil, für ihn wäre es ein Schildbürgerstreich, wenn man jetzt den Mini-Kreisverkehr samt neuem Straßenbelag bauen würde und dann in einigen Jahren alles wieder aufreißen müsste um die Kanäle zu erneuern. 


Er stützt sich dabei auch auf ein Mail von Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt in Traunstein, er bestätigt darin schwarz auf weiß, dass das Bauamt keinen Mini-Kreisverkehr ohne gleichzeitige Sanierung des Belages und der Leitungen darunter finanziert. De facto hat Bambach damit die Entscheidung des Stadtrates vorweg genommen, aber es entwickelte sich trotzdem eine angeregte Diskussion zwischen „Warum nicht Kreisverkehr alleine?“ bis zu „Wann geht’s endlich los?“ Letztere Frage konnte Christian Reiter als Geschäftsleiter der Stadt sofort beantworten, es werde nicht so schnell gehen, denn es müssten auch für das Denkmalamt Stellungnahmen eingeholt werden, „also vor 2022 wird man nichts sehen, zudem könnten die Bauarbeiten ja auch nur bei Vollsperrung der Straße stattfinden“.

Warum Kreisverkehr nicht sofort?

Georg Linner von den Grünen wollte die zwangsweise Verknüpfung des Mini-Kreisverkehrs mit der Sanierung des gesamten Platzes nicht wirklich einsehen, denn dadurch würde der Bau des gewünschten Kreisverkehrs wieder in weite Ferne rücken. Außerdem würde jetzt im Grundsatzbeschluss 50.000 Euro für die Planungen freigemacht, „aber welche Kosten kommen dann auf die Stadt zu, wenn der gesamte Platz saniert werden muss?“. Reiter beruhigte, bei Kosten über 50.000 Euro müsste man ohnehin wieder den Stadtrat fragen, man wolle aber jetzt „anschieben“. 

Einen verwunderten Eindruck machte der Bürgermeister, „also erst kann’s nicht schnell genug mit dem Kreisverkehr und dann will man keinen Grundsatzbeschluss für die Planungen“. Er las das Mail vom Staatlichen Bauamt vor, in dem Martin Bambach offiziell bestätigte, dass er, also der Freistaat, einen Bau des Mini-Kreisverkehrs alleine ausschließe.

Peter Schuster von ‚unabhängig – fair – bürgernah‘ sah allerdings keinen Schildbürgerstreich, wenn der Mini-Kreisverkehr schnell realisiert wird und die Sanierung eben später. „Wir sollten ein Zeichen setzen, und wo die Fußgänger über die Straße gehen können kann man auch mit Farbmarkierungen signalisieren“. Feil wiederholte schon ein wenig genervt „ein Mini-Kreisverkehr ohne Leitungen kommt nicht, jetzt bin ich mit meiner Weisheit am Ende“.

Zuckschwerdt: „Probebetrieb verlängern“

Unterstützt wurde die Sicht des Bürgermeisters von Agnes Thanbichler (ÖDP), sie freue sich auf „das große Paket, also Kreisverkehr und Sanierung des Platzes in einem, seit 20 Jahren reden wir doch schon über den Marienplatz“. „Warum nicht wieder einen Probebetrieb installieren“, also einen schnell aufgeklebten Mini-Kreisverkehr, warf Isabella Zuckschwerdt in die Runde, „die Bürger könnten sich dann schon an den Kreisverkehr gewöhnen“. Das sei rechtlich nicht möglich, so Reiter, ein Probebetrieb sei nicht auf Dauer möglich, das sei durchschaubar. Für Rosemarie Hainz stellte sich nicht die Frage, ob Kreisverkehr oder Marienplatz zuerst, sondern beides müsse angepackt werden, „ich möchte nicht wissen wie viele Paar Schuhe auf dem Marienplatz schon drauf gegangen sind“.

Genervt ob der Diskussion schien CSU-Stadtrat Christian Schmidbauer nach rund 30 Minuten zu sein, er stellte einen Antrag zur Geschäftsordnung um damit die seiner Meinung nach zu lange Diskussion zu beenden und endlich abstimmen zu lassen. „Es wäre doch ohnehin nur mehr eine Wortmeldung an der Reihe“, versuchte Feil seinen Parteikollegen noch umzustimmen. Diese Wortmeldung kam noch, dann, obwohl die Rednerliste ohnehin leer war, die Abstimmung über „endlich abstimmen“, und schließlich einstimmig der Beschluss, 50.000 Euro für die Planungskosten für den Mini-Kreisverkehr und die gleichzeitige Sanierung des Marienplatzes bereitzustellen.

hud

Quelle: BGland24.de

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